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Coronakrise – Verfügbarkeit von deutschem Medizinalhanf verzögert

Bis Oktober diesen Jahres sollen planmäßig die ersten Ernten von medizinischem Cannabis in Deutschland eingefahren werden und bereit für den Vertrieb sein. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hatte kürzlich in einer Mitteilung geäußert, dass sich die Auslieferung des national erzeugten Medizinalhanfs unter Umständen verzögern könnte. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die anhaltende Corona-Pandemie einige Abläufe in der Herstellung beeinträchtigt hat, ebenso den Prozess der Ausschreibung für den Vertrieb der medizinischen Cannabisprodukte. 

Ausschreibung für Vertrieb muss geändert werden

Das BfArM hatte vor Kurzem Änderungen an der Ausschreibung für den medizinischen Cannabisvertrieb vorgenommen. Die Antragsfrist für die Bewerber wurde schon zum zweiten Mal verlängert. Ursprünglich war der 28. April der Stichtag. Dann wurde die Frist bis zum 26. Mai verlängert, jetzt soll es der 9. Juni sein. Die Verbindlichkeit der Angebotsmodalitäten müssen bis zum Ende August gewährleistet sein.

In der aktuellen Version der Ausschreibung ist festgelegt worden, dass ein geeigneter Bewerber dazu in der Lage sein müsse, zum 1. November mit der Erbringung der ausgeschriebenen Dienstleistung, also dem Vertrieb des Cannabis, zu beginnen. Durch die Pandemie und die dadurch bedingten Beeinträchtigungen könnte der tatsächliche Termin für den Vertriebsbeginn allerdings etwas später sein. Dies hängt unter anderem davon ab, wann die erste Ernte bereitstehen wird.

Ein Unternehmen allein soll Vertrieb übernehmen

Die deutschen Tochtergesellschaften der kanadischen Cannabisproduzenten Aphria und Aurora und das Unternehmen Demecan sind die drei Hersteller, die sich für eine Ernte in diesem Jahr bereit machen, die in den hiesigen Apotheken angeboten werden sollen. Pro Jahr sollen 2,6 Tonnen Cannabis in pharmazeutischer Qualität in Deutschland angebaut werden. Vorläufig ist die Produktion für vier Jahre lizenziert worden. Von vielen Seiten wird kritisiert, dass die bewilligten Anbaumengen bei Weitem zu gering berechnet worden sind, die am Ende über ein einziges Vertriebsunternehmen gehandelt werden sollen.

BfArM hatte mit Pannen gekämpft

Im Grunde wäre es geradezu ein Novum gewesen, wenn die Ausschreibung für den Vertrieb der deutschen Produktion des Medizinalhanfs ohne Pannen oder Verzögerungen ablaufen würde. Das BfArM hatte sich schon bei der Ausschreibung des nationalen Anbaus nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Das erste Bewerbungsverfahren scheiterte aufgrund der Beschwerden von Bewerbern. Per Gerichtsurteil wurde die Ausschreibung damals gestoppt. Erst ein zweiter Anlauf, der jedoch auch nicht ohne Verzögerungen vonstatten ging, brachte am Ende ein Ergebnis. Nun bleibt abzuwarten, wann die Apotheken tatsächlich damit rechnen dürfen, Cannabis aus nationalem Anbau an die Patienten abzugeben.

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