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Hanf als Baustoff – HempFlax fusioniert mit Thermo-Natur

Das niederländische Unternehmen HempFlax hat die deutsche Firma für Naturdämmstoffe, Thermo-Natur, übernommen. Thermo-Natur ist spezialisiert auf den Einsatz natürlicher Dämmstoffe, insbesondere Hanf.

Wie Hemp Today berichtet, übernimmt HempFlax, Europas größtes unabhängiges Unternehmen für Anbau und Verarbeitung von Nutzhanf, auch alle bereits bestehenden Projekte von Thermo-Natur, sowie Lizenzen und Marken- und Produktzertifikationen. Mithilfe der Zertifizierungen, auf die man bei einer unabhängigen Beantragung normalerweise bis zu 18 Monate warten müsste, sei HempFlax sofort dazu in der Lage, von der steigenden Nachfrage nach nachhaltigen Baumaterialien in Europa durch ein spezielles Geschäftsmodell zu profitieren.

Die Übernahme könnte die Strategie von HempFlax, das eigene Geschäft zu integrieren und noch mehr von der Hanf-Wertschöpfungskette in einem vertikal integrierten Modell zu profitieren, beschleunigen – Voraussetzung dafür ist die Verarbeitung der gesamten Pflanze.

„Die vertikale Integration ist der effektivste Weg, um die Einhaltung hoher Standards zu gewährleisten und gleichzeitig den maximalen Wert aus einer synergetischen Lieferkette zu erhalten“, erklärt Guy Winterflood, Vorsitzender von HempFlax.

Bei 3,3 Millionen Tonnen Dämmstoffe, die jedes Jahr in Bauprojekten verwendet werden, beträgt der Anteil von Hanfdämmung weniger als 0,5 %. Man erwarte, dass der globale Markt für Wärmedämmung von Gebäuden bis 2025 auf ungefähr 35,5 Milliarden Euro anwachsen werde, teilte das Unternehmen mit. Gleichzeitig führe die zunehmende Besorgnis über den Klimawandel, die Notwendigkeit zur Energieeinsparung und ehrgeizige Ziele zur Kohlenstoffreduzierung zu einer stetig steigenden Nachfrage für organische Dämmstoffe.

Die Firma HempFlax, die schon lange ein fester Bestandteil der Nutzhanfbranche ist und 2019 das 25-jährige Bestehen feierte, prognostiziert, dass der Markt für Materialien auf Hanffaserbasis aufgrund von Verbrauchertrends und einem zunehmend günstigen regulatorischen Umfeld in ganz Europa weiter wachsen werde. Organische Fasern könnten laut Mark Reinders, dem Geschäftsführer von HempFlax, ein Schlüsselfaktor bei der Verwirklichung einer nachhaltigen Entwicklung sowie anderer, umfassenderer Umweltziele sein.

„Synthetische Baumaterialien werden schlichtweg nicht benötigt und ihre Verwendung hat schreckliche ökologische und klimatische Folgen. Sei es durch Schadstoffe, Kohlenstoffemissionen oder ungesunde Lebensumgebungen“, so Reinders. Wir haben mit dem Geschäftsführer von HempFlax, Mark Reinders, gesprochen.

Interview mit Mark Reinders, Geschäftsführer von HempFlax

Hanf Magazin: Hallo Mark, was erwartet sich HempFlax von der Übernahme von Thermo-Natur?

Mark Reinders: Im Grunde erwarten wir, einen Mehrwert für unsere Faserproduktion zu schaffen. Durch die Verkürzung der Lieferkette können wir wettbewerbsfähige, natürliche Dämmmaterialien anbieten.

Hanf Magazin: Was ändert sich dadurch an der Arbeit von HempFlax?

Mark Reinders: Wir werden dazu in der Lage sein, unsere Faserproduktion zu kapitalisieren, die momentan unter der geringen Nachfrage der Automobilindustrie leidet. Mittlerweile verkaufen wir seit vielen Jahren Dämmungen aus Hanf. Die Produkte stammen aus einer ausgelagerten Produktion und durch die Wiedereinlagerung können wir flexibler und wettbewerbsfähiger sein.

Hanf Magazin: Welche Vorteile hat Hanf als Baumaterial gegenüber herkömmlich verwendeten Materialien?

Mark Reinders: Im Vergleich zu einem herkömmlichen Material wie Glaswolle verbraucht Hanfdämmung bei der Herstellung zehnmal weniger Energie. Das Ergebnis ist ein negativer CO2-Abdruck. Das Produkt hat also mehr CO2 gespeichert, als während der Produktionsphase ausgestoßen wurde. Hinzu kommt, dass es aufgrund der hohen feuchtigkeitsregulierenden Eigenschaften von Hanf das Raumklima entscheidend verbessert. Das Produkt kann in atmungsaktiven Gebäuden verwendet werden und sehr viel Energie aufnehmen, wodurch es im Sommer kühl bleibt.

Hanf Magazin: Wie wird sich die Verwendung nachhaltiger Materialien, vor allem Hanf, Deiner Meinung nach in Zukunft entwickeln?

Mark Reinders: Vor allem in der jetzigen Situation beginnen Menschen damit, unseren Lebensstil zu hinterfragen und erkennen, dass wir unsere Umwelt, Gesundheit und das Klima durch unsere Entscheidungen beeinflussen können. Man beachte, wie sich die Luftqualität während des Lockdowns verbessert hat. Ich sehe einen starken Wachstum dieser Branche, weil die Nachfrage der Konsumenten nach gesünderen und nachhaltigeren Immobilien steigt.

photocredit. https://www.facebook.com/HempFlax/photos

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