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Das Christentum und Cannabis

„An Weihnachten wird nicht getrunken!” Dafür, dass in der Bibel nur allzu selten von Wasser und dafür umso häufiger von Wein die Rede ist, distanziert sich die Kirche heutzutage stark von jeglichen Drogen. Dabei stellt sich die Frage, inwiefern das Christentum und Cannabis aneinandergeraten sind. Immerhin ist Cannabis seit Jahrtausenden in den unterschiedlichsten Zivilisation zu finden. Darum soll hier ein tieferer Blick auf die Wechselwirkungen zwischen der christlichen Kirche und Cannabis erfolgen.


War Jesus Kiffer?

Bei dieser Frage scheiden sich die Geister. Auf der einen Seite gibt es zahlreiche Wissenschaftler, die einige religiöse Praktiken mit Cannabis verbinden. Das findet nicht nur im Christentum statt, es gibt auch Hinweise darauf, dass im Taoismus, Hinduismus und dem Buddhismus zahlreiche religiöse Praktiken high durchgeführt wurden. 

Unabdingbar ist Jesus für die zahlreichen Wunder bekannt, die er wirkte. Einige Untersuchungen deuten darauf hin, dass diese durch Cannabis ermöglicht wurden. Sula Bennet, polnische Anthropologin, fand heraus, dass in der Bibel gegebenenfalls ein Übersetzungsfehler vorzufinden ist. Dieser offenbart sich in den folgenden Stellen, für alle, die nachlesen wollen: „Kaneh,” (in Ezekiel. 27:19; Isaiah. 43:24; Hohelied. 4:14), „kaneh ha-tob” (Jeremiah. 6:20) und “kaneh-bosem” (Exodus. 30:23,).

Offiziell wurde das Wort „Kahne” als Rohrzucker übersetzt. Die griechische Wurzel „kan” jedoch kann auch als Hanf übersetzt werden. Hierdurch würden sich auch einige Phänomene der Bibel erklären lassen, beispielsweise der brennende Dornbusch, durch welchen Mose mit Gott kommuniziert.

Diese Meinung vertritt auch Carl Ruck, Professor an der Boston University. In der Bibel wird auch die Herstellung von dem Salbungsöl beschrieben. Mit diesem salben sich nicht nur die Priester, sondern auch zahlreiche Instrumente werden damit eingehüllt. Einer der Schüler des Professors Ruck hat eben dieses Öl erfolgreich nachgemischt – und das mit Hanf.

Es gab auch Rituale, in welchen die Priester das evlt. fälschlicherweise als Zuckerrohr übersetzte „kahne-bosem” im Tempel verbrannten. Dieses Ereignis findet traditionell nur am jüdischen Neujahr statt. Ob es sich dabei um eine alteingesessene Hotbox handelt, bleibt vorerst nur eine Vermutung.

Innerhalb der Bibel bzw. der christlichen Geschichte findet man also zahlreiche Verweise auf die Verwendung und den Konsum von Cannabis. Komplett sicher darf man sich jedoch nicht sein, es handelt sich am Ende des Tages eben lediglich um Hinweise. Wichtig ist jedoch, dass es sich nicht ausschließen lässt, dass Cannabis wirklich ein Bestandteil des Christentums mitsamt seiner religiösen Praktiken war.

Der Papst, die Kirche und Cannabis

Heute spricht sich der Papst Franziskus gegen eine Legalisierung aus. Bei einer internationalen Konferenz zu Drogen in Rom hat der Papst klar festgestellt, dass die Abhängigkeit von Drogen böse sei und dass man daraus keine positiven Effekte ziehen könne. Erstaunlich an dieser Aussage ist, dass die Datenlage zur Sucht nach Cannabis deutlich aussagt, dass eine körperliche Abhängigkeit unmöglich ist und eine psychische nur bei extremen Nutzern vorkommen kann.

Ebenso sagte der Papst, dass das Problem mit Drogen nicht durch Drogen geklärt werden könne. Hierzu sollte man anmerken, dass die Kirche alle Drogen in einen Topf schmeißt. Während also Alkohol in der Kirche selbst beim Abendmahl getrunken wird, stellt man Cannabis immer noch mit Heroin auf eine Ebene und fertigt es als teuflisch ab.

Am Weltjugendtag gab Franziskus bekannt, dass durch eine Legalisierung nicht erwartet werden dürfe, dass die Einflüsse und die Verbreitung von Drogen abnehmen. Tatsächlich gibt es jedoch zahlreiche Daten, die diese Behauptung widerlegen. Ein Untersuchung an Schülern in Amerika im Bundesstaat Washington fand beispielsweise heraus, dass nach der Legalisierung der Konsum von Cannabis bei Minderjährigen abnahm. Der Reiz des Illegalen ist also tatsächlich vorhanden. Vielleicht sollte man diese Studie dem Papst vorlegen.

Am selben Tage hat das Haupt der katholischen Kirche die Behauptung aufgestellt, dass der Drogenschmuggel Gewalt fördere, mitsamt dem damit verbunden Leid und Schmerz. Hierzu lässt sich entgegnen, dass durch die illegalen Netzwerke Jugendliche in die Kriminalität gezogen werden, wobei eine Legalisierung hiergegen selbstverständlich helfen würde. Unter anderem gäbe es allgemein weniger Kriminelle, da man den Dealern die Arbeit nähme. Insofern findet sich auch diese Hypothese als falsifiziert wieder.

Grundsätzlich argumentiert Papst Franziskus damit, dass nicht die Drogen an und für sich schlecht seien, sondern die Leiden, welche sie verursachen würden. Er meint, dass man lieber „Ja” zu seiner Familie, „Ja” zur Liebe, „Ja” zu besseren Jobs und „Ja” zur Bildung sagen solle. Wer dies macht, habe keine Zeit mehr, „Ja” zu illegalen Drogen zu sagen. Da hier keine wissenschaftliche Argumentation vorliegt, lässt sich dieser Punkt auch nur schlecht widerlegen. Man kann jedoch Gedanken dazu anstellen, inwiefern diese Aussage tatsächlich auf das eigene Leben zutrifft. Kann man nicht „Ja” zur Liebe sagen, qualitativ hochwertige Zeit mit seinem Partner verbringen und dabei Cannabis rauchen? Stehen sich Cannabis und Bildung wirklich konträr gegenüber? Alle diese Fragen sollen an dieser Stelle dem Leser überlassen bleiben.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die wissenschaftliche Argumentation des Papstes bzw. der Kirche kein solides Fundament besitzt. Folglich gibt es keinen rationalen Grund der Kirche, Marihuana weiterhin anzuprangern. Selbst in der Bibel finden sich zahlreiche Hinweise auf den Konsum dieser weichen Droge.

Quellen

Smoking to Find God: Ancient Ceremonies Laid Blueprint for Modern Cannabis Church’s

https://www.thegospelcoalition.org/podcasts/tgc-podcast/marijuana-ever-okay-christians/

https://time.com/2905077/pope-francis-marijuana-legalization-pot/

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