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Neues Cannabismedikament gegen Leukämie

Der jamaikanische Arzt Dr. Henry Lowe hat ein Heilmittel gegen die akute myeloische Leukämie entdeckt und weigert sich, dieses an amerikanische Großkonzerne zu verkaufen. Nur selten lässt sich beobachten, dass die US Food and Drug Administration ein neues Medikament derartig schnell erlaubt. Ganz besonders selten lässt sich beobachten, dass das bei Medikamenten auf Cannabisbasis vorkommt. Dabei kann dieses Medikament mehrere Arten von Blutkrebs bekämpfen.


Chryosoeirol nennt sich die neue Medizin. Bisher zeigt sie sich vielversprechend im Kampf gegen die akute myeloische Leukämie (AML). Zugelassen wurde dieses Medikament über den Orphan Drug Act der FDA. Im Jahre 1983 verabschiedet, erlaubt dieses Gesetz die frühzeitige Veröffentlichung von Medikamenten, welche besonders seltene Krankheiten therapieren. Unter anderem zählen zu diesen Krankheiten das Huntington’s Disease, die muskuläre Dystrophie und auch ALS. Unter den Fittichen dieses Gesetzes darf das Medikament zwar nicht hergestellt und verkauft werden, stattdessen werden zahlreiche Vorteile, auch in Bezug auf Steuern, für die Veröffentlichung gewährleistet.

Der Underdog

Erstaunlicherweise stammt diese Medizin aus keinem der gigantischen Pharmakonzerne Amerikas. Stattdessen hat ein jamaikanischer Wissenschaftler namens Dr. Henry Lowe die Medizin entdeckt. Er ist CEO eines kleinen Pharmazieunternehmens namens Medicanja, womit er das erste Pharmaunternehmen auf Basis von Cannabis in Jamaika repräsentiert. Erstaunlicherweise ist Chryosoeirol die erste Medizin, welche aus einem Entwicklungsland stammt und trotzdem die Hilfe des Orphan Drug Acts erfährt. Wenn man jedoch den Worten Lowes Glauben schenkt, so wird das bei Weitem nicht die Letzte sein.

Zahlreiche Großkonzerne haben probiert, ihm das Patent abzukaufen. Summen von bis zu 50 Millionen US-Dollar wurden geboten. Lowe meint, dass das Potenzial dieser Medizin viel zu groß sei, jegliche Arten des Blutkrebs könnten von ihr behandelt werden. Diese Möglichkeit will er nicht den amerikanischen Konzernen in die Hände legen, da diese bekanntermaßen Profite über ihre Patienten stellen würden. Seine jetzige Strategie beinhaltet jedenfalls, durch Medicanja und sein in Maryland basiertes Unternehmen Flacovure Biotech LLC, die neue Medizin innerhalb von zwei Jahren auf den Markt zu bringen.

Die Wirkweise von Chryosoeirol 

Bisher konnte die akute myeloische Leukämie durch das neue Medikament behandelt werden. Dabei entsteht diese Medizin aus der Synthese von Cannflavins. Das sind chemische Bestandteile der Cannabispflanze, welche nicht zu den Cannabinoiden gehören. Dennoch haben diese Stoffe ein großes entzündungs- und schmerzhemmendes Potential. Entdeckt wurden sie im Jahr 1985. Bisher wurde ihnen jedoch kaum Aufmerksamkeit zugeteilt. Genauer gesagt entsteht die Medizin aus der Biosynthese von Cannflavin A und B. Im wissenschaftlichen Interesses standen diese Verbindungen aufgrund ihrer schmerzhemmenden Wirkung.

Am effektivsten bekämpft diese Medizin AML, weil die Krebszellen dieser Erkrankung besondere genetische Marker tragen. Bei rund einem Drittel aller Patienten erhalten die Leukämiezellen Genmutationen, die man FLT3 nennt. Chryosoeirol kann diese Marker finden und gezielt angreifen, um den Krebs zu bekämpfen.

Wieso ist diese Cannabis Medizin so bedeutend?

AML ist lediglich eine der zahlreichen Krankheiten, welche sich hinter dem Begriff Leukämie verstecken. AML nimmt seinen Anfang im Rückenmark. Von dort aus breitet es sich über das Blut in die Lymphknoten aus, um anschließend den ganzen Körper zu befallen. Bisher gibt es kaum Medikamente, mit welchen man diese Krankheit bekämpfen kann. Des Weiteren sind die Nebenwirkungen vielfältig und die Toxizitäten sind schlichtweg hoch. Ältere Betroffene dieser Krankheit haben eine 20 %ige Chance, fünf Jahre zu überleben. Jüngere Leute haben eine Wahrscheinlichkeit von 67 %, bezogen auf den gleichen Zeitraum. Als Betroffener muss man eine Behandlung über sich ergehen lassen, die Medikamente addieren sich zum Leiden hinzu.

Im Vergleich dazu ist Lowes Medikament ein wahrer Segen. Die Medizin ist in keiner Weise toxisch und auch entstehen keinerlei Nebenwirkungen, die sich mit den von anderen krebsbekämpfenden Mitteln vergleichen lassen. Die Quantität des Lebens wird erhöht, ohne die Qualität einzuschränken, was ein klarer Kontrapunkt im Vergleich zu den herkömmlichen Behandlungsmethoden ist.

Weiteres aus dem Labor Lowes

Neben dem Chryosoeirol hat das jamaikanische Unternehmen noch zahlreiche weitere Patente beantragt. Der Einsatz von Chryosoeirol könnte die heutige Sichtweise auf die Krebstherapie komplett verändern. Der Fokus Lowes liegt unweigerlich auf seinen Patienten. Es ist zu erwarten, dass der Einfluss dieses Arztes weit über den Blutkrebs hinausgehen wird.

Der jamaikanische Arzt Dr Henry Lowe hat Harvard und das MIT besucht. Er ist nicht nur Geschäftsmann sondern auch Philanthrop. Durch seine Arbeit will er sein eigenes Land fördern und das Leben von Krebspatienten verbessern. Hierin liegt der Grund, weshalb er die 50 Millionen US-Dollar von Big Pharma abgelehnt hat. Hierin liegt der Grund, weshalb er lediglich 3,5 Millionen US-Dollar generieren will, um weiterhin unabhängige Tests durchführen zu können. Dr. Lowe begibt sich auf eine Reise, deren Verlauf wohl noch sehr spannend wird.

Quellen

Doc Refuses To Sell Cannabis-Based Leukemia Med To Big Pharma

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