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Della im Interview – zur Behandlung mit Iboga

Erst nach über sieben Jahren - gehaltvolle Wurzelrinde
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Zweiter Teil von: „Eine „Droge“ gegen die Drogensucht?“

Della betreibt auf Facebook „Ibogain Germany“ und möchte anderen aus der Drogensucht helfen. Eine problematische Sucht liegt immer im Kopf und basiert auf ein Trauma, welches zum anhaltenden Substanzmissbrauch führt. Wer seinen Geist nicht heilt, der kommt aus dem Dilemma einer problematischen Sucht nicht heraus. Die Behandlung mit Iboga kann dem Süchtigen helfen, seine inneren Probleme zu bewältigen, um ein normaleres und eigenständiges Leben nach der Sucht zu beginnen, ohne bei jeder Gelegenheit einen Rückfall zu erleiden. Es geht beim Iboga auch darum, die innere Leere, die nach der Entwöhnung unweigerlich zum Rückfall führt, zu schließen.

Wer den ersten Teil noch nicht gelesen hat, beginnt bitte hier: „Eine „Droge“ gegen die Drogensucht?“ Iboga ist nicht ungefährlich. Deswegen ist es wichtig, sich umfassend zu informieren, bevor man anderen davon erzählt oder es für sich selber anwendet.

Nun der zweite Teil vom Interview mit Della rund um Iboga
Hanf Magazin – Robert Brungert: Ibogain ist als Alkaloid eine sehr mächtige Substanz. Bei einer falschen Anwendung kann die Einnahme tödlich enden. Du bist also ein Mentor oder Sitter, der Süchtige auf ihre Eignung prüft und im Trip begleitet?

Della: Es sind schon lange Zeit sichere Dosierungen für alle möglichen Behandlungsarten von Ibogain bekannt und meiner Meinung nach vollkommen unbedenklich, vorausgesetzt, man hält sich an die Vorgaben. Das ist bei Ibogain wirklich wichtiger, als bei allen anderen Substanzen, die mir bekannt sind und sollte unbedingt eingehalten werden. Dann hat man keinerlei Grund, sich zu sorgen. Mir kommt es so vor, diese Panikmache um die Todesfälle wurde durch die wachsende Ibogaindustrie geschürt und soll die Menschen wahrscheinlich davon abhalten, die Behandlung zuhause auf billigste und einfachste Weise, in Selbstverantwortung, durchzuführen.

Was ich bin? Ich bin jemand, der wie viele andere Jahrelang gekämpft hat und durch Ibogain den nötigen Frieden für Heilung gefunden hat. Diese Information konnte ich doch nicht nur für mich behalten, dass musste ich doch teilen, verbreiten! Dadurch wurde ich dann konsultiert, um Einnahmen beizustehen. So kam das eine zum anderen …

Heute versuche ich jedem, der danach sucht, den Zugang zu ermöglichen. Einfach und unkompliziert, ohne dubiose BITcoin Geschäfte mit Afrika.

Hanf Magazin – Robert Brungert: Unserem Vorgespräch war bereits zu entnehmen, dass es Iboga als unterschiedliche Formen gibt. Es gibt das reinigende HCL Ibogain, welches auch zum Übergeben führt. Dann gibt es Ibogain, welches eine noch intensivere Reise in das Innere ermöglicht. Wie genau muss ich mir das vorstellen?

Della: Es gibt dieses bereits erwähnte HCL, das vorwiegend bei Entzügen eingesetzt wird und überall da, wo man eine suchtstoppende Wirkung erzielen möchte. Diese starke Konzentration entgiftet den Körper so extrem, das zum Beispiel der schmerzhafte Opiatentzug quasi über Nacht stattfindet. Dies klingt tatsächlich für viele zu schön, um wahr zu sein. Weil es tief in unserem Glauben verankert ist, dass der Entzug quälend, schmerzhaft und lang sein muss. Ich hoffe, viele Menschen erkennen die Tatsache bald, dass dies alles nicht mehr nötig ist.

Für alle Probleme und Lösungen jenseits des Bewusstseins und für Spirituelle Entwicklung als die eigentliche Iboga-Verwendungsform wird heute vorwiegend chemisch stabiles Total Akaloid (TA) verwendet. Diese Form enthält mehr Alkaloide, die für die Visionen verantwortlich sind. Hierbei steht die geistige Entwicklung im Vordergrund und ist deshalb auch körperlich viel weniger anstrengend, als der Entgiftungstrip.

Hanf Magazin – Robert Brungert: Dieses HCL und TA wird lediglich aus den Wurzeln vom Iboga extrahiert? Ohne den Baum geht es jedoch nicht?

Della: Es ist ja eigentlich ein Strauch. Und was alles genau verwendet wird kann ich nicht sagen

Hanf Magazin – Robert Brungert: Das alles ist mit Aufwand und Kosten verbunden sowie es ohne den kundigen Mentor nicht geht. Ibogain darf nur genommen werden, wenn andere Substanzen bereits komplett abgebaut wurden. Worauf genau ist zu achten? Mit welchen Kosten muss ein Süchtiger rechnen, damit es ihm auch helfen kann?

Della: Die Maschinerie Iboga wächst unaufhörlich. Wo stetiger Bedarf ist, wird natürlich Geld gemacht, eine normale Entwicklung, denke ich. Ich kenne die Preise der verschiedenen Kliniken nicht, aber ich denke, dass es von € 5.000 aufwärts geht. Die Kliniken mit medizinischem Hintergrund nehmen wegen ihrer anfallenden Kosten natürlich auch mehr Geld, als ein Tripsitter, der aus Überzeugung begleitende Überwachungsarbeit leistet. Ich habe damals (2010) in Thailand für mein erstes „geführtes“ nicht medizinisch überwachtes Treatment $4000,- Dollar bezahlt, ohne Anreise und Unterkunft versteht sich.

Ich finde diese Einrichtungen haben alle Ihre Berechtigung und sicherlich auch ihr Zielpublikum. Die Menschen suchen in dieser Welt von heute offensichtlich immer intensiver nach neuen funktionierenden Werkzeugen.

Aber all jene, die sich eine Ibogain-Behandlung wünschen, aber nur über begrenzte finanzielle Möglichkeiten verfügen, sollten meiner Meinung nach eine Behandlung zuhause anstreben. Sicherlich gibt es schönere Plätze und bessere Umstände für die Einnahme, aber Ibogain entfaltet, egal wo eingenommen, seine Suchtreduzierende Wirkung.

Hanf Magazin – Robert Brungert: Angenommen, dass ich nicht komplett ausgenüchtert bin und Iboga einnehme, was würde passieren?

Della: Ich würde es nicht ausprobieren! Ich weiß nur, dass einige der Todesfälle in Bezug auf Ibogainbehandlungen auf das zurück zuführen waren.

Hanf Magazin: Im Vergleich zu anderen gängigen Therapiemaßnahmen wären selbst 5000 US-Dollar doch recht günstig? Jede Woche Drogentherapie kostet tausende Euro und die meisten Patienten erleiden sehr schnell ihren Rückfall.

Della: Ja, ich habe ja selber alle Arten der Therapie durchgemacht und das alles hat nichts dauerhaftes in mir verändert.

Getrocknete Iboga Wurzelrinde für die Reise in das Innere

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Hanf Magazin – Robert Brungert: Wieweit begünstigt ein positives Umfeld eine positive und heilende Triperfahrung? Wie bereitest du deine Patienten vor, wie lange dauert eine therapeutische Behandlung und wie schickst du die Patienten in ihr hoffentlich suchtfreies Leben?

Della: Ja, das alles richtet sich nach den jeweiligen Zeitrahmen, Gegebenheiten und Voraussetzungen. Bei Gruppentreatments im Ausland wird immer ein Arzt gestellt, der die anfänglichen Untersuchungen macht, sich mit mir die Aufsicht teilt und die Verantwortung übernimmt. Im Grunde muss ich eine Vertrauensbasis aufbauen, denjenigen dabei unterstützen, den wichtigen und gefürchteten Schritt auf null Substanz-Einnahme zu machen. Ich unterstütze sie bei allen Fragen mental und verabreiche gegebenenfalls „Changa“ (rauchbarens DMT) als Erleichterung und Vorbereitung auf die Session.

Die wichtigen und elementaren lebensverändernden Einsichten und diesbezügliche Fragen tauchen erst nach der Behandlung auf. Deswegen bleibe ich für alle noch lange nach der Behandlung erreichbar. Sozusagen als Rückhalt.

Hanf Magazin – Robert Brungert: Sich mit sich selber zu befassen ist etwas anderes, als sich ein paar Drinks oder Tabletten zu geben, um mit Freunden zu feiern. Bei einigen Substanzen geht es um den Moment, bei anderen darum, etwas aus dem Trip mit zu nehmen. Ist Ibogain in dem Moment der Einnahme überhaupt angenehm?

Della: Ich glaube, Ibogain wird in keiner Darreichungsform als angenehm empfunden. Die Entgiftung mit HCl ist sicherlich mit Abstand die mühsamste und körperlich anstrengendste aller Ibogain-Erfahrungen. Doch die Anstrengungen lohnen sich in jedem Fall. Ich persönlich kenne keine schnellere und wirkungsvollere Weise, Körper und Geist zu entgiften.

Aber auch den Trip mit TA für die spirituelle Entwicklung würde ich mit einer Art von anstrengenden psychischen Geburt vergleichen. Mit einer lustigen oder angenehmen Partydroge hat Ibogain gar nichts gemein.

Hanf Magazin – Robert Brungert: Du hast mehrfach Iboga genommen, bis du stabilisiert warst und dein heutiges Leben damit führen kannst. Du hast aber schon seit deiner Kindheit in Afrika einen Bezug zu dieser Iboga-Kultur. Hast du es vorher schon für die spirituelle Erfahrung genommen? Oder erst zur eigenen Suchtbehandlung?

Della: Iboga hat in Afrika viele Namen und man erfährt in der Regel nicht, was in den Getränken, Tinkturen und Pasten ist. Ich war leider noch zu klein um an rituellen Festen teilzunehmen zu dürfen.

Das war der zweite Teil der Serie: „Eine „Droge“ gegen die Drogensucht?“. Weiter geht es mit „Dellas Arbeit – Ibogain Germany“.

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