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Bioengineering mit Cannabinoiden – Die Zukunft der Medizin?

Die Cannabispflanze bringt eine Reihe von Cannabinoiden hervor, die der Mensch noch in keinem anderen Gewächs finden konnte. Vermutlich ist das so, weil Hanf die einzige Pflanze ist, die Cannabinoide von Natur aus erzeugt. Die Wissenschaft erkennt allmählich den Wert der Wirkstoffe von Cannabis für die Nutzung im medizinischen Bereich. Daher sind diese Wirkstoffe mittlerweile Bestandteil einiger wichtiger Forschungsreihen.


Für die moderne Medizin ist Cannabis allerdings kein ideales Arbeitsmaterial, denn Pflanzen können unterschiedliche Konzentrationen aller ihrer Wirkstoffe enthalten. Das macht eine präzise und standardisierte Arbeit schwierig. Aus diesem Grund prognostizieren Experten für die Zukunft, dass sich langfristig synthetisierte Fertigarzneien durchsetzen werden. Um diese herzustellen werden Methoden angewandt, die man als Bioengineering bezeichnet.

Mikroorganismen produzieren Cannabinoide

Für die gezielte Produktion von Cannabinoiden in industriellen Dimensionen wird in großem Maßstab Cannabis oder Nutzhanf angebaut, je nachdem, ob man das psychoaktive Tetrahydrocannabinol (THC) oder das nicht-berauschende Cannabidiol (CBD) gewinnen möchte.

Auch andere Cannabinoide kann man auf diese Weise produzieren. Allerdings ist die Effizienz der Herstellung je nach gewünschtem Wirkstoff ziemlich gering, da der größte Teil des Pflanzenertrags eben aus anderen Verbindungen besteht. Durch genetische Veränderung kann man heute die groß angelegte Produktion von Cannabinoiden in pharmazeutischer Qualität ermöglichen.

Bei manchen gentechnischen Verfahren wird die Cannabispflanze durch Mikroorganismen ersetzt. Sie produzieren die geforderten Cannabinoide quasi auf Bestellung und ohne das restliche, nicht benötigte Pflanzenmaterial.

Programmierung der Cannabispflanze zur Produktion bestimmter Wirkstoffe

Ohne Pflanze zu arbeiten ist nur ein Bereich des Bioengineering. Bei anderen Technologien werden die Zellen der Cannabispflanze genetisch verändert, um die chemischen Prozesse darin zu modifizieren. Durch die verbesserte chemische Synthese bringt die Pflanze mehr der gewünschten Cannabinoide hervor.

Einer der großen Vorteile dieser Form des Bioengineering ist, dass man auch Cannabinoide wie Cannabigerol (CBG) oder Cannabichromen (CBC), welche die Pflanze von Natur aus nur in ganz kleinen Konzentrationen produziert, in großen Mengen gewinnen kann. Abgesehen davon, wird durch die Methode hauptsächlich die Resistenz der Pflanze gegen Schädlinge und Umweltbelastungen erhöht.

Patienten sind von Synthetisierung in der Cannabismedizin nicht überzeugt

Obwohl die Vorteile von Bioengineering an Cannabis auf der Hand liegen, stoßen solche Technologien in der Bevölkerung auf Widerstand. Und die Skepsis der Menschen ist nicht ganz unbegründet. Wenn wir uns die Entwicklung des Umgangs mit Medizinalhanf in Deutschland seit dem Inkrafttreten des Cannabis als Medizin Gesetzes betrachten, so fällt auf, dass es einige Interessenkonflikte gibt.

Die meisten Patienten schwören auf Cannabisblüten und schreiben diesen auch die beste Wirkung für die Behandlung ihrer Symptome zu. Verbände von Apothekern, Ärzten und Krankenkassen versuchen aber, die Blüten als Steinzeitmedizin zu diskreditieren und sie aus dem medizinischen Bereich zu verbannen.

Da die Logik gebietet, dass ein Gesundheitssystem auf die Heilung und Gesunderhaltung der Patienten beruht, ist es unverständlich, warum man an dieser Stelle nicht ausschließlich die Interessen der Patienten berücksichtigt. Leider stehen finanzielle Interessen hier dem Patientenwohl zum Teil entgegen.

Naturbelassenes Cannabis und Bioengineering können sich ergänzen

Bioengineering mit Cannabis wird nicht obsolet, nur weil man die Wirksamkeit und Daseinsberechtigung von Cannabisblüten in der Medizin anerkennt. Viele Cannabinoide sind bisher nur wenig erforscht. Eines Tages könnte die gezielte Produktion eines Wirkstoffes, den die Pflanze eigentlich nur in geringem Ausmaß erzeugt, für zahlreiche Patienten Heilung bedeuten.

Außerdem kann man durch solche Technologien Substanzen wie CBD irgendwann so kostengünstig herstellen, dass sie auch Menschen mit geringen finanziellen Mitteln zugänglich sein werden. Der herkömmliche Anbau von Cannabis und Nutzhanf weist dennoch sehr viele Vorteile für den Menschen und die Umwelt auf. Daher sollte er nicht an Bedeutung verlieren. Im Gegenteil, die Methoden, traditionell und modern, sollten sich gegenseitig ergänzen.

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