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Backen mit Cannabis – Über Decarboxylierung, Infusion und Wissenschaft

Heute widmen wir uns wieder einmal dem Konsum von Cannabis und erklären euch, was es mit der „Decarboxylierung“ auf sich hat. Wir haben im Hanfmagazin schon vor einiger Zeit einen umfangreichen Artikel über diese Prozedur geschrieben, wollen aber hier noch einmal genauer auf das Backen mit Cannabis eingehen. [1]


Backen mit Cannabis – die Grundlagen

Wer Cannabis essen will, der muss es zuerst „aktivieren“. Der Grund dafür ist schnell erklärt: Ohne die Aktivierung des THC gibt es beim Verzehr eines Cannabisgebäcks keine Wirkung. Die Aktivierung an sich ist jedoch selbst eine Wissenschaft, die man erst einmal verstehen muss, um erfolgreich mit Cannabis zu kochen und backen. 

Wie in unserem vorherigen Artikel bereits ausführlich erwähnt, muss die, in der Cannabisblüte vorhandene, THC-Säure durch Hitze in das psychoaktive delta-9-THC umgewandelt werden. Das passiert durch die sogenannte „Decarboxylierung“. Wenn man das Wort genauer betrachtet, dann sieht man, dass es sich aus De-Carb-Oxylation zusammensetzt, und genau beschreibt, was bei diesem Prozess passiert. Ein Kohlenstoffmolekül wird abgespalten, es entsteht die „aktivierte“ Form von THC. 

Perfektion hat seinen Preis

Es gibt auf dem Markt ein Gerät, das genau diese Funktion übernimmt und eine 100%ige Decarboxylierung verspricht, den Ardent Nova/Lift. Die Firma hat sich für die Produktentwicklung viel Wissen zu diesem Prozess angeeignet und zahlreiche Tests mit Laboren durchgeführt. Einige der Ergebnisse stellen sie online zur Verfügung. Allgemein gibt es auf ihrer Website sehr viel Information zu diesem Prozess an sich. Unter anderem gibt es dort auch einen Artikel über die Infusionsrate von verschiedenen Ölen vor und nach Decarboxylierung. Das bringt uns gleich zu unserem nächsten Punkt.

Die Infusion

Nachdem das Cannabis erfolgreich decarboxyliert wurde, muss es, um einfacher verbackt zu werden, noch in einem Öl gelöst (bzw. in dieses „infused“) werden. Es eignen sich eigentlich alle Öle, die erhitzt werden können, doch laut der eben erwähnten Website der Firma Ardent eignen sich Olivenöl, Kokosnussöl und Butter am besten für dieses Vorhaben. Diese Öle haben in Tests zwischen 85 und 93 % der Cannabinoide aufgenommen. Auch für diesen Prozess gibt es Produkte auf dem Markt, doch es ist auch sehr einfach möglich, das Öl zu Hause in einer Schüssel über einem Wasserbad herzustellen. Hier gibt es kein richtig oder falsch.

Das Wasser wird nie heißer als 100 Grad, daher kann das THC nicht verdampfen. Im Internet gibt es verschiedenste Angaben, wie lange das Öl stehen soll. Während ein Teil meint, dass 1,5 Stunden bereits ausreichend seien, meinen andere, dass das Öl ruhig 6+ Stunden stehen sollte, um möglichst „potent“ zu werden. Wer die Zeit hat, sollte einfach Mal einen Direktvergleich durchführen. Eine Schüssel für 1,5 Stunden, die andere für 4-6 Stunden. 

Decarboxylierung im Öl

Eine ebenfalls weit verbreitete Methode der Infusion, die wenig Zeit braucht und einfach ist, ist die der Decarboxylierung direkt im Öl. Man kombiniert erst Öl und Blüten in einer Schüssel und stellt diese dann auf ein Wasserbad. Nach einigen Stunden hat man ein fertiges Öl.

Tests zeigen, dass eine Infusion, die so durchgeführt wird, zwar viele der Cannabinoide aufnimmt, diese jedoch nicht decarboxyliert. Bei einem Test der Firma Ardent wurde nach fast 2 stündiger Infusion lediglich 33% der THC-Säure zu THC umgewandelt. Im konkreten Beispiel heißt das, dass ein Edible, in dem 100 mg THC enthalten sein sollen lediglich 33 mg echtes THC sind und 67 mg THC-Säure. Das heisst, dass ein solcher Edible nur 1/3 so stark ist, wie angenommen. Daher ist das Decarboxylierung der Blüten wirklich ein Muss. 

Die richtige Dosis

Nun, da wir unsere Blüten decarboxyliert und in Öl infused haben, kann das Backen beginnen. Der erste Advent steht vor der Tür und die Weihnachtsbäckerei ist wieder geöffnet. Mit dem entstandenen Öl kann nun gearbeitet werden, man muss lediglich die Dosierung beachten.

Eine einfache Formel dazu geht wie folgt: Blüten in g x 1000 x Prozent THC. Ein Beispiel: 10g Blüten mit 15% ergibt 10x1000x0,15= 1500mg THC im Öl. Dementsprechend braucht man nur geringe Mengen des Öls, um eine Speise mit Cannabis anzureichern. 

Das Gesundheitsamt in Washington und Colorado in den USA empfiehlt 10mg THC als eine Dosis, daher ist es empfehlenswert mit dieser Dosis anzufangen. Mit mehr Erfahrung kann man sich auch an höhere Dosen herantasten, mehr geht immer, wenn es erst einmal wirkt, ist es schwer, die Wirkung abzuschwächen. CBD-Öle oder CBD Blüten können im Notfall jedoch Wunder wirken. 

Viel Spaß beim Weihnachtskekse backen wünscht das Hanfmagazin.

[1] https://www.hanf-magazin.com/genusskonsum-von-cannabis/cannabis-essen/decarboxylierung-wie-man-cannabis-aktiviert/

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