Der neue Global Medical Hemp Market Review 2026 von Prohibition Partners zeichnet ein klares Bild: Der Weltmarkt für Medizinalhanf hat sich in den vergangenen zwölf Monaten grundlegend verändert – und Deutschland spielt dabei eine Schlüsselrolle.
📑 Inhaltsverzeichnis
- Deutschland führt Europa – mit gewaltigen Zuwächsen
- Kanada dominiert den globalen Export
- Telemedizin: Der neue Standard in der Versorgung
- Portugal: Vom Produzenten zum Verarbeitungszentrum
- Was bedeutet das für Patienten und Branche in Deutschland?
- Wie groß ist der deutsche Markt für Medizinalhanf 2025?
- Woher kommt der meiste Medizinalhanf in Deutschland?
- Warum wächst die Telemedizin in diesem Bereich so stark?
- Was ist die Rolle Portugals im europäischen Markt?
- Was sind die Auswirkungen der neuen Gesetze auf den Markt?
- 💬 Fragen? Frag den Hanf-Buddy!
Mit einem geschätzten Marktwert von rund 997 Millionen US-Dollar im Jahr 2025 steht Deutschland kurz vor der Milliardengrenze und ist längst der größte Patientenmarkt für Medizinalhanf außerhalb Nordamerikas. Ein Wachstum von 155 Prozent gegenüber dem Vorjahr spricht eine deutliche Sprache.
Deutschland führt Europa – mit gewaltigen Zuwächsen
Was noch vor wenigen Jahren als utopisch galt, ist nun harte Marktrealität: Die regulatorischen Weichenstellungen der vergangenen Jahre – allen voran die Streichung der Pflanze aus dem Betäubungsmittelgesetz und die Einführung des neuen Hanfgesetzes – haben den deutschen Markt regelrecht entfesselt. Plattformen für Rezepte und Telemedizin-Anbieter profitierten besonders, das Verschreibungsvolumen explodierte. Mit 35 identifizierten Telekliniken liegt Deutschland nach Australien (47) und noch vor dem Vereinigten Königreich (29) global auf dem zweiten Platz beim telemedizinischen Zugang zu dieser Therapieform.
Zum Vergleich: Der zweitgrößte europäische Markt, Großbritannien, kommt laut dem Report auf 298 Millionen US-Dollar – bei einem Wachstum von 104 Prozent ebenfalls respektabel, aber kaum halb so groß wie Deutschland. Wer verstehen will, wie stark die neue Gesetzgebung den Markt geprägt hat, muss nur die reinen Zahlen sprechen lassen. Dass Deutschland im Jahr 2025 die 200-Tonnen-Marke beim Import von Medizinalhanf knackte, ist der direkte Ausdruck dieser Dynamik.
Kanada dominiert den globalen Export
Wer profitiert von Deutschlands Hunger nach Medizinalhanf? In erster Linie Kanada. Laut dem Bericht lieferte das nordamerikanische Land 2025 rund 275.343 Kilogramm – ein Plus von über 250 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Diese Exportmenge übertrifft alle anderen Lieferländer zusammen.
Der Vorteil Kanadas liegt auf der Hand: Der etablierte Inlandsmarkt für die Pflanze erzeugt enorme Skaleneffekte und macht Produktion und Verarbeitung günstiger als anderswo. Kanada hat sich damit als das globale Zentrum für entsprechende Exporte positioniert – eine Entwicklung, die sich in den kommenden Jahren kaum umkehren dürfte. Das Exportwachstum war schon vor wenigen Jahren ein Thema – die jüngsten Zahlen zeigen jedoch, dass der Abstand zu anderen Exportländern seitdem noch dramatisch gestiegen ist.
Telemedizin: Der neue Standard in der Versorgung
Eines der markantesten Ergebnisse des Reports ist die Dominanz der Telemedizin. In allen großen Märkten – Deutschland, Australien, Großbritannien, Brasilien – ist die digitale Arzt-Patienten-Kommunikation längst zum primären Zugangsweg geworden. Die klassische Praxis tritt in den Hintergrund, der Laptop oder das Smartphone zur Schaltzentrale der Versorgung.
Für Deutschland bedeutet das: Die Entwicklung von Strukturen für den Hanf-Sektor in der Telemedizin ist keine optionale Zusatzleistung mehr, sondern das Rückgrat des Marktes. 35 Telekliniken, Millionen von Rezepten, ein beinahe vollständig digital abgewickeltes Versorgungssystem – das hat Konsequenzen für die gesamte Branche, von der Apotheke bis zum Produzenten.
Portugal: Vom Produzenten zum Verarbeitungszentrum
Eine strukturelle Verschiebung vollzieht sich laut dem Report in Portugal. Das Land, das jahrelang als Aushängeschild europäischer Produktion galt, importiert mittlerweile in großem Umfang Rohware – überwiegend aus Kanada – und veredelt sie für den Re-Export als Fertigprodukt. Portugal könnte bald netto zum Importeur werden, trotz seiner weiterhin beachtlichen Exportzahlen.
Für die europäische Branchenstruktur ist das relevant: Wer bisher auf Portugal als günstigen Produzenten gesetzt hat, muss seine Lieferketten neu denken. Und Europa insgesamt entwickelt sich mehr und mehr zu einem Markt, der von außereuropäischer Rohware abhängt. Der europäische Markt für Medizinalhanf verzeichnete zuletzt Rekordwachstum – Portugal war bislang einer der Treiber. Die neue Rolle als Verarbeitungshub ist eine bemerkenswerte Verschiebung.
Was bedeutet das für Patienten und Branche in Deutschland?
Für Patienten in Deutschland ist der Report eine Bestätigung dessen, was viele täglich erleben: Der Zugang hat sich spürbar verbessert, die Versorgung ist breiter, Wartezeiten kürzer. Der Marktwert von 997 Millionen Dollar ist kein abstraktes Konzept, sondern das Ergebnis von Millionen von Verschreibungen, Apothekengängen und Telemedizin-Terminen.
Für die Branche ist es ein Weckruf. Ein Markt, der in zwölf Monaten um 155 Prozent gewachsen ist, lockt Investoren und Wettbewerber an – aber er schafft auch neue Anforderungen. Die Qualitätssicherung muss mit dem Volumen Schritt halten, die Regulierung nachziehen. Europa blickt auf Deutschland – aber auch Deutschland selbst muss seinen Standard wahren.
Häufige Fragen
Wie groß ist der deutsche Markt für Medizinalhanf 2025?
Laut dem Marktbericht von Prohibition Partners wird der deutsche Markt für 2025 auf rund 997 Millionen US-Dollar geschätzt. Das entspricht einem Wachstum von 155 Prozent gegenüber dem Vorjahr und macht Deutschland zum größten Patientenmarkt außerhalb Nordamerikas.
Woher kommt der meiste Medizinalhanf in Deutschland?
Der größte Teil der in Deutschland verwendeten Pflanzen stammt aus Kanada. Das Land exportierte 2025 rund 275.343 Kilogramm – über 250 Prozent mehr als im Vorjahr – und liefert damit mehr als alle anderen Exportnationen zusammen.
Warum wächst die Telemedizin in diesem Bereich so stark?
Telemedizin hat sich als bequemster und schnellster Weg zur Verschreibung etabliert. Patienten können per Video-Konsultation unkompliziert ein Rezept erhalten, ohne in eine Praxis zu fahren. In Deutschland operieren laut dem Report 35 Telekliniken, die maßgeblich zum Marktwachstum beigetragen haben.
Was ist die Rolle Portugals im europäischen Markt?
Portugal durchläuft eine strukturelle Transformation: Statt als Produzent fungiert es zunehmend als Verarbeitungszentrum. Das Land importiert Rohware – primär aus Kanada – verarbeitet sie und re-exportiert die Fertigprodukte. Der Report geht davon aus, dass Portugal netto bald mehr Ware einführt als ausführt.
Was sind die Auswirkungen der neuen Gesetze auf den Markt?
Die Streichung der Pflanze aus dem BtMG und die Einführung der neuen Regelungen haben den deutschen Markt massiv beflügelt. Verschreibungshürden wurden abgebaut, Telemedizin etablierte sich als Standardzugang, und die Gesamtzahl der Patienten wuchs stark. Das Marktwachstum von 155 Prozent in nur einem Jahr ist direkte Folge dieser regulatorischen Öffnung.




















