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Der DHV gibt Gas: „Klarer Kopf. Klare Regeln!“

Mariana Pinzon ist Kampagnenleiterin
Mariana Pinzon ist Kampagnenleiterin

Lieber nicht kiffen, den Lappen behalten und vielleicht 10 oder 20 Jahren aufgrund der eingeschränkten Motorik früher im Rollstuhl sitzen, so die Auswirkungen der Ersatzstrafen für Kiffer. Der DHV will vernünftige Regeln im Führerscheinrecht für Kiffer und startet deswegen die Kampagne „Klarer Kopf. Klare Regeln!“ Ab dem 16.06.2017 bis in den November hinein werden die Bürger über das Problem aufgeklärt werden. Jeder könnte es immerhin irgendwann medizinisch brauchen und in eine Kontrolle geraten.

Für die Führerscheinkampagne „Klarer Kopf. Klare Regeln!“ vom DHV beginne ich mit einer persönlichen Rückblende: Bei Freunden lernte ich einst deren Nachbarn kennen. Er hat MS und ich empfehle Cannabis, da er mit diesem Cannabis die Erkrankung zum Stillstand bringen kann. Klar habe er früher auch gekifft, er wäre immerhin normal. Aber er muss für seinen Job den Lappen behalten und hat sich das Kiffen deswegen abgewöhnt. Da wäre ihm Alkohol sicherer. So dieser Mann, der schon einiges hinter sich hat und auch noch vor sich hat. Diejenigen, die ihn besser kennen und vielleicht auch er selber bezeichnen ihn als Alkoholiker. Nüchtern habe ich den Mann oder dessen Frau noch nie gesehen.

 

Wer sagt denn, dass wir bekifft fahren wollen?

Bekifft am Steuer sollte keiner Auto fahren, der es nicht medizinisch braucht und dadurch erst fahrtauglich wird. Hier wären z.B. ADHS Patienten zu benennen, die ohne Medikamente oder ohne Cannabis eben in einem Zustand sind, der alles andere als geistesgegenwärtig ist. Mit Medikamenten oder eben Cannabis erreichen diese Menschen eine geistige Klarheit oder auch innere Ruhe, wie es der normal gesunde Mensch im nüchternen Zustand erfährt.

Die Führerscheinkampagne „Klarer Kopf. Klare Regeln!“ klärt hingegen über das Problem des normalen Genusskonsumenten auf, der nicht aus medizinischen Gründen kifft. „Klarer Kopf. Klare Regeln!“ will zugleich darauf aufklären, dass es immer mehr Patienten gibt, die nach Weisung vom Arzt Cannabismedizin verwenden und damit auch mit THC oder dessen Abbauprodukt THC-COOH noch fahrtüchtig sind. Sie sind an die Wirkung von THC gewöhnt oder haben ihre Zeitfenster, in denen sie nicht Auto fahren. In Absprache mit dem Arzt wird eben anders als zum Genuss konsumiert, weswegen es neben den Patienten, die nicht mehr fahren dürfen, auch solche gibt, die das durchaus können. Einige haben eine vorsorgliche MPU gemacht, um damit zu beweisen, dass sie beim Konsum nach Angabe vom Arzt noch fahrtüchtig sind und dürfen noch fahren.

Der normale Genusskonsument konsumiert natürlich wegen dem High und soll in diesen Momenten nicht hinter dem Steuer sitzen. Wer ein starkes High kennt, der weiß jedoch, dass er sich weigern wird, sich hinter das Steuer zu setzen. Wer bekifft ist, will gar nicht mehr Auto fahren und würde direkt vorsichtiger fahren. Oder warum nehmen nach der Legalisierung von Cannabis als Medikament oder Genussmittel die schweren Verkehrsunfälle in den betreffenden US Bundesstaaten ab? Das sind Statistiken, die selbst Schulkinder aus lesen können, die besagen, dass mit dem regulierten Cannabismarkt eben nicht mehr Verkehrstote aufkommen. Viele dieser Infos finden sich z.B. auf der Regierungs-Website von Colorado.

Georg Wurth wünscht sich „Klarer Kopf. Klare Regeln!“

Georg Wurth wünscht sich „Klarer Kopf. Klare Regeln!“

Restwerte

Wer dieses starke High hat, der hat aber möglicherweise noch nach Tagen Restwerte im Blut, die dazu reichen, dass die Beamten es der Führerscheinstelle melden, womit der Lappen weg sein kann. Dabei sind diese Restwerte so gering, dass sie gar keinen Rausch auslösen. Dennoch wird dem Kiffer unterstellt, er gefährde mit diesen nüchternen Fahrten den Verkehr, wohingegen Personen, die mehrfach im nüchternen Zustand Unfälle bauen, einfach weiter fahren können. Vielleicht haben diese Personen Sehfehler, motorische Störungen oder ein gefährliches Fahrverhalten? Ist nicht schlimm, solange sie nüchtern sind? Die Kampagne „Klarer Kopf. Klare Regeln!“ will das noch anderes erklären: Die Situation der Kiffer wird mit der Situation von denen verglichen, die Alkohol trinken. Alkohol am Steuer hat schon viele ins Grab gebracht, und dennoch ist das Verkehrsrecht hier deutlich lockerer als beim Cannabis.

Auch für Kiffer: „Klarer Kopf. Klare Regeln!“

Wenn jemand nicht berauscht und völlig fahrtauglich hinter dem Steuer sitzt, dann darf ihm nicht der Führerschein ab genommen werden, so die Aussage von „Klarer Kopf. Klare Regeln!“

Wer hinter dem Steuer oder an anderen Orten mit Marihuana erwischt wird und Restmengen im Blut hat, die definitiv keinen Rausch auslösen können, dem darf nicht ein „fehlendes Trennungsvermögen“ unterstellt werden. Mit diesem wird unterstellt, dass diese Menschen kiffen und dann nicht davon unterscheiden, dass sie berauscht sind und sich deswegen an das Steuer setzen. Genau das Problem tritt doch beim Kiffen gar nicht auf, sondern beim Alkohol. Wer merklich bekifft ist, der will doch gar nicht mehr fahren.

Daran zeigt sich, wie notwendig die Kampagne „Klarer Kopf. Klare Regeln!“ ist, da in Sachen Führerschein vermutlich nur diejenigen entscheiden, die eh keine Ahnung haben. Aufklärung tut bitter Not, damit diese Hetze aus dem „Märchenland“ vom normalen Bürger erkannt und bekämpft werden kann. Kiffer sind normale Menschen, die genauso verantwortungsbewusst wie andere auch handeln können. Dass es zu beiden Seiten leider auch viele Ausnahmen gibt, ändert jedoch nichts daran, dass man nicht einfach alle direkt unter Generalverdacht stellen kann.

One comment

  1. Viel bla bla … was für Grenzwerte schlägt denn der DHV vor?
    Wie soll die Abwicklung durch die Verwaltung laufen, besonders im Vergleich zu Alkohol?

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