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Bestimmt unsere DNA wie Cannabis wirkt?

Da die Menschen für gewöhnlich durch andere zu ihrer ersten Cannabis-Erfahrung gekommen sind, konnten die meisten schon Beobachtungen darüber anstellen, wie Cannabis bei Mitmenschen wirkt. Auch hatten viele schon gemeinschaftliche Kiff-Erlebnisse und sind Zeuge geworden, wie der eine über die Maßen lacht und albern wird, der andere kreativ, tiefgründig, relaxed oder müde, der nächste wiederum aufgeregt oder sogar paranoid. Wissenschaftler wollen nun den Hintergründen dafür auf die Spur kommen, wie die Menschen Cannabis individuell unterschiedlich erleben.


Nicht nur die Cannabis-Sorte entscheidet über die Wirkung

Wenn man von verschiedenen Wirkungen von Cannabis spricht, denken viele auf Anhieb an die Unterschiede zwischen Indica und Sativa, oder sogar noch Sorten-spezifischeren Effekten. Diese sind nicht zu leugnen, aber auch beim Konsum ein und derselben Sorte innerhalb eines Personenkreises stellen sich individuell unterschiedliche Wirkungsweisen ein. Die Cannabinoide und Terpene, die in Cannabis enthalten sind, interagieren unterschiedliche mit der internen Biochemie jedes Menschen.

Die Bedeutung der DNA für das individuelle Cannabis-Erlebnis

Natürlich spielen Aspekte des Lebensstils, wie die Häufigkeit von Bewegung und Sport, die Schlafgewohnheiten und Ernährung oder die grundsätzliche körperliche Verfassung für die Wirkung von Cannabis eine Rolle. Es unterliegt also auch einer Art Tagesform. Aber generell ist die Funktionalität und Kondition des Endocannabinoidsystems (ECS) entscheidend für das individuelle Cannabis-Erlebnis, ebenso die Neuronen im Gehirn und im Körper, die auf die Vorgänge im ECS reagieren. In der DNA wiederum sind spezifische Anweisungen enthalten, wie das eigene ECS funktioniert und interagiert. Dies bestimmt also auch maßgeblich über die Empfindungen, die eine Person unter dem Einfluss der Substanzen hat.

Die DNA entscheidet über die Wirkung von CBD und THC

Der genetische Unterschied zwischen den Menschen ist verschwindend gering. Tatsächlich unterscheiden wir uns nur zu maximal 0,5 Prozent voneinander, egal wie verschieden wir äußerlich oder in unseren Fähigkeiten sein mögen. Ein Gen ist ein Abschnitt der DNA, der den Code für die Produktion oder Koordination unterschiedlicher Moleküle im Körper beinhaltet. Diese entscheiden über den Zustand und die Funktion des Organismus, in dem sie verortet sind. Sie sind damit leider nicht nur dafür verantwortlich, ob wir grüne, blaue oder braune Augen haben. Sie sind leider auch potentielle Quellen für Erbkrankheiten oder sogenannte genetische Defekte. Und sind auch entscheidend dafür, wie sich der Konsum der Cannabinoide THC und CBD, aber auch anderer Substanzen auf einen Menschen auswirkt.

Gene können die Wirkung von Cannabis beeinflussen

Es gibt Gene, die die Codes für die Bildung von Enzymen und Proteinen enthalten. Diese machen wichtige Bestandteile des Gehirns und des Körpers aus. Der klinische Endocannabinoidmangel ist ein genetisch verursachter Defekt, der sich in vielen Folgeerkrankungen äußern kann. Wer unter dem Cannabinoidmangel leidet kann beispielsweise viel mehr Cannabis vertragen als der Durchschnitt der Bevölkerung. Es wurden aber auch schon Gene entdeckt, CYP2C9 und CYP2C19, die dafür verantwortlich sind, dass der träger des Gens Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD) bis zu 30 Prozent langsamer abbaut. Diese Personengruppe empfindet also eine längere und stärkere Wirkung nach dem Cannabiskonsum.

Entscheidungen über Behandlungen mit Cannabis müssen individuell getroffen werden

Wenn diese Erkenntnisse eines klar unterstreichen, dann ist es die Notwendigkeit für eine präzise, individuelle Ermittlung der Dosis von Cannabis-Medikamenten für Patienten. Denn pauschale Dosierempfehlungen sind definitiv nicht sinnvoll. Auch rückt dies das Patientengespräch, eine sorgfältige Anamnese, in den Mittelpunkt einer effizienten Behandlung. Und diese Folgerungen wiederum betonen, wie wichtig es ist, die Behandlung von Patienten mit Cannabis den Ärzten zu überlassen. Keine Krankenkasse wird den Einblick in die persönliche Situation und die vielen individuellen Gegebenheiten eines Patienten haben, den es braucht, um sachgerecht Entscheidungen über eine Cannabistherapie treffen zu können.

Beim Cannabiskonsum muss man nicht mit anderen mithalten

Wenn man sich als Genusskonsument bisher gewundert hat, warum die meisten im Freundeskreis so viel mehr vertragen können, so kann man also hier vielleicht eine Antwort finden. Leider wird in jugendlichen Kreisen noch gern damit geprahlt, wie viel Cannabis mit höchsten THC-Werten man konsumieren kann. Eigentlich ist das wahrscheinlich kein Grund für Jubel, es könnte auch ein genetisch bedingter Cannabinoidmangel sein. Außerdem kommen Menschen, die sensibler auf die Wirkstoffe ansprechen, in der Regel günstiger weg. Es kann folglich durchaus positiv sein, wenn man empfindlich auf Cannabis reagiert. Will man Cannabis für den Genuss konsumieren, muss man im Grunde beachten, dass es nicht umsonst Genuss heißt. Sobald es unangenehm wird, hat man es übertrieben, und wenn man generell Angstzustände oder Nervosität verspürt, sollte man darüber nachdenken, ob man es vielleicht nicht gut verträgt und lieber bleiben lässt.

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