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Kanadische Cannabisunternehmen auf dem deutschen Markt

Der legale und medizinische Cannabismarkt in Europa umfasst laut New Frontier Data rund 38 Millionen Euro. Momentan kann Europa selbst diesen Markt nicht sättigen, um den noch wachsenden Ansprüchen zu genügen, muss auf internationale Ressourcen zurückgegriffen werden. Gleichzeitig soll eine Energiespritze in die lokale Produktion erfolgen.


In Kanada existiert bereits ein legaler Markt, weshalb sich dieses Land auch als primärer Lieferanten für Europa anbietet. Die Exporte steigen zurzeit in den Himmel. Im Jahre 2017 wurden noch 500 kg Cannabis exportiert, im darauffolgenden Jahr waren es bereits 1,460 kg. Seitdem der medizinische Gebrauch von Cannabis international zunehmend an Anerkennung gewinnt, kämpfen die führenden kanadischen Unternehmen um die Lieferketten.

Deutschland braucht am meisten Cannabis

Der Import von Cannabis nach Deutschland betrug in der ersten Hälfte des Jahres 2019 stramme 2500 kg. Auch wenn der Eigenanbau geplant ist, besteht immer noch die Abhängigkeit vom internationalen Markt. Bisher importieren lediglich Kanada und die Niederlande medizinisches Cannabis nach Deutschland.

Kanadische Unternehmen kämpfen um die Versorgung Deutschlands. Neulich hat iuvo Therapeutics ihren ersten legalen Import von kanadischem Cannabis bestätigt. Neben diesem Unternehmen verfügen noch Aurora, Canopy Growth Corp, Cronos Group, Tilray und Wayland über Importlizenzen nach Europa sowie über zertifizierte Anlagen.

Ende 2019 unterschrieb das Unternehmen Tilray einen Vertrag für den legalen Export nach Deutschland. Cannabis im Wert von 3,3 Millionen Dollar wechselt hier den Besitzer. Auch die Firma Cronos hat bereits einen Fünfjahresvertrag mit Pohl-Boskamp abgeschlossen, einem deutschen Pharmaunternehmen. Auch Canopy Growth Corp hat sich bereits Anteile am europäischen Markt gesichert, ihr Hauptsitz soll in Dänemark platziert werden.

Erst zu Anfang 2021 kann man Produkte von deutschen Unternehmen erwarten. Bis dahin ist das Land noch von kanadischen Cannabis abhängig. Insgesamt wurden 13 Lizenzen für Anbauer verteilt, fünf davon gingen an Aurora Cannabis und vier an Aphira.

Export von Cannabis und Cannabisprodukten

Den Rest Europas haben sich die Unternehmen bereits zu einem großen Teil aufgeteilt. Tilray beispielsweise exportiert auch Cannabisprodukte nach Irland, Kroatien, Tschechien und noch zahlreichen weiteren europäischen Länder. Canopy Growth Corp wirkt auch im Vereinigten Königreich, Spanien und Dänemark. Aurora Cannabis hat Einfluss auf Malta, Italien, Luxemburg, Portugal und Polen. 

Internationale Konkurrenz im Cannabisbusiness wächst

Durch die frühe Legalisierung haben kanadische Firmen einen großen Vorsprung auf dem globalen Markt. In diesem Land konnten sich bereits kapitalstarke Unternehmen etablieren. Lokale Projekte in den jeweiligen Ländern profitieren im Gegenzug von dem intellektuellen Wissen über ihren Standort. Das könnte für einen rapides Wachstum sorgen.

Aufgrund der steigenden Konkurrenz aus Kanada hat auch die Niederlande entsprechende Vorkehrungen getroffen. Ein Vierjahresplan ist vorhergesehen, der alle Coffeeshops dazu zwingt, ihr Marihuana von staatlich anerkannten Growern zu besorgen. Dadurch soll der Schwarzmarkt eingedämmt werden und die legalen Grower sollen mehr Kapital aufbauen.

Desweiteren gibt es noch Kompetenz außerhalb Europas. Ein israelisches Unternehmen namens Breath of Life Pharma hat bereits Expansionen für die EU, Kanada und auch Australien geplant. Ebenso entwickelt ein anderes Unternehmen aus demselben Land namens Kalytera CBD und neuartige Medikamente auf Hanfbasis, die in den USA und Europa auf den Markt gebracht werden sollen.

Auch in Lateinamerika brodelt die Konkurrenz auf, Kolumbien will den rasenden Zug nicht verpassen. Ein Unternehmen namens Clever Leaves durfte bereits zu Anfang 2019 Cannabis für wissenschaftliche Untersuchungen nach Kanada schicken. Dasselbe Unternehmen erhielt als eines der ersten in Lateinamerika die Erlaubnis, auch nach Europa zu exportieren.

Kanada könnte in Zukunft weiterhin Marktführer bleiben. Es ist abzuwarten, ob die ausländische Konkurrenz ausreichende Marktanteile abgreifen kann oder nicht.

Quellen

Canadian cannabis cultivators spy opportunity in Europe

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