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Wie Hanf Italiens Wirtschaft retten kann

Immer mehr italienische Landwirte beklagen die niedrigen Weizenpreise, ausgetrocknete Landstriche und große Firmen, die die heimische Wirtschaft mit dem Import von viel zu günstigem Getreide und Saatgut überfluten. Die Lösung? Der Anbau von Hanf.


Seit 2016 ist der Anbau von Hanf zu nicht pharmazeutischen Zwecken legal und im Laufe der vergangenen Jahre stiegen die Anbauflächen von 400ha auf beinahe 4000ha an. 

Ziel der Legalisierung des Hanfanbaus war die Förderung der industriellen Hanfproduktion. Genau das scheint gerade zu geschehen. Italienische Landwirte sehen den Anbau von Hanfpflanzen mit einem THC-Gehalt von unter 0,2% als große Chance. Mittlerweile gibt es nicht nur Hanf Ricotta, Nudeln oder Gebäck aus Hanfmehl, die Nutzpflanze wird auch für die Herstellung von umweltfreundlichem Baumaterial verwendet.

Hanf als Chance für Italien

Überhaupt sei das Ganze eine riesige Chance, sagte Roberto Monclavo, der Präsident der größten Gesellschaft für Landwirte des Landes, gegenüber der Nachrichtenseite The Guardian. Hanf habe ein großes Potenzial, die Wirtschaft anzukurbeln und Arbeitsplätze zu schaffen, so Monclavo weiter.

In Sizilien gibt es zum Beispiel eine Vereinigung von Landwirten, die anstatt Weizen nun auf den Anbau von Hanfpflanzen setzen. Die Ernte wird für die Produktion von Pasta, Öl und Mehl verwendet. Die Nutzpflanze ist nicht nur besser für die Böden, sondern hilft auch der vom jahrelangen Anbau von Monokulturen gebeutelten Landwirtschaft wieder auf die Beine.

Das bestätigen auch Berichte von lokalen Betrieben. Der Verein Rete Canapa Sicilia setzt sich für den industriellen Hanfanbau in Sizilien ein und stellt fest, dass immer mehr Landwirte von Weizen auf Hanf umsteigen, um ihren ausgetrockneten Feldern wieder neues Leben einzuhauchen und ihre finanzielle Situation zu verbessern.

Unfruchtbare Böden durch Monokulturen 

In vielen Gemeinden im Süden Italiens kann es im Sommer über 40°C heiß werden. Dies ist aber nicht der einzige Grund für ausgetrocknete Böden. Einen großen Teil hat dazu auch der exzessive Anbau von Weizen geleistet. Die Folgen davon werden nun sichtbar: Bodenabtragung und unfruchtbare Felder.

Der Umstieg auf den Anbau von Hanf könnte helfen. Schließlich sind Hanfpflanzen eine gute Möglichkeit, Böden wieder fruchtbar zu machen. Schon im alten Rom wusste man, dass Monokulturen die Böden schädigen und sie auf lange Sicht dadurch unbrauchbar werden. Es bleibt offen, ob Hanf die Landwirtschaft wieder ankurbeln kann, für Betreiber der Felder ist es auf jeden Fall eine Rückkehr zu den Wurzeln ihrer Vorfahren.

Denn bis zum Jahr 1940 galt Italien hinter der Sowjetunion als der weltweit größte Hanfproduzent. Nach dem Krieg wurde Hanf von synthetischen Fasern verdrängt. Kampagnen gegen Cannabis und illegale Drogen schwächten das Image der Nutzpflanze.

Seit der Gesetzesänderung in 2016 ergab sich aber auch noch ein anderer Markt für Produkte aus Nutzhanf. Im ganzen Land gibt es Cafés und Geschäfte, in denen man CBD-Blüten kaufen kann. Cannabis-Light sozusagen und das Geschäft floriert.

Die Blüten der Hanfpflanze enthalten nur sehr wenig THC, das für die psychoaktive Wirkung von Cannabis verantwortlich ist. Dafür sind sie reich an Cannabidiol, was eine angstlindernde, entspannende und entzündungshemmende Wirkung besitzt aber nicht high macht.

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