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Cannabiskonsum erhöht die Überlebenschancen nach einem Herzinfarkt

Der Herzinfarkt, auch Myokardinfarkt genannt, zählt in Deutschland zu den häufigsten Todesursachen. Ohne Behandlung führt er eigentlich immer zum Tod, daher ist schnelles Handeln lebenswichtig. Die Ursache ist ein plötzlich auftretender Blutverschluss der Herzkranzgefäße. Die Herzmuskulatur wird dann nicht mehr mit Blut versorgt, das Herz kann sogar aufhören zu schlagen.


Infolge dessen kann es dazu kommen, dass der Herzmuskel abstirbt. Ist eine Behandlung spät erfolgt, kann es sein, dass teilweises Absterben der Herzmuskelzellen dazu führt, dass die Pumpfunktion des Herzens und auch seine Belastbarkeit langfristig eingeschränkt ist. Die schlimmsten Symptome sind akute Schmerzen in der Brust und Todesangst. Cannabis kann einen Menschen vielleicht nicht vor einem Herzinfarkt bewahren, jedoch scheint der Konsum die Überlebensraten im Anschluss an den Infarkt positiv zu beeinflussen.

Ein besonderer Risikofaktor: Viele Cannabiskonsumenten verwenden auch Tabak

In der Datenbank National Inpatient Sample sind die Daten von Tausenden von Patienten erfasst, die in die Kliniken der Vereinigten Staaten von Amerika eingeliefert worden sind. Für eine Studie wurden daraus die Daten von mehr als 161.000 Patienten analysiert, die wegen eines Herzinfarkts ins Krankenhaus gebracht wurden. Davon gaben 4224 an, dass sie Cannabis konsumieren, 78,3 Prozent der Konsumenten waren männlich, 21,7 Prozent weiblich. 71 Prozent der Cannbiskonsumenten rauchten ebenfalls Tabak, von den Nicht-Konsumenten waren es nur 49 Prozent. Tabakrauch gehört zu den größten kardiovaskulären Risikofaktoren. Trotzdem verzeichneten die Konsumenten im Durchschnitt bessere Entwicklungen des Gesundheitszustands während des Krankenhausaufenthalts.

Trotz Tabakrauch genesen Cannabiskonsumenten nach dem Herzinfarkt schneller

Die Forscher erklären sich den besseren Genesungsverlauf der Cannabiskonsumenten sowohl durch psychische, als auch durch physische Faktoren. Zum Beispiel könnte die erhöhte Entspannung der Konsumenten die Durchblutung des Herzens verbessern, was dem Absterben der Herzmuskelzellen entgegenwirken könnte. Auch der psychische Umgang mit dem Klinikaufenthalt könnte etwas damit zu tun haben. Eine positive Stimmung unterstützt durch physiologische Reaktionen auf die psychische Verfassung immer auch die körperliche Gesundung.

Cannabiskonsum macht den Krankenhausaufenthalt kürzer und günstiger

Insgesamt zeigte die Analyse der NIS-Daten, dass die Cannabiskonsumenten sich mit größerer Wahrscheinlichkeit von ihrem Herzinfarkt erholen als Nicht-Konsumenten. Sie hatten mit durchschnittlich 4,2 Tagen einen kürzeren Krankenhausaufenthalt also die Nicht-Konsumenten, die sich im Schnitt 4,8 Tage in der Klinik aufhalten mussten. So verursachen sie ganz nebenbei auch dem Gesundheitssystem niedrigere Kosten, 43.800 US-Dollar für den Aufenthalt im Vergleich zu 50.900 Dollar bei den Patienten, die kein Cannabis konsumieren. Die Sterbewahrscheinlichkeit im Verlauf des Krankenhausaufenthalts ist außerdem sechs mal geringer bei den Konsumenten.

Kann Cannabis für Herzpatienten genutzt werden?

Der Bedarf nach weiteren Studien ist mit den Resultaten der NIS Datenerhebung zweifelsfrei gegeben. Da es bereits andere Anhaltspunkte gibt, die auf einen Nutzen von Cannabis für die Gesundheit und die Funktion des Herzens hinweisen, könnte eine tiefer gehende Forschung die Zusammenhänge vielleicht eines Tages erfassen und Cannabis gezielt für Herzpatienten verwendbar machen. Da die Ergebnisse der Analysen sich großteils auf Langzeitkonsumenten bezieht, wäre also eine allgemeine Legalisierung von Cannabis, sowohl medizinisch als auch als Genussmittel, wohl ein Gewinn im Bezug auf die Volksgesundheit.

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