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Konsumentwicklung in der Schweiz spricht für kontrollierten Cannabis-Handel

In etwas mehr als 25 Jahren soll fast die Hälfte der Schweizer Bevölkerung Erfahrungen mit dem Konsum von Cannabis gemacht haben. Dies ergab eine neue Studie der Universität Zürich.


Die Zahl der aktiven Cannabis-Nutzer soll dieser zufolge in den 30 Jahren von 2015 bis 2045 um etwa 50 Prozent zunehmen. Diese Prognose gilt für den Falle einer unveränderten Cannabispolitik in der Schweiz. Sollte die Regierung neue Regelungen für Cannabis innerhalb dieses Zeitraums umsetzen, beispielsweise eine Legalisierung, würde dies die Zahlen eventuell beeinflussen.

Die Cannabisdebatte in der Schweiz lebt

Die Wahrscheinlichkeit, dass sich bis zum Jahr 2045 nichts in der Schweizer Cannabispolitik ändert, ist zugegebenermaßen sehr gering. Nachdem international einige Länder wie Kanada und Uruguay progressive Reformen umgesetzt haben, und sich auch in Europa Länder wie Luxemburg in Richtung des regulierten Handels bewegen, ist auch in der Schweiz die Debatte über den besten cannabispolitischen Ansatz ziemlich lebendig.

Diskussionen um die Legalisierung sind wissenschaftlich orientiert

Die Diskussion unter den Parlamentariern der Schweiz zeigt sich im großen und ganzen ziemlich wissenschaftlich orientiert. Anders als in Deutschland, wo man mehr den Einfluss von Ideologie, Propaganda und wirtschaftlichem Lobbyismus spürt. Mit Fortschritten geht man in der Schweiz dennoch recht zögerlich um. Die Forschung der Universität Zürich war daher auch darauf ausgerichtet die Entwicklung des Cannabiskonsums allgemein zu beobachten und Rückschlüsse auf das Fortschreiten in der Zukunft zu ziehen.

Schweizer Universitäten sollten den Konsum bis 2045 prognostizieren

Eine Befürchtung ist es, dass eine progressivere Cannabispolitik die Zahl junger Nutzer erhöhen würde, und dass dieser Umstand zu mehr Problemen in der psychischen Gesundheit junger Menschen führen könnte. Um aber darüber eine solide Debatte führen zu können, wurden die Universitäten Zürich und Basel mit der Studie für eine Konsumprognose bis 2045 beauftragt. Diese basiert auf Daten über die Konsumgewohnheiten von mehr als 56.000 Menschen.

Anstieg der Cannabiskonsumenten um 50 Prozent

Der Anteil der Bevölkerung, der mindestens einmal im Leben Cannabis konsumiert hat, wird den Ergebnissen entsprechend von 28 Prozent im Jahr 2015 auf 42 Prozent im Jahr 2045 steigen. Das bedeutet, dass dann etwas weniger als die Hälfte der Bevölkerung Erfahrungen mit Cannabis gemacht haben wird. Aber auch die Gruppe der aktiven Konsumenten soll anwachsen, von aktuell 2,7 auf 3,4 Prozent. Rechnet man die demografische Entwicklung, das heißt das Bevölkerungswachstum, mit ein, dann steigt die Zahl der aktiven Cannabis-Nutzer von 203.000 in 2015 auf 314.00 im Jahr 2045.

Die gesundheitlichen Risiken durch Cannabis vom Schwarzmarkt wird steigen

Bei gleichbleibender gesetzlicher Situation würde sich also eine wachsende Zahl von Cannabiskonsumenten auf dem Schwarzmarkt versorgen müssen. Die Qualität und die THC-Konzentration würde entsprechend den Entwicklungen der letzten Jahre auch in Zukunft ansteigen und nicht kontrolliert werden. Aus diesem Grund gehen die Forscher davon aus, dass dann auch die Anzahl psychischer Erkrankungen unter den Nutzern zunehmen wird. Die Einführung eines kontrollierten legalen Marktes, vielleicht auch mit THC-Obergrenzen, könnte diesem Problem vorbeugen, so der Vorschlag der Studie. Ebenfalls empfehlen die Wissenschaftler weitere Studienprojekte zur Erforschung alternativer regulatorischer Ansätze für Cannabis. Es beim aktuell gültigen Verbot zu belassen wird von den Verfassern der Studie nicht als mögliche Lösung betrachtet.

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