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79 Coffeeshops in 10 Städten Hollands werden bald staatlich kontrolliertes Cannabis einkaufen

Die Coffeeshops der Niederlande können ihr Cannabis bisher leider nicht legal über einen Großhändler beziehen, noch nicht. Doch 2021 soll ein Modellprojekt beginnen, in dem diese Möglichkeit getestet werden soll. Mit dem Versuch will die Regierung herausfinden, ob eine umfassende Reform der Cannabispolitik sinnvoll ist. In der Vergangenheit hatte man den Handel in den Shops zwar toleriert, doch kaum Anstrengungen unternommen, um die blühende niederländische Cannabis-Szene aus der Illegalität zu holen.


Über 500 Coffeeshops können Cannabis legal verkaufen, müssen jedoch illegal einkaufen

Seit Jahrzehnten sind die Niederlande als ein Mekka für Cannabis bekannt. Obwohl Cannabis dort nicht wirklich legal ist, lässt die tolerante Haltung der Regierung den Handel, Besitz und Konsum zu. Um einige der über 500 Coffeeshops des Landes zu besuchen reisen Menschen aus allen Teilen der Welt an, obwohl andere Länder in Sachen Liberalisierung von Cannabis längst an Holland vorbeigezogen sind. Dennoch, seit Jahrzehnten lebt man in paradoxen Zuständen. Im Coffeeshop darf der Kunde legal sein Cannabis kaufen, doch der Shop selbst muss sich seine Ware auf illegalen Wegen beschaffen.

Die Teilnehmer des Modellprojektes beziehen Cannabis aus staatlichem Anbau

Seit einiger Zeit ist daher ein Modellprojekt im Gespräch, bei welchem die teilnehmenden Coffeeshops ihre Ware vier Jahre ausschließlich lang über staatlich organisierte Produktion beziehen werden. Viele Shops und Gemeinden hatten sich aber gegen die Teilnahme ausgesprochen. Einerseits befürchteten sie, dass die Auswahl der Cannabisprodukte zu gering sein könnte, andererseits gibt es keine Garantien dafür, was nach der vierjährigen Testphase geschehen wird und ob man dann wieder in die Illegalität zurückkehren müssen wird. Außerdem bedeutet für viele Gemeinden die Teilnahme am Modellprojekt, dass sie nur noch an Einheimische Cannabis abgeben dürften. Dies gilt insbesondere für grenznahe Städte. Amsterdam, Rotterdam, Den Haag, Utrecht und andere Städte werden nicht am Modellversuch teilnehmen.

Manche teilnehmenden Coffeeshops dürfen nicht mehr an Touristen verkaufen

Mit zehn Gemeinden wird das Experiment nun ausgearbeitet und durchgeführt, Arnheim, Almere, Breda, Groningen, Heerlen, Hellewoetsluis, Maastricht, Nimwegen, Tilburg und Zaanstad. Der niederländische Bundesrat prüft derzeit den entsprechenden Gesetzentwurf, der das Modellprojekt genehmigungsfähig machen soll. Für Touristen, die ab 2021 gerne Coffeeshops in Holland besuchen möchten, lohnt es sich also, sich zu erkundigen, ob ihr Wunschziel zu den Gemeinden gehört, in der Cannabis nur an Einheimische abgegeben werden darf.

Wie sinnvoll sind begrenzte Cannabis-Modellprojekte?

Mit dem Modellprojekt will die Regierung feststellen, wie sich eine umfassendere Legalisierung auf Aspekte wie die öffentliche Gesundheit und Sicherheit auswirken würde. Leider ist es schwierig, durch solche regional begrenzten und auf Personengruppen beschränkten Experimente an valide Daten zu kommen. Die Auswirkungen auf den Schwarzmarkt und die Drogenkriminalität zum Beispiel kann nur ausgewertet werden, wenn keine Erwachsene Person noch auf illegale Quellen angewiesen wäre.

Ist das nicht so, hat die Drogenkriminalität immer eine Existenzgrundlage. Dieses Problem wird auch Luxemburg in Luxemburg nach der baldigen Legalisierung bestehen bleiben, denn auch dort sind Touristen vom legalen Handel mit Cannabis ausgeschlossen. Außerdem soll es eine THC-Obergrenze für legale Cannabisprodukte geben, die vergleichsweise niedrig ist. Also werden sowohl Besucher des Landes als auch diejenigen, die stärkeres Cannabis mögen, ihr Geld weiterhin beim Dealer ausgeben müssen.

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