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Was tun gegen spargeln?

Hanfsteckling
Diese Hanfpflanze ist zierlich aber nicht am spargeln.

Sehr viele Grower fragen sich, was sie gegen das Spargeln beim Indoor Hanfanbau tun können. Gerade Anfänger haben unter Kunstlicht das Problem, dass die Hanfpflanzen spargeln: Sie wachsen mit dünnen Stielen und die Internodien (Abstände zwischen den Blattebenen) sind groß sowie die Pflanzen keine oder verkümmerte Seitentriebe ausbilden. Es handelt sich um ein sehr typisches Problem, wenn Marihuanasamen gesät werden. Es kann jedoch auch mit Stecklingen oder sogar größeren Pflanzen auftreten. Die Pflanzen ziehen sich kraftlos in die Länge und können irgendwann nicht einmal mehr aus eigener Kraft stehen. Es gibt einige Ursachen sowie der typischste Lösungsansatz alleine nichts bringen wird und ansonsten nicht einmal notwendig ist. Dieses wird jedoch viele widersprechen lassen, die vielleicht erst einmal weiter lesen sollten, bevor sie urteilen.

Mögliche Ursachen warum Hanfpflanzen spargeln

Die vermutlich typischste Ursache für das Spargeln von Hanfpflanzen wäre ein Lichtmangel. Es muss nicht einfach lange genug hell sein, es muss zudem ein qualitativ hochwertiges Licht mit blauem und rotem Spektrum mit genügender Intensität sein. Für die Wachstumsphase sollten bis 6500 Kelvin als blaues Pflanzenlicht und für die Blütenbildung 2700 bis 3500 Kelvin als rotes Pflanzenlicht eingesetzt werden. Diese Lichtspektren werden in diesen Stadien benötigt. Zudem sollte jedoch die Lichtintensität stimmen. Für Samenpflanzen müssen 36 Watt Leuchtstoffröhren mit geringer Hitzeabstrahlung direkt über die Pflanzen mit einem Abstand von ca. 20 cm zueinander gehangen werden wohingegen eine 250-Watt-Quecksilberdampflampe oder NDL einen m² genügend ausleuchtet und gerade für empfindliche Saatpflanzen und Stecklinge etwas höher als für normale Marihuanapflanzen hängen sollte. Anstelle von 30 bis 40 cm wären eher 50 bis 60 cm gut.

Die zweittypischste Ursache wäre hingegen die Genetik der Marihuanapflanzen. Einige Pflanzen wachsen einfach in die Höhe ohne Stabilität aufzubauen. Ist das ein Problem, muss die Genetik einfach beim nächsten Mal gewechselt werden.

Der dritttypischste Punkt wäre vermutlich ein falscher oder falsch gedüngter Boden. Wenn der Boden wenig Nährstoffe, vielleicht zudem einen falschen PH-Wert, enthält, dann kann die Pflanze eher spargelig wachsen. Hier sollte die Gefahr der Überdüngung jedoch nicht unterschätzt werden. Wer weiß, dass im Boden Nährstoffe sind, vielleicht da er bereits düngt, kann dieses Problem ausschließen.

Andere Faktoren können nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Vielleicht ist der Dünger mit seinen Nährstoffen ungünstig zusammengesetzt, gerade wenn der Stickstoffanteil zu den anderen Nährstoffen zu hoch ist, begünstigt dieses das Höhenwachstum. Vielleicht ist der Boden generell etwas ungeeignet, vielleicht stehen die Pflanzen dicht beieinander und versuchen die Flucht nach oben oder aber der Topf ist zu klein und somit kann die Pflanze nicht in die Breite gehen.

Hanfpflanze, noch nicht am Spargeln.

Jungpflanze, die ihre Seitentriebe noch ausprägen wird, aber nicht am Spargeln ist.

Der typische Versuch, den Spargelwuchs vom Hanf zu beheben

Selbst erfahrene Grower schwören darauf, dass künstlich erzeugter Wind durch Ventilatoren den Spargelwuchs beheben wird. Das stimmt so nicht, es kann das Problem höchstens lindern. Auch dann ist es etwas schwierig, dieses zu schaffen. Outdoor weht der Wind unterschiedlich stark und aus verschiedenen Richtungen sowie enorme Temperaturschwankungen sowie das volle Sonnenlichtspektrum dazu beitragen, dass die Pflanzengenetik wirklich stabil wächst, selbst wenn sie Indoor spargelt. Der Indoorgrower kann natürlich zwei Schwenkventilatoren aufstellen, die einander kreuzen und somit aus verschiedenen Richtungen blasen und für Verwirbelungen sorgen. Die anderen Outdooreinflüsse fehlen noch immer und der Indooranbauer will gewiss nicht durch erhebliche Temperaturschwankungen oder durch Regen- und Wolkensimulation seine Indoorergebnisse für etwas kräftigere Pflanzenstiele opfern.

Wie das Spargeln vom Hanf wirklich behoben wird

Zuoberst werden die möglichen Ursachen für ein Spargeln vom Hanf genannt. Wird an diesen Stellen oder wenigstens an der entscheidenden Stelle nachgebessert, dann geht auch das Spargeln zurück. Im schlimmsten Fall muss wirklich die Sorte gewechselt werden aber in der Regel reicht ein guter Boden, ein der Pflanze entsprechender Topf und vor allem genügend Licht. Die Vorblüte soll wenigstens 18 Stunden und die Blüte nur ca. 12 Stunden beleuchtet werden. Es kommt eben beim Spargeln nicht auf die Beleuchtungslänge, sondern die Lichtqualität und Lichtmenge an. Für die Vorblüte wird jedoch nicht mehr als 250 Watt pro m² benötigt, wobei selbst Leuchtstoffröhren für kleine Pflanzen genügen werden. Und dass die Pflanzen indoor einfach nicht so kräftige Stiele haben ist gerade im See of Green normal. Die Pflanzen werden deswegen gestützt, angebunden oder wachsen durch ein Pflanzennetz, welches sie stabilisiert. Indoorpflanzen sind nie so kräftig wie Outdoor, was auch immer man macht.

Nutzhanf im Hanfmuseum Berlin.

Nutzhanfpflanzen wachsen ohne Äste, als würden sie spargeln.

Weitere Tricks:

Wenn die Luftfeuchtigkeit unter 40% beträgt, werden die Blätter weniger Finger haben und die Stiele sind schmaler und Holziger. Die Luft sollte für Sämlinge und Stecklinge 60 bis 80 und sonst 50 bis 65% Feuchtigkeit haben.

Marihuana Saatpflanzen wachsen in den ersten drei Wochen praktisch immer spargelig, selbst wenn man alles richtig macht. Wenn im Topf gesät wird, dann lässt man die oberen drei bis vier cm frei und gibt die Erde nicht bis zum Rand. Wenn das Saatkorn aufgegangen ist und gerade anfängt mit dem Stiel nach ca. zwei bis drei Wochen ein wenig zu verholzen, kann der Topf einfach etwas aufgefüllt werden. Man sagt, bis zu den Keimblättern kann sehr gut nachgefüllt werden, da am Stamm die Wurzeln austreiben werden. Wird alles richtig gemacht, wird der Sämling im weiteren Verlauf nicht einen spargeligen Eindruck machen.

Bilder aufgenommen im www.hanfmuseum.de und der www.cultiva.at von Robert Brungert.

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8 comments

  1. Ich glaube es sollten eigentlich 6500 Kelvin für die Wachstumsphase und 2700K – 3500K in der Blütephase heißen, ist anscheinend vertauscht worden
    Mfg

  2. Robert Brungert

    Danke an Ferzan für den Hinweis, wurde abgeändert.

  3. Bekommt man in der Blütephase auch mit LSR die 2700 – 3500K hin NDL Lampen sind zwar schön hell aber kosten auch deutlich im Stromverbrauch.
    Da wäre zu überlegen ob sich das rechnet wenn man Jahresende den Stromverbrauch sieht für ein paar gr 🙂 ob man nicht fürs gleiche Geld hätte das fertige Zeug kaufen können.

    • es gibt auch ndl mit 150w. fuer noch weniger dann lsr, 830er.

    • Pflanzen haben keine Augen, sie bewerten das Licht nicht nachdem, ob es schön hell ist. Es muss ordentlich Power drinnen stecken. Und diese Power zieht selbst mit teuren LEDs Strom. Diese können jetzt schon mehr Licht aus dem Strom holen als NDLs aber auch hier wird sich ein Meter im Quadrat nie mit 40 Watt betreiben lassen. Und wenn man hier nur 200 Gramm gute Blüte holen würde, wären die Stromkosten bei 400 Watt überschaubar.

  4. Hey Leute, ich hab ein paar kleine Spargel daheim und weis einfach nicht mehr weiter … könnte mir Eventuell wer helfen von euch ?

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