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8 Fakten über Cannabis und Schlafen

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Dass Cannabis bzw. THC positive Einflüsse auf die menschliche Gesundheit haben, das lässt sich inzwischen nicht mehr leugnen. Unter anderem sind Cannabinoide erwiesenermaßen entzündungshemmend und schmerzlindernd. Häufig verbindet man eine Therapie durch Cannabis mit dem Schlafen. CBD-Tropfen vor dem Zubettgehen sind feste Routine bei vielen. An dieser Stelle sollen acht überraschende Effekte von Cannabis auf den Schlaf erörtert werden. 


1. Das Einschlafen

Zugegebenermaßen sollte es niemanden überraschen, dass THC beim Einschlafen hilft. Hauptsächlich lässt sich das darauf zurückführen, dass Stress abgebaut wird und sich der Körper bzw. die Muskeln entspannen.

Noch interessanter ist dieser Fakt für Patienten der folgenden Leiden: allgemeine Schmerzen, Schlafstörungen, PTBS und Multiple Sklerose. Diese Krankheiten erschweren das Einschlafen. Diese negativen Effekte jedoch lassen sich nachgewiesenermaßen durch Cannabis einschränken, man schläft also schneller ein.

Patienten dieser Krankheiten haben häufig auch Probleme mit dem Durchschlafen. Durch den Konsum von Edibles, bei denen die Wirkung mehrere Stunden anhält, kann auch hier Abhilfe geschaffen werden. Allgemein gilt, dass das Rauchen oder Verdampfen von Cannabis besser zum Einschlafen ist, das Essen jedoch hilft beim Durchschlafen.

2. Kater durch Cannabis

Den ein oder anderen THC-Enthusiasten mag dieser Fakt überraschen, aber selbst durch Cannabis kann man einen leichten Kater bekommen. Im Gegensatz zu Alkohol fällt dieser jedoch sanft aus. Die Symptome offenbaren sich normalerweise durch trockene Augen, einer leichten Lethargie oder auch in Form von Dehydration. Gegen alle diese Symptome kann leicht etwas unternommen werden.

Relativ häufig ist dieses Phänomen des Katers mit dem Konsum von qualitativ schlechtem Marihuana verbunden. Durch ungesunde Streckmittel oder selbst aggressive Pestizide können leichte Kater entstehen. Am einfachsten verhindert man das also, indem man sich immer qualitativ hochwertiges Cannabis zulegt.

3. Süße Träume

Wer viel kifft, weiß bestens über Tagträume Bescheid. Auch wenn diese nach dem Konsum viel fantasievoller ausfallen können, trifft das für die nächtliche Variante nicht zu. Diese spielen sich in der sogenannten REM-Schlafphase (Rapid Eye Movement) ab. Unter anderem bewegen sich die Augen während dieser Phase rapide von links nach rechts, woher auch der Name stammt.

Wer vor dem Schlafengehen raucht, verkürzt eben diese REM-Schlafphase. Folglich werden die Träume kürzer, was dem Träumenden jedoch nicht sonderbar auffällt. Ein spürbarer Effekt besteht jedoch darin, dass die Träume nicht mehr so lebendig und echt wie normal ausfallen. Wer hingegen nach einer Phase intensiven Cannabiskonsums eine Pause einlegt, wird wieder realistische Träume erleben können, dieser Einfluss ist also nicht von Dauer.

4. Eine bessere Atmung

Der Konsum von THC vor dem Schlafengehen könnte auch als Folge mit sich bringen, dass sich die Atemleistung während des Schlafes erhöht. Hierfür liegen Studien vor, in welchen ein Leiden namens Apnoe untersucht wurde. Patienten dieser Krankheit wachen mehrmals in der Nacht auf, weil ihr Atem stockt. Die Abstände zwischen den einzelnen Unterbrechungen können von einigen Sekunden bis hin zu mehreren Minuten andauern. Durch das ständige Unterbrechen des Schlafes entsteht ein hoher Schlafmangel, der natürlich entsprechend gravierende Effekte auf den Alltag ausübt. 

Vorklinische Studien haben nun bewiesen, dass der Konsum einiger Varianten von THC und CBD dabei helfen, den Schlaf dieser Patienten zu beruhigen. Dadurch wird die Atmung nachts nicht mehr unterbrochen und die Patienten können ruhig durchschlafen. Diese Behauptungen stehen jedoch noch auf wackligen Beinen, da die Untersuchung dieses Phänomens vergleichsweise schwierig handzuhaben ist. Es besteht jedoch Grund zur Hoffnung. 

5. Abstinenz nach einem Langzeitkonsum

Wer als Langzeitraucher mit dem Konsum von Hanf aufhört, kann negative Effekte auf seinen Schlaf verspüren. Wer nach einer Periode des intensiven Konsums auf eine Toleranz Pause umsattelt, erleidet möglicherweise die folgenden Einbußen: eine kürzere Schlafdauer, weniger langsame Gehirnwellen während des Schlafens, eine verringerte Schlafeffizienz und mehr Unterbrechungen der Schlafruhe.

Fairerweise muss man zu diesen Untersuchungen sagen, dass die Testgruppe vergleichsweise klein war. Des Weiteren sind die Kausalitäten nicht ganz beleuchtet. Beispielsweise könnte es sein, dass einige der befragten Menschen Cannabis lediglich verwendeten, um ihren zuvor vorhandenen Schlafmangel zu bekämpfen. Folglich hätten diese Menschen ihre Medikation abgesetzt und dadurch natürlicherweise einen schlechteren Schlaf erfahren.

6. THC und CBD

Der Unterschied zwischen THC und CBD sollte inzwischen geläufig sein. Es stellt sich jedoch die Frage, welchen Einfluss die beiden Stoffe jeweils auf den Schlaf haben. Relativ häufig wirbt man CBD damit an, dass sich die Schlafbedingungen dadurch verbessern. Prinzipiell kann man dieses Urteil jedoch nicht fällen, Untersuchungen haben zwiespältige Ergebnisse ans Tageslicht geführt. Beispielsweise gibt es eine Studie über 72 Erwachsene mit nachgewiesen schlechtem Schlaf. Zwei Drittel dieser haben ausgesagt, dass sich ihr Schlaf nach einem Monat der Einnahme von CBD verbessert hat. Ein Viertel der Nutzer hat jedoch konfirmiert, dass ich ihre Schlafstörungen nur verschlimmert haben.

Darum stellt sich die Frage, wer genau seinen Vorteil aus CBD ziehen kann und wer eben nicht. Die komplexen Mechanismen und Wirkweisen müssen erst noch eingehender geklärt werden.

Man kann hieraus den Schluss ziehen, dass es sich lohnt zu experimentieren. Wer auf CBD nicht ordentlich reagiert, kann auch kleine Dosen von THC vor dem Zubettgehen konsumieren, gegebenenfalls verbessert sich der Schlaf dann. Auch die Strain sollte variiert werden. Grundsätzlich gibt es Strains mit viel THC und dafür wenig CBD. Bei diesen ist die Wirkung möglichst intensiv und umfassend. Andere Varianten, die eine gute Balance beider Stoffe aufweisen, wirken gemäßigt intensiv und sind gut für die alltägliche Nutzung geeignet. Sorten mit viel CBD und wenig THC wirken psychoaktiv kaum.

7. Mehr Terpene, mehr Wirkung

Um die schlaffördernden Effekte von Hanf bestens auszuloten, sollte man sie mit anderen natürlichen Heilmitteln verbinden. Besonders wichtig sind hierbei Terpene. Explizit Lavendel und Kamille enthalten viele dieser Verbindungen. Hierbei stellt sich jedoch die Frage, ob diese Effekte auch beim Verbrennen erhalten bleiben. Es ist eine weitverbreitete Praxis, Lavendel in einen Joint einzubauen. Ob die Terpene das überleben, ist bisher nicht untersucht. Eine Zunahme über Tee oder einen ähnlich schonenden Weg ist also zu empfehlen, wenn die Nachtruhe nicht gegeben ist.

8. Altes Cannabis für besseren Schlaf

Normalerweise soll Cannabis nicht zu lange rumliegen. Durch natürliche Zerfallsprozesse werden die psychoaktiven Stoffe langsam abgebaut. THC wandelt sich dabei in CBN um, ausgeschrieben Cannabinol. Dieses Cannabinol ist satte fünf Mal einschläfernder als THC. Idealerweise untersucht man bei einem gegebenen Strain dieses Zerfallverhalten. Bei jeder einzelnen Sorte lässt sich ein Zeitpunkt ausarbeiten, an welchem die Konzentration von Cannabinol am höchsten ist. Ggf. sollte man sich auch darüber informieren, welche Strains naturgegeben viel CBN enthalten.

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