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Studie: Cannabis bei PTBS

Ein auf der Wissenschaftsplattform Science Daily veröffentlichter Bericht erwähnt eine Studie1, in der Patienten mit Posttraumatischer Belastungsstörung angaben, Cannabis habe den Schweregrad ihrer Symptome zumindest kurzfristig um mehr als die Hälfte reduziert.

Die Untersuchung wurde an der Washington State University durchgeführt. Insgesamt wurden Daten von mehr als 400 Personen analysiert, die Veränderungen ihrer PTBS-Symptome vor und nach dem Konsum von Cannabis mithilfe einer App festhalten sollten. Die App namens Strainprint wurde speziell dafür entwickelt, Patienten auf der Suche nach Cannabissorten zu unterstützen, die am besten für die Linderung ihrer Symptome geeignet sind.

„Die Studie deutet darauf hin, dass Cannabis zwar die Symptome einer PTBS akut reduziert, aber möglicherweise keine längerfristigen positiven Auswirkungen auf die Grunderkrankung hat“, erklärte Carrie Cuttler, Assistenz-Professorin für Psychologie an der Washington State University. „Die Arbeit mit diesem Modell zeigte uns, dass Cannabis die Symptome vorübergehend verschwinden lässt, indem es wie eine Art Bandage wirkt, aber sobald die Wirkung abklingt, können die Symptome wiederkehren.“

Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) ist eine psychische Erkrankung. Sie entsteht als Folge einer schweren traumatischen Erfahrung. Beispiele für solche Traumata können Vergewaltigung, Naturkatastrophen, Krieg, Gewalterfahrungen sowie extreme psychische Belastungen sein. Obwohl eine Therapie als Primärbehandlung empfohlen werde, so Cuttler, gebe es zunehmend Belege dafür, dass sich viele Menschen mit PTBS mithilfe von Cannabis selbst behandeln.

Die Untersuchung gibt einen Einblick in die Wirksamkeit von Cannabis bei PTBS-Symptomen. Die Autoren der Studie betonen jedoch die eingeschränkte Gültigkeit der Ergebnisse. Das liege vor allem an der ausgewählten Stichprobe von Personen, die sich selbst als PTBS-Patienten bezeichnen. Außerdem wurde die Symptomreduktion bei Cannabiskonsumenten nicht mit einer Kontrollgruppe verglichen, die ein Placebo verwendet.

In dieser Studie betrachteten Cuttler und ihre Kollegen eine Vielzahl von Variablen, entdeckten jedoch keinen Unterschied in der Wirkung von Cannabis mit unterschiedlichen Wirkstoffkonzentrationen. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Kombination aus THC, CBD und möglicherweise anderer Bestandteile der Cannabispflanze für das therapeutische Potenzial verantwortlich ist.

„Wir brauchen mehr Studien, die sich mit der Cannabispflanze als Ganzes befassen, denn im Gegensatz zu synthetischen Cannabinoiden konsumieren Menschen viel häufiger die gesamte Pflanze“, so Cuttler. „Es ist schwierig, gute placebokontrollierte Studien mit der ganzen Cannabispflanze durchzuführen, aber sie werden immer noch dringend benötigt“.

Quellen

1 sciencedaily.com

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