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Wie wird wasserlösliches CBD hergestellt?

Wer Cannabinoide oral einnehmen möchte, muss diese zuvor in Fett lösen. Deswegen erhält man CBD meistens in Form von Ölen und auch bei Cremes und Edibles werden die Cannabinoide zuvor in Fett gelöst. Das liegt daran, dass CBD fettlöslich ist und sich mit Wasser nicht allzu gut verträgt. Es gibt Techniken, welche die Verträglichkeit mit Wasser ermöglichen, um die Bioverfügbarkeit zu maximieren. 

CBD ist lipophil

Cannabidiol löst sich wie die meisten anderen Cannabinoide lediglich in unpolaren Lösungsmitteln. Hiermit sind prinzipiell Fette und Öle gemeint, darum bezeichnet man CBD auch als lipophil, was so viel wie „fettliebend” heißt. Eine Voraussetzung der lipophilen Eigenschaft ist, dass keine oder nur eine sehr schlechte Löslichkeit in Wasser vorliegt. Wer beispielsweise mit Cannabis backen will, muss dieses zuvor auch in Butter oder Milch lösen, um es dem Körper verfügbar zu machen. Mit Hinsicht auf die Bioverfügbarkeit jedoch wäre es sinnvoller, das CBD in Wasser zu lösen.

Die Bioverfügbarkeit 

Die Bioverfügbarkeit sagt aus, wie viel Prozent eines eingenommenen Stoffes am Ende tatsächlich aktiv im Körper wirkt. Dafür muss die jeweilige Substanz in den Blutkreislauf eintreten. Hierzu gesellt sich der Fakt, dass unsere Körper zu knapp 60 % aus Wasser bestehen und Fett im Blutkreislauf nichts verloren hat. Darum fällt die Bioverfügbarkeit vor allem beim CBD extrem ernüchternd aus, wenn dieses in fettigen Präparaten vorliegt.

Bei zahlreichen Öl-basierten Produkten wie beispielsweise Kapseln oder Gelees, die oral eingenommen werden, werden nur rund 4 % des CBD tatsächlich vom Körper absorbiert. Das restliche CBD wird also verschenkt Darum wird in der modernen Cannabisindustrie sehr viel Wert darauf gelegt, CBD in Wasser zu lösen.

Kleinere Emulsionen – mehr Wirkung 

Grundsätzlich lassen sich Cannabinoide wie CBD nicht in Wasser lösen, das basiert einfach auf ihrer molekularen Struktur. Man probiert auch nicht, diese auf irgendeine Art und Weise abzuwandeln. Viel eher setzt man darauf, das Fett bestmöglich in Wasser zu lösen. Man probiert, die Fettmoleküle so klein wie möglich zu gestalten, sodass sie sich möglichst gleichmäßig und eben im Wasser verteilen.

Vergleichen lässt sich das mit der alltäglichen Milch. Auch hier liegt eine sogenannte Emulsion vor, in welcher die Fetttröpfchen in unendlich kleinen Formen vorliegen und in der Milch schwimmen. Das gleiche Prozedere verfolgt man bei wasserlöslichem CBD. Prinzipiell gibt es drei Arten, dieses Ziel zu erreichen.

Nanoemulsionen

Nanoemulsionen sind sehr vorteilhaft, um CBD in Wasser zu lösen. Die Fetttröpfchen haben eine Größe von lediglich zehn bis 100 Nanometern. Man probiert möglichst wenig Tenside einzubauen, synthetische Alternativen müssen also nicht eingesetzt werden. Grundsätzlich ist die Verwendung von vielen und vor allem synthetischen Tensiden in der Nahrungsergänzungsmittelindustrie nicht hoch angesehen. Dazu können Nanoemulsionen nicht optisch erkannt werden.

Normalerweise werden derartige Emulsionen durch Ultraschallverfahren hergestellt. Hierfür gibt es zahlreiche unterschiedliche Geräte. Es gibt noch weitere Verfahren, bei denen über komplexe Mechanismen eine Destillation erfolgt, wobei sich die Fetttröpfchen letzten Endes im Wasser verteilen. Die Anbieter der jeweiligen Geräte erheben für sich selbst den Anspruch, dass die jeweils anderen Prozesse gesundheitsschädigend sind. Jeder Konsument sollte sich hier selbst seine Meinung bilden.

Mikroemulsionen

Hier weisen die einzelnen Fetttröpfchen eine Größe von 100 bis 5.000 Nanometern auf. Zum Nachteil des Konsumenten werden viele Tenside gebraucht, was unerwünschte Nebenwirkungen nach sich zieht. Aus diesem Grund wird auch diese Form der Emulsion in der heutigen Industrie kaum mehr verwendet.

Liposome

Liposome sind sphärische Strukturen, welche in sich selbst Wasser beinhalten. Die Größe der einzelnen Strukturen variiert zwischen 50 bis 5000 Nanometern. Sie bestehen aus einer inneren wasserlöslichen Schicht, welche von einer nicht wasserlöslichen zweiseitigen Schicht umgeben ist, welche sogleich das CBD enthält.

Liposome werden auch heute in der Industrie eingesetzt. Der Prozess ist jedoch enorm komplex und benötigt wiederum eine außerordentliche Menge an Tensiden.

Die zahlreichen Vorteile von wasserlöslichem CBD

Bei standardmäßigen in Öl gelösten Produkten wird grundsätzlich weniger als 10 % des CBD vom Körper absorbiert. Bei Liposomen sind es bereits rund 20 %. Die Nanoemulsionen ermöglichen sogar eine Absorption von gut 50 %, mehr ist bisher nicht zu erreichen.

Dazu wird in Wasser gelöstes CBD viel schneller vom Körper aufgenommen. Ebenso gibt es viel mehr Konsumarten für in Wasser gelöstes CBD, da man dieses beispielsweise auch in Getränken und dergleichen einsetzen kann. Auch sind in Wasser gelöste CBD-Produkte vergleichsweise billiger, da man hier für dasselbe Geld viel mehr im Körper aktives CBD erhält. Darum besteht die Hoffnung, dass in Zukunft noch ertragreichere Methoden entdeckt werden.

Quellen

Water-Soluble CBD: A Game Changer for Consumer Packaged Goods

https://bigskybotanicals.com/blog/nanoemulsified-water-soluble-cbd-explained/

https://www.hielscher.com/de/ultrasonic-cannabis-oil-emulsion.htm

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