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Kann Cannabis aus kleinen Anbaubetrieben am Markt überleben?

Wer schon einmal Cannabis von einem richtig guten Grow, der in liebevoller Handarbeit durchgeführt worden ist, genossen hat, kennt den Unterschied zu industrieller Massenware. Echte Qualität lässt sich nicht am THC-Wert messen, Von der Aufzucht, der Nährstoffversorgung während der Phasen von Wachstum und Blüte, über das Ernten und Schneiden, bis zum Curing, die Herstellung von gutem Cannabis ist beinahe ein Kunsthandwerk, das Craft Cannabis.


Das hat natürlich seinen Preis. Bei den meisten Formen des Kunsthandwerks ist es leider so, dass kleine Betriebe Schwierigkeiten haben am Markt zu bestehen, wenn daneben die industrielle Massenfertigung mit tieferen Preisen, besserer Verfügbarkeit und mehr Präsenz konkurriert. Wie ist das bei Cannabis, haben kleine Unternehmen eine Zukunft am Markt, oder werden sie von den Konzernen verdrängt oder geschluckt werden?

Die Existenz von kleinen Cannabisbauern ist durch Konzerne bedroht

Ein Kenner sieht einer Cannabisblüte an, ob sie in Handarbeit hergestellt wurde, oder ob sie ein Industrieprodukt ist. Neben der Qualität des Geruchs und Geschmacks kann sogar oft schon die Optik darüber Aufschluss geben. Gut von Hand getrimmte Blüten sehen einfach harmonisch aus und haben eine gewollte Gestalt, denn sie wurden mit Auge und Hand geformt. Das Aroma sagt natürlich mit am meisten über die Liebe aus, die in das Produkt gesteckt wurde. Wer eilig große Mengen Cannabis absetzen möchte, nimmt sich nicht ausreichend Zeit für Reifeprozesse, die schon mal einen Monat in Anspruch nehmen können. Wie viele Menschen schätzen wohl diesen Qualitätsunterschied und bezahlen gerne mehr dafür? Stehen genug Menschen hinter der Handarbeit? Die Bedrohung durch die Großunternehmen, die mit ihren Massenprodukten die Märkte in Kanada und den legal States der USA überschwemmen, ist allgegenwärtig.

Zugunsten des Preises leidet die Qualität der Cannabisblüten

Der legale Markt für Cannabis weltweit ist heute etwa 9 Milliarden US-Dollar wert. Experten rechnen damit, dass es bald 50 Milliarden und mehr sein werden. Um bei diesem Wachstum eine Rolle zu spielen, expandieren viele Hersteller in enormen Maßstäben. Das Ergebnis davon sind leider Massenanbau in Monokultur. Die Vielfalt leidet zu Gunsten einiger ertragsstarker Sorten. Diese werden zwar mit allen Nährstoffen versorgt, doch wirklich gepflegt werden sie nicht. Weder vor noch nach der Ernte nimmt man sich Zeit für die Cannabispflanzen. Konkret gesagt heißt das, man reagiert nicht darauf, wie es den Pflanzen geht.

Der Preis ist ein mächtiges Argument

In den legalen Marijuana-Dispensaries in Colorado kosten Cannabisblüten, die von Hand hergestellt worden sind, etwa 50 Prozent mehr als maschinell gefertigte. Viele können sich das nicht leisten und greifen daher zum Industrieprodukt. Andere kennen sich nicht ausreichend aus oder haben nicht die Nase für die Qualitätsunterschiede. Denn auch das Industrie-Cannabis riecht stark und hat viel THC. Vielen Nutzern reicht das auch schlichtweg und sie beschäftigen sich nicht wirklich mit dem Aroma oder dem harmonischen Zusammenspiel der Wirkstoffe. Einfach günstig etwas starkes rauchen ist die Devise.

Es wird immer Raum für Qualität und Handwerk geben

Trotz allem gibt es doch einige Cannabis-Kenner, die genau wissen, was sie wollen. Und mit der weltweiten Liberalisierung hat das Wissen um Qualität von Marihuana bessere Verbreitungsmöglichkeiten erhalten. Es gibt heute weit mehr Menschen, die sich mit Cannabis auskennen und auch theoretisch beschäftigen als es noch vor wenigen Jahren der Fall war. Die Entwicklungen allgemein zeigen, dass die Menschen ein wachsendes Bewusstsein für Bioprodukte und handgemachte Produkte aus regionaler Herstellung gewinnen. Am Beispiel von Bier kann man auch sehen, dass ungeachtet der massiven Präsenz von Großkonzernen am Markt die kleineren Traditionsbrauereien nach wie vor beliebt sind. Craft Beer hat seine Liebhaber und schart eine Gemeinschaft um sich, die nicht auf die Qualität des Handwerks verzichten wollen. Diese würdigen diese Handarbeit, indem sie gerne etwas mehr ausgeben. Eben auf die gleiche Art und Weise wird auch Handmade Marijuana, also Craft Cannabis, immer seine Daseinsberechtigung und seinen Platz auf dem legalen Cannabis-Markt haben.

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