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Wissenschaft: Die zehn wichtigsten Studien aus dem Jahr 2018

Ein großes Thema im Jahr 2018 war die landesweite Legalisierung von Cannabis in Kanada. Auch wenn diesem Trend nicht gleich alle folgten, wurde Cannabis in vielen Ländern als Medizin freigegeben. Das Cannabinoid Cannabidiol erlebte einen regelrechten Boom, der das zum Teil schlechte Image der Hanfpflanze aufpoliert. 


Von der steigenden Akzeptanz und den immer kleineren rechtlichen und bürokratischen Hürden profitiert vor allem auch die Wissenschaft, die durch Forschung zu einem besseren Verständnis über Nutzen, Risiken und Kontraindikationen von Cannabis als Medizin beiträgt.

Das waren die wichtigsten Cannabis-Studien im Jahr 2018:

1. Proteine im Darm verwenden Endocannabinoide für die Bekämpfung von Entzündungen

Zum ersten Mal haben Forscher herausgefunden, warum medizinisches Cannabis die Symptome entzündlicher Darmerkrankungen lindern kann. Obwohl es in der Studie eigentlich gar nicht um die Erforschung von Cannabis und entzündliche Darmerkrankungen gehen sollte, kamen Wirkungsmechanismen von Endocannabinoiden im Darm ans Licht.

Gelangen Krankheitserreger mit dem Essen in den Verdauungstrakt, ist unser Immunsystem gefragt. Im Laufe der Studie stießen Wissenschaftler auf einen sekundären Verdauungsvorgang, an dem das Endocannabinoid-System beteiligt ist. Genauer gesagt bestimmt unser endogenes Cannabinoid-System, wann sich das Immunsystem nicht mehr um die Entzündung kümmern muss. Diese neuen Erkenntnisse könnten ein ganzes neues Feld der Cannabis-Forschung eröffnen, um Menschen mit Morbus Crohn oder entzündlichen Darmerkrankungen zu helfen.

2. CBD zur Vermeidung eines Rückfalls bei Drogensuchth

Cannabidiol besitzt großes Potenzial im Hinblick auf die Behandlung von Abhängigkeiten. Im Rahmen dieser aktuellen Studie erhielten alkohol- und kokainabhängige Ratten einmal täglich eine transdermale Behandlung mit CBD – eine Woche lang. Im Laufe der Behandlung zeigte sich ein reduziertes Verlangen nach den Substanzen. Vor allem bauten die Versuchstiere keine Toleranz gegenüber CBD auf. Am Erstaunlichsten ist, dass diese Ergebnisse noch ganze fünf Monate nach Ende der einwöchigen CBD-Behandlung anhielten.

3. Seit der Legalisierung von Cannabis in einigen Staaten der USA wurden weniger Opiate verschrieben

Eine weitere Studie, die zeigt, dass der Zugang zu legalem Cannabis, den Konsum verschreibungspflichtiger Opiate reduzieren kann. Die Daten stammen von Medicaid, einem Gesundheitsprogramm der USA für Personen mit geringem Einkommen, Kinder, ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen. Für die Studie wurden eingereichte Rezepte zwischen 1993 und 2014 ausgewertet.

4. Cannabis kann die schmerzlindernde Wirkung von Opiaten verstärken und den Konsum damit reduzieren

Anfang des Jahres 2018 haben Forscher der Columbia University herausgefunden, dass Cannabis zusammen mit Opiaten auf den CB1-Rezeptor einwirkt. Cannabis kann die schmerzlindernde Wirkung von Opioiden verstärken, weshalb die Dosis der verschreibungspflichtigen Medikamente, die oft starke Nebenwirkungen hervorrufen, entscheidend reduziert werden kann.

Für die Untersuchung erhielten TeilnehmerInnen Cannabis und Oxycodon in unterschiedlicher Dosierung sowie eine Kombination der beiden Substanzen.

5. Für Senioren ist Cannabis weitestgehend unbedenklich

Laut einer Umfrage nehmen Senioren durchschnittlich mindestens zehn verschiedene Medikamente ein – jeden Tag. Viele davon, um die Nebenwirkungen eines anderen Medikaments zu lindern.

In einer israelischen Studie beobachteten Forscher die Behandlung von Senioren mit Cannabis über einen Zeitraum von sechs Monaten. 73% der ProbandInnen hatten nach eigenen Angaben vor der Behandlung noch keinen Kontakt mit Cannabis. Am Ende der Studie berichteten 93% der Senioren von einer Linderung ihrer Symptome. Diejenigen, die Cannabis für die Linderung chronischer Schmerzen einnahmen, gaben an, der Schmerz sei auf einer Skala von eins bis zehn von acht auf vier zurückgegangen.

6. In Tierversuchen besitzt Cannabidiol eine lang anhaltende antidepressive Wirkung

Brasilianische Wissenschaftler untersuchten das Potenzial von CBD für die Behandlung von Depressionen. Bei diesem Versuch erhielten Ratten entweder CBD oder eine Kochsalzlösung. Anschließend mussten sie den sogenannten erzwungenen Schwimmtest (forced swim test) durchführen, der schon lange für die Erforschung von Depressionen verwendet wird. Wie der Name schon sagt, werden Ratten dabei in ein Wasserbecken gesetzt, wobei das Durchhaltevermögen bzw. die Resignation der Tiere beobachtet wird.

Hintergrund ist, dass die Versuchstiere in der Regel aufgeben und frustriert werden und sich treiben lassen. Diejenigen Ratten, die CBD erhielten, schwammen viel länger als die der Placebo-Gruppe. Sie gaben nicht auf und zeigten Kampfgeist. Die Forscher folgerten daraus, dass sie aufgrund des Cannabidiols mehr Antrieb hatten und mehr Entschlossenheit zeigten.

7. CBD kann Menschen mit Abhängigkeit nach Methamphetamin helfen

Die Studie, die in Zusammenarbeit der Univeristy of Sydney mit der Macquarie University entstand, ist die Erste seiner Art und beschäftigte sich speziell mit dem Potenzial von CBD bei der Behandlung einer Abhängigkeit von Methamphetamin. Die stark süchtig machende Substanz ist in Pulverform oder als weiße Kristalle erhältlich und kann geraucht, injiziert, geschluckt oder geschnupft werden. Die Wirkung wird als fokussiert, aufmerksam und euphorisch beschrieben.

Man fand heraus, dass eine Dosis von 80mg pro kg Körpergewicht das Verlangen der Droge bei Ratten reduzieren konnte.

8. Cannabidiol kann die Vermehrung von Prostatakrebszellen stoppen

Prostatakrebszellen produzieren kleine Vesikel namens Exosome. Diese werden von der Elternzelle losgelöst und tragen bestimmte Informationen zu ihren Rezeptorzellen, die sich dann in Krebszellen verwandeln. Außerdem hat sich gezeigt, dass Exosome Wirkstoffe einer Chemotherapie aus der Zelle befördern, wodurch die Behandlung weniger wirksam wird und Krebszellen überleben können. An diesem Punkt kommt CBD ins Spiel.

9. Männliche Cannabis-Konsumenten haben eine gesteigerte Libido

Den Anstoß für die Untersuchung gab eine Umfrage unter 28.176 Frauen und 22.943 Männern in den USA aus dem Jahr 2017. Das Ergebnis: Cannabis-Konsumenten hatten mehr Sex als der Rest der Bevölkerung.

Daraufhin beschäftigten sich Wissenschaftler mit den Auswirkungen von Cannabis auf das Sexualverhalten von Männern. Herauskam, dass der Konsum von Cannabis unabhängig mit einer gesteigerten Libido in Verbindung gebracht werden konnte und scheinbar keine Auswirkungen auf die Sexualfunktion besitzt. Um genau zu sein, haben männliche Cannabis-Konsumenten 20% mehr Sex als ihre nüchternen Kollegen.

10. THC kann das Schmerzempfinden im Gehirn beeinflussen

THC kann Schmerzen bei gesunden Menschen reduzieren und wirkt dabei im anterioren cingulären Cortex. In der Region des Gehirns befinden sich CB1-Rezeptoren, die durch THC aktiviert werden.

An der Studie nahmen 17 PatientInnen mit einem Durchschnittsalter von 33 Jahren teil, die mindestens sechs Monate lang unter chronischen Schmerzen litten. Es stellte sich heraus, dass die Personengruppe, die THC erhielt, die Schmerzen nach der Behandlung am leichtesten einstuften.

Angesichts der vermehrten Forschungsarbeit mit Cannabis kann man durchaus gespannt sein, was die kommenden Jahre bringen werden.

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