Ein Erwachsener verschläft ungefähr ein Drittel seines Lebens. Allerdings stellt der Schlaf keine vergeudete Lebenszeit dar, denn ein gesunder, erholsamer Schlaf ist eine unverzichtbare Quelle der körperlichen Regenerierung und der seelischen Verarbeitung von Erlebtem. Cannabisprodukte wirken sich auf das Schlafbedürfnis bei verschiedenen Personen unterschiedlich aus. Einige Menschen, die an Schlafstörungen leiden, wenden Cannabis, THC oder CBD erfolgreich an, während andere keinen relevanten sedierenden Effekt verspüren.
📑 Inhaltsverzeichnis
- Schlafstörungen
- Wirkungen von THC auf den Schlaf
- Wirkungen von CBD auf den Schlaf
- Verbesserung des Schlafes durch Linderung körperlicher und psychischer Symptome
- Grundlagenforschung zur Wirkung der Cannabinoide auf den Schlaf
- Ein Beispiel aus der Praxis
- THC oder CBD bei Schlafstörungen: der direkte Vergleich
- Medizinalcannabis bei Schlafstörungen: Wann eine Verordnung möglich ist
- 💬 Fragen? Frag den Hanf-Buddy!
Schlafstörungen
Während Säuglinge durchschnittlich 16 Stunden täglich schlafen, und davon etwa die Hälfte im REM-Schlaf verbringen, verkürzt sich diese Zeit beim Erwachsenen auf durchschnittlich 8 Stunden, mit einem Anteil von etwa 20 Prozent REM-Schlaf. Der Schlafbedarf unterliegt allerdings starken individuellen Schwankungen. Ob eine Schlafstörung vorliegt, lässt sich daher oft nicht an der Schlafdauer ablesen.
REM ist die Abkürzung für Rapid Eye Movement (englisch: Schnelle Augenbewegungen). Dieses Stadium ist von schnellen Augenbewegungen unter den geschlossenen Augenlidern begleitet. Während des REM-Schlafes wird intensiv geträumt. Der REM-Schlaf ist wichtig für die Speicherung, Bewahrung und Reorganisierung von Erinnerungen und neu Gelerntem sowie für das Vergessen unwichtiger Gedankeninhalte.
Die häufigste Schlafstörung ist schlechter und wenig erholsamer Schlaf. Meistens ist die Gesamtschlafzeit gemessen am individuellen Schlafbedarf verkürzt. Schlechter Schlaf kann durch Ein- oder Durchschlafstörungen gekennzeichnet sein, oder durch frühes Erwachen. Seltenere Schlafstörungen sind durch gesteigerte Müdigkeit und Einschlafen während des Tages gekennzeichnet. Diese kommen bei der Narkolepsie, dem spontanen Einschlafen während des Tages, beim Restless-Legs-Syndrom, dem Syndrom der „unruhigen Beine“ und beim Schlaf-Apnoe-Syndrom vor. Das Schlaf-Apnoe-Syndrom ist durch eine kurze Unterbrechung der Atmung während des Schlafes gekennzeichnet.
Wirkungen von THC auf den Schlaf
Cannabis und THC wirken bei vielen Menschen beruhigend und schlaffördernd. Diese Wirkung von THC-haltigen Cannabisprodukten ist seit vielen Jahrhunderten bekannt und wird auch therapeutisch verwendet. So veröffentlichte Dr. Bernhard Fronmüller, Arzt am Krankenhaus in Fürth und königlich bayerischer Bezirksarzt, im Jahre 1869 die viel beachtete Arbeit „Klinische Studien über die schlafmachende Wirkung der narkotischen Arzneimittel“ über seine Erfahrungen bei genau eintausend Patienten, die aus unterschiedlichen Ursachen an schweren Schlafstörungen litten und von ihm mit verschiedenen Medikamenten behandelt worden waren. Danach war Cannabis in 53 Prozent der Fälle gut wirksam, in 21,5 Prozent teilweise und in 25,5 Prozent nicht oder nur gering wirksam. Im Vergleich zu Opium stellte er fest: „Die gesamte Wirkung von Hanf ist weniger heftig, führt zu einem natürlicheren Schlaf und stört die Funktion der inneren Organe nicht …“ Besonders bei Altersschlaflosigkeit wurden Cannabisprodukte im 19. Jahrhundert gern verordnet.
Oft wird der sedierende Effekt der Cannabinoide als Nebenwirkung wahrgenommen. Beispielsweise gaben in einer kalifornischen Studie bei Patienten unter Krebschemotherapie 52 Prozent der Patienten, die Cannabis zur Behandlung von Übelkeit und Erbrechen erhalten hatten, und 64 Prozent der Patienten, die THC eingenommen hatten, eine Sedierung als Nebenwirkung der Therapie an.
Nach diesen Beobachtungen kann man davon ausgehen, dass bei etwa der Hälfte der Konsumenten Cannabis sedierend bzw. schlaffördernd wirkt.
Wirkungen von CBD auf den Schlaf
Die Wirkung von CBD auf den Schlaf könnte dosisabhängig sein, wobei niedrigere Dosen anregend und hohe Dosen sedierend wirken könnten. Es könnte aber auch sein, dass wie beim THC verschiedene Menschen nur unterschiedlich reagieren.
In einer klinischen Studie erhielten 8 Probanden vier verschiedene Präparate vor dem Zubettgehen: ein Placebo, 15 mg THC, 5 mg THC in Kombination mit 5 mg CBD, und 15 mg THC in Kombination mit 15 mg CBD. 15 mg THC erhöhte die Schläfrigkeit, während 15 mg CBD eine anregende Wirkung hatte.
CBD erhöhte dagegen bei Ratten die Gesamtschlafzeit sowie die benötigte Zeit, um einzuschlafen. Bei den Tieren, die die höchste Dosis erhielten, wurde die Tiefschlafphase verstärkt. Eine vermehrte Schläfrigkeit wurde als Nebenwirkung auch in einigen klinischen Studien beobachtet. In einer Umfrage aus dem Jahr 2015 mit 163 Erwachsenen, die Cannabis für eine körperliche oder psychische Erkrankung kauften, gab es Beziehungen zwischen den Schlaf-Charakteristika und der Art des verwendeten Cannabis. Die 81 Personen mit Schlaflosigkeit und größerer Schwierigkeit einzuschlafen, verwendeten mit einer größeren Wahrscheinlichkeit Cannabissorten mit signifikant höheren CBD-Konzentrationen.
Verbesserung des Schlafes durch Linderung körperlicher und psychischer Symptome
Schwere Erkrankungen, die mit Schmerzen, Juckreiz oder anderen permanent vorhandenen belastenden Symptomen einhergehen, lassen den Betroffenen oft auch nachts nicht zur Ruhe kommen. Cannabisprodukte können den Schlaf bei vielen Personen, die an schweren Erkrankungen leiden, verbessern, indem sie diese belastenden Symptome positiv beeinflussen. Beispielsweise wurde THC bei einigen Patienten angewendet, die an einem schweren Juckreiz litten, der durch Lebererkrankungen mit einem Stau der Galle bedingt war. THC linderte den Juckreiz deutlich, sodass die Betroffenen auch länger schlafen konnten.
Auch Depressionen, Angststörungen, Hyperaktivitätsstörungen und andere seelische Erkrankungen können mit Schlafstörungen einhergehen, sodass eine Besserung durch Cannabinoide auch den Schlaf verbessern kann.
Grundlagenforschung zur Wirkung der Cannabinoide auf den Schlaf
Anandamid, das bekannteste vom Körper gebildete Endocannabinoid, verlängert bei Ratten den Schlaf. Sowohl die im Tiefschlaf als auch die im REM-Schlaf verbrachte Zeit nahm zu. Anandamid vermittelt seine schlaffördernden Eigenschaften über die Aktivierung von Cannabinoidrezeptoren im Gehirn. Das körpereigene Cannabinoidsystem spielt also möglicherweise eine natürliche Rolle beim Schlaf. Vielleicht spielen dabei auch Wechselwirkungen von Cannabinoiden mit dem Hormon Melatonin und dem Botenstoff Serotonin eine Rolle.
Der Schlaf wird durch verschiedene Hormone beeinflusst, ohne dass bisher eine vollständige Klarheit über die hormonelle Steuerung des Schlafes besteht. Sicher ist, dass das in der Zirbeldrüse (Epiphyse) gebildete Hormon Melatonin eine wichtige Rolle dabei spielt. Melatonin macht müde, und es wird daher oft als Schlafhormon bezeichnet. THC stimuliert die Melatoninsekretion, was ein möglicher Mechanismus für die schlaffördernde Wirkung von Cannabis sein könnte. Auch der Botenstoff Serotonin ist für den Schlaf von Bedeutung. Ein Mangel an Serotonin kann zu Antriebslosigkeit, Depressionen und Schlaflosigkeit führen. Es ist bekannt, dass Cannabinoide vielfältige Wechselwirkungen mit dem Serotonin-System ausüben, zum Teil hemmend, zum Teil fördernd.
Ein Beispiel aus der Praxis
Ich möchte den Einsatz von Cannabinoid-Medikamenten bei schweren Schlafstörungen anhand eines Beispiels aus meiner Praxis vorstellen. Es handelt sich um einen damals 60-jährigen Mann, nennen wir ihn Herrn Sommer, der mit meiner Unterstützung eine Ausnahmeerlaubnis zur Verwendung von Cannabisblüten aus der Apotheke durch die Bundesopiumstelle erhalten hatte. Sein gesundheitliches Hauptproblem waren die chronischen Schlafstörungen, die wegen eines gleichzeitig bestehenden Schlafapnoe-Syndroms, also Atemaussetzern während der Nacht, nicht mit den üblichen Schlafmitteln behandelt werden konnte, da sich sonst die Schlafapnoe verstärkte. Die Schlafapnoe selbst wurde gut mit einer speziellen nachts getragenen Atemmaske behandelt. Unbehandelt setzte seine Atmung in der Nacht bis zu zwei Minuten aus. Ohne die Verwendung von Cannabisprodukten schlief er maximal 3,5 Stunden, bei der Verwendung von Cannabis bis zu 7 Stunden.
In einem Schlaflabor wurde sein Schlaf ohne Cannabis und später unter dem Einfluss von Cannabis gemessen. Die Schlafeffizienz verbesserte sich durch die Einnahme von Cannabis von 48,5 auf 66,4 Prozent, die Gesamtschlafzeit von 3 Stunden und 20 Minuten auf 5 Stunden und 27 Minuten. Der Wachanteil reduzierte sich von etwa 3,5 Stunden auf etwa eine halbe Stunde. Auch die übrigen Messwerte zur Schlafqualität wurden durch die Verwendung von Cannabis verbessert. Durch den erholsameren Schlaf verbessern sich einige bei ihm mit dem Schlaf assoziierte Störungen, darunter Tinnitus, Schwindelgefühl, Müdigkeit und Erschöpfung während des Tages sowie Konzentrationsstörungen.
Nach Erteilung einer Ausnahmeerlaubnis durch die Bundesopiumstelle für die Verwendung von Cannabisblüten hatte er einen erneuten Aufenthalt in Schlaflabor. Dazu schrieb er in einer E-Mail: „Letzte Woche hatte ich mal wieder eine ausgiebige Schlafmessung und, Dr. XY ist sehr zufrieden. Mein Eindruck hat sich bestätigt, mein Schlaf ist nun fast normal. Bedingt durch Kabel, Schläuche und Pflaster im Gesicht und die dadurch bedingten Störungen (Juckreiz etc.) habe ich zwar etwas kürzer geschlafen, aber der Schlaf an sich war o.k. Seit 5 Jahren das erste Mal Schlafstadium 4 und Tiefschlaf.“
THC oder CBD bei Schlafstörungen: der direkte Vergleich
Die beiden bekanntesten Cannabinoide werden beim Thema Schlaf oft in einen Topf geworfen. Die oben beschriebenen Befunde zeigen jedoch, dass sie sich unterschiedlich verhalten. In der zitierten Untersuchung mit acht Probanden erhöhten 15 mg THC die Schläfrigkeit, während dieselbe Menge CBD anregend wirkte. Wer zwischen beiden Substanzen abwägt, sollte deshalb weniger auf das Cannabinoid an sich achten. Entscheidend sind die Dosis, der Zeitpunkt der Einnahme und die eigene Vorerfahrung.
| Kriterium | THC | CBD |
|---|---|---|
| Ansatzpunkt im Körper | Bindet direkt an die Cannabinoidrezeptoren im Gehirn und stimuliert die Melatonin-Ausschüttung | Wirkt indirekt, unter anderem über Wechselwirkungen mit dem Serotonin-System |
| Wirkung auf das Einschlafen | Bei etwa der Hälfte der Anwender sedierend | Dosisabhängig, niedrige Mengen eher anregend, hohe eher beruhigend |
| Typische Studiendosis am Abend | 5 bis 15 mg, etwa 30 Minuten vor dem Zubettgehen | Sehr breite Spanne, in Untersuchungen von 18 bis 800 mg |
| Kontrollierte Studienlage | Mehrere klinische Untersuchungen, überwiegend mit kleinen Fallzahlen | Eine Pilotstudie mit 150 mg pro Nacht brachte gegenüber Placebo keinen Vorteil bei Einschlafdauer und Schwere der Insomnie |
| Berichtete Nebenwirkungen | Benommenheit am Folgetag, Mundtrockenheit, psychische Effekte | Mundtrockenheit, in der Pilotstudie keine Einschränkung der Denkleistung |
| Rahmen in Deutschland | Verschreibungspflichtig als Medizinalcannabis | Frei verkäufliche Produkte sind verbreitet, tragen aber keine arzneiliche Zweckbestimmung |
Aus der Tabelle lässt sich keine pauschale Empfehlung ableiten, und genau das ist der Kern der Sache. THC hat die stärkere unmittelbare Wirkung auf das Einschlafen, greift dafür aber tiefer in den Ablauf der Nacht ein. CBD ist besser verträglich, überzeugt in kontrollierten Studien als alleiniges Schlafmittel jedoch bislang nicht. In der erwähnten Pilotstudie mit 150 mg pro Nacht berichteten die Teilnehmenden lediglich von einem besseren Allgemeinbefinden. Was die Messtechnik im Schlaflabor darüber hinaus zeigt, haben wir in unserer Übersicht dazu, was die Wissenschaft zu Cannabis und Schlaf wirklich sagt, ausführlich aufbereitet.
Medizinalcannabis bei Schlafstörungen: Wann eine Verordnung möglich ist
Seit dem Medizinal-Cannabisgesetz vom April 2024 gilt Cannabis in Deutschland nicht mehr als Betäubungsmittel. Ärztinnen und Ärzte aller Fachrichtungen verordnen es seither auf einem normalen Rezept. Für Betroffene mit Schlafstörungen ist damit allerdings weniger gewonnen, als die Schlagzeilen nahelegen. Die Schlafstörung allein trägt in der Praxis selten eine Verordnung.
Der Grund liegt in der Behandlungsreihenfolge. Die S3-Leitlinie zur Insomnie bei Erwachsenen, zuletzt im Jahr 2025 aktualisiert, nennt die kognitive Verhaltenstherapie für Insomnie als erste Behandlungsoption für alle Betroffenen. Eine medikamentöse Therapie kommt erst dann infrage, wenn diese Verhaltenstherapie nicht ausreichend gewirkt hat oder nicht durchführbar ist. Cannabis ist damit kein Schlafmittel der ersten Wahl. Es steht am Ende einer längeren Behandlungskette und nicht an deren Anfang.
In der Versorgung wird Medizinalcannabis bei Schlafproblemen deshalb meist dann eingesetzt, wenn eine weitere behandlungsbedürftige Erkrankung vorliegt. Chronische Schmerzen, eine posttraumatische Belastungsstörung oder eine Spastik sind typische Konstellationen. Der oben geschilderte Fall folgt genau diesem Muster, denn dort schloss das Schlafapnoe-Syndrom die üblichen Schlafmittel aus. Wie der Weg zur Verordnung grundsätzlich abläuft, beschreibt unser Ratgeber dazu, wie du als Patient Cannabis bekommst.
Ein Punkt wird dabei regelmäßig übersehen. Wer Cannabis am Abend anwendet, kann am nächsten Morgen noch messbare THC-Werte im Blut haben. Im Straßenverkehr gilt seit dem 22. August 2024 ein Grenzwert von 3,5 Nanogramm THC je Milliliter Blutserum. Für Patientinnen und Patienten mit einer ärztlichen Verordnung greift nach § 24a Absatz 4 des Straßenverkehrsgesetzes das sogenannte Medikamentenprivileg. Es schützt jedoch nur bei bestimmungsgemäßer Einnahme und nicht bei einer erkennbaren Fahruntüchtigkeit.
FAQ: Cannabis bei Schlafstörungen
Wirkt THC oder CBD besser gegen Schlafstörungen?
Bei rund der Hälfte der Konsumentinnen und Konsumenten wirkt THC sedierend und schlaffördernd, weil es unter anderem die Melatonin-Sekretion stimuliert. CBD verhält sich dagegen dosisabhängig: niedrige Dosen können anregend, höhere Dosen sedierend sein. In einer Umfrage unter 81 Menschen mit Einschlafproblemen wurden bevorzugt Sorten mit höherem CBD-Anteil gewählt – ein klarer Hinweis darauf, dass beide Cannabinoide ihre Berechtigung haben, aber unterschiedlich wirken.
Hilft Cannabisöl gezielt gegen Schlafstörungen?
Ja – vor allem dann, wenn Schlafprobleme mit Schmerzen, Angst oder depressiven Symptomen verknüpft sind. Studienlage, Dosierungsempfehlungen und der Mental-Health-Kontext sind in unserem Detail-Ratgeber zu Cannabisöl gegen Schlafstörungen ausführlich aufgeschlüsselt.
Ist Cannabis bei älteren Menschen mit Schlafstörungen geeignet?
Gerade bei Senioren mit chronischen Schmerzen, Schlafapnoe oder Polypharmazie ist Cannabis eine zunehmend untersuchte Alternative zu klassischen Sedativa. Eine aktuelle JAMA-Studie 2026 zeigt, dass ältere Erwachsene Cannabis bewusst als Ersatz für Benzodiazepine und Z-Substanzen einsetzen – mit dem Ziel, weniger Nebenwirkungen am Folgetag zu haben.
Welche Dosierung ist bei Cannabis gegen Insomnie üblich?
Eine pauschale Dosis gibt es nicht – die Schlafwirkung ist individuell sehr unterschiedlich. In klinischen Studien wurden meist 5–15 mg THC etwa 30 Minuten vor dem Zubettgehen eingesetzt, gelegentlich kombiniert mit 5–15 mg CBD. In der ärztlichen Praxis wird einschleichend dosiert, beginnend mit der niedrigsten Menge, die einen sedierenden Effekt zeigt.
Bezahlt die Krankenkasse Cannabis bei Schlafstörungen?
Nur ausnahmsweise. Voraussetzung ist eine ärztliche Verordnung von Medizinalcannabis, eine ausgeprägte und chronische Schlafstörung sowie die belegte Erfolglosigkeit klassischer Schlafmittel. Selbst dann muss die Krankenkasse den Antrag prüfen und kann ihn ablehnen. Frei verkäufliches CBD-Öl wird grundsätzlich nicht erstattet.
Wie lange vor dem Schlafengehen sollte man Cannabis anwenden?
Das hängt vor allem von der Darreichungsform ab. Inhaliertes Cannabis wirkt innerhalb weniger Minuten, weshalb es kurz vor dem Zubettgehen angewendet wird. Oral aufgenommene Präparate wie Öle oder Kapseln passieren zuerst den Verdauungstrakt und brauchen deutlich länger, häufig 30 bis 120 Minuten. In den klinischen Untersuchungen zum Schlaf wurde THC typischerweise etwa eine halbe Stunde vor dem Zubettgehen gegeben.
Welche Cannabis-Sorte eignet sich bei Schlafstörungen?
Verallgemeinern lässt sich das nicht, weil die Wirkung individuell stark schwankt. Als Faustregel gelten indica-dominierte Sorten mit höherem Anteil beruhigender Terpene als abendtauglicher. Welche Sorten in der Apotheke dafür infrage kommen und worauf bei der Auswahl zu achten ist, haben wir in unserer Übersicht der besten Cannabis-Sorten für einen erholsamen Schlaf zusammengestellt.
Hilft Cannabis bei Schlafapnoe?
Die Schlafapnoe ist eine Atmungsstörung und keine Insomnie, deshalb ist Cannabis dafür keine zugelassene Therapie. Der Standard bleibt die nächtliche Atemmaske. Im oben geschilderten Fall wurde Cannabis nicht gegen die Atemaussetzer eingesetzt, sondern gegen die begleitende Schlaflosigkeit, weil die üblichen Schlafmittel die Apnoe verstärkt hätten. Wer betroffen ist, sollte eine solche Kombination ausschließlich schlafmedizinisch begleiten lassen.
Verändert Cannabis das Träumen?
Ja, und zwar messbar. THC verschiebt die Anteile der Schlafphasen und verkürzt bei entsprechender Dosis den REM-Schlaf, in dem am intensivsten geträumt wird. Viele Konsumierende berichten deshalb von weniger Trauminhalten. Nach dem Absetzen kehren die Träume oft verstärkt zurück. Diesen Zusammenhang und die Beobachtungen beim Entzug beleuchtet unser Beitrag zum Einfluss von Cannabis auf Schlafen und Träume.






































