Home » Hanf News » Lieferengpässe für medizinisches Cannabis in München

Lieferengpässe für medizinisches Cannabis in München

Weil immer mehr Patienten von Apotheken in der bayerischen Landeshauptstadt wegen nicht vorrätiger Sorten zurückgewiesen werden, soll eine Petition für den überwachten Anbau von Cannabis das Problem beseitigen.

Für viele Patienten war die Legalisierung von Cannabis als Medizin in Deutschland eine Erleichterung. In der Praxis ruft die Versorgung allerdings Frustration hervor. Vor allem in München haben Apotheken mit extremen Lieferengpässen zu kämpfen. Das in Deutschland verkaufte medizinische Cannabis wird aus den Niederlanden und Kanada importiert.

Die Ortsgruppe München des DHV startete deshalb eine Petition, die den Anbau von Cannabis vor Ort ermöglichen soll. Es dürfe nicht sein, dass Patienten ihr Rezept nicht einlösen können oder auf eine andere Sorte wechseln müssen, weil ein Produkt eingestellt, nicht nachgeliefert werden kann oder nicht vorrätig ist, stellt der Sprecher der Ortsgruppe fest. Außerdem können Schwerkranke nicht den ganzen Tag von Apotheke zu Apotheke laufen, heißt es.

Das Problem der Unterversorgung ist auch unter Apothekern bekannt. Für Apotheken, die sich nicht auf Cannabis spezialisiert haben, lohnt sich ein größerer Vorrat nur bei einem großen Kundenstamm. Leider gibt es von diesen Apotheken nicht allzu viele. In einer herkömmlichen Apotheke seien zwei Monate Lieferzeit nicht ungewöhnlich, sagt Apotheker Dr. Jürgen Leikert.

Durch das wegen absurder Voraussetzungen gestoppte Bewerbungsverfahren für den legalen Anbau von Cannabis zu medizinischen Zwecken in Deutschland ist auch in der nahen Zukunft keine Lösung für Patienten in Sicht. Die erste deutsche Ernte, die für das Jahr 2019 geplant war, ist dadurch geplatzt und die Kriterien für die Vergabe einer Anbaulizenz müssen nun neu vergeben werden.

Mit der Petition will die DHV Ortsgruppe München nun den regionalen Anbau erzwingen. Die meisten der Oppositionsparteien befürworten diese Initiative. Selbst der gesundheitspolitische Sprecher der CSU äußerte sich positiv. Die Stadt München verweist jedoch darauf, dass der Antrag auf Bundesebene genehmigt werden müsse.

Hilf' mit und teile diesen Beitrag!

2 comments

  1. Ein Journalist des Radiosenders Bayern 5 unterstellt dem Hanf Magazin in diesem Beitrag: https://www.br.de/radio/b5-aktuell/sendungen/der-funkstreifzug/pod-der-funkstreifzug-12082018-cannabis-100.html die Vortäuschung von Lieferengpässen durch die falsche Wiedergabe des Apothekers. Darüber hinaus wird im Anschluß das Hanf Magazin analysiert, so als ob es beim Thema Lieferengpäasse nur um wirtschaftliche Interessen der Hanfbranche ginge. Was sagt ihr dazu?

    • Die gesamte Herleitung des Journalisten beruht eben auf einer sehr oberflächlichen Recherche die genau das suggeriert was du ansprichst – nämlich, dass es dabei nur um wirtschaftliche Interessen geht. Hätte man uns mal gefragt warum wir das tun was wir tun und wie sich das Hanf Magazin langfristig finanzieren soll, wäre es vielleicht etwas klarer geworden. Zu den Worten des Apothekers können wir auch nur den Kopf schütteln. Hier wurden zwei verschiedene Aussagen getätigt, auch wenn es stimmen mag, dass man zu den Lieferengpässen ggf. hätte erwähnen können, dass es sich „nur“ um bestimmte Sorten handelte.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

*