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Ist die Entwicklung des Schwarzmarktes ein Argument für oder gegen die Legalisierung von Cannabis?

In der Debatte über die Legalisierung von Cannabis gibt es Argumente, die sich Befürworter und auch Gegner gleichermaßen zu Eigen machen. Dazu gehören die Konsumraten, die den statistischen Erhebnungen zufolge stetig ansteigen. Die scheidende Drogenbeauftragte der deutschen Bundesregierung hat erst kürzlich wieder medienwirksam den rasanten Anstieg des Konsums unter Jugendlichen moniert, dass der Konsum unter Erwachsenen im gleichen Zeitraum ebenfalls enorm zugenommen hat, wird an dieser Stelle gern verschwiegen.


Die Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EBDD) hat gerade ihren neuen Bericht veröffentlicht, mit dem sie versucht, die Entwicklungen im Konsumverhalten der Europäer zu erfassen. Im aktuellen Jahresbericht wird vor allem die Vielfalt von Cannabisprodukten hervorgehoben, die mittlerweile auf dem Schwarzmarkt verfügbar sind. Aber auch die immer höheren Werte der Wirksubstanz Tetrahydrocannabinol (THC) geben dem EBDD Anlass zur Sorge.

Die Vielfalt und Potenz von Cannabisprodukten auf dem Schwarzmarkt ist mit den internationalen Legalisierungen extrem angestiegen

Die EBDD, die auch EU-Drogenagentur genannt wird, warnt vor dem wachsenden Rauschpotenzial von Cannabisprodukten, die den Konsumenten auf dem europäischen Schwarzmarkt angeboten werden. Eine genaue Überwachung der Wirkung und möglicher gesundheitlicher Folgen für die Nutzer sei unerlässlich, so fordert der EBDD-Jahresbericht. Als Begründung für die Entwicklung des Cannabis-Schwarzmarktes werden internationale politische Entwicklungen, Fortschritte bei Anbau und Produktion, sowie sich stets veränderte Präferenzen der Konsumenten genannt. Die Entstehung von legalen Märkten weltweit geht auch am illegalen Handel nicht spurlos vorüber.

Die EBDD zeigt sich neutral in der Cannabisdebatte

Der Bericht, und auch die EBDD selbst, bemühen sich weitgehend darum, sachlich und ohne ideologische Meinungsfärbung mit den Zahlen umzugehen. Der Direktor der EBDD, Alexis Goosdeel, betont lediglich, dass die Dynamik und Diversität des Cannabismarktes die Gesellschaft und Politik vor große Herausforderungen stellen.

Es sei wichtig, dies genau zu beobachten und die Erkenntnisse in die Debatte über cannabispolitische Entscheidungen einfließen zu lassen. Wie dies gemeint ist, bleibt der Interpretation des Einzelnen überlassen. Während manche die Zahlen des EBDD-Berichts gerne zum Anlass nehmen möchten, Cannabis noch vehementer zu bekämpfen, sehen andere die Chance für verbesserten Gesundheits- und Jugendschutz in der Regulierung eines legalen Marktes.

Cannabis wird in vielfältiger Form von Menschen jeden Alters verwendet

Wie die Zahlen der EBDD zeigen, ist Cannabis eine Volksdroge, die längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist. Allein in der Altersgruppe der 15-34jährigen in der Europäischen Union soll es demnach 17,5 Millionen Menschen geben, die 2018 Cannabis konsumiert haben. Außerdem sollen ein Prozent der 15-64jährigen täglich oder beinahe täglich konsumieren.

Neben den immer potenter werdenden Cannabisblüten werden auch Extrakte und Edibles erwähnt, die durch effiziente Extraktionsverfahren immer höhere THC-Werte aufweisen. Und auch auf die Gefährlichkeit von künstlichen Cannabinoiden wie sie in legal Highs wie zum Beispiel Spice vorkommen, weist der Jahresbericht der Beobachtungsstelle hin.

Mittlerweile hat die EBDD Kenntnis von über 180 solcher synthetisierter Cannabinoiden. Ja, diese Zahlen sprechen eine deutliche Sprache, sie zeigen eindrucksvoll, dass die aktuelle Cannabispolitik eine Ressourcenvergeudung ohne nennenswerten Erfolg ist. Leider ist kaum davon auszugehen, dass zum Beispiel deutsche CDU-Politiker den Bericht der EBDD so interpretieren.

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