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Cannabis als Medizin in Litauen beschlossen

In den USA erobert Cannabis das Land in zwei kurz aufeinander folgenden Wellen. Die Legalisierung für medizinische Verwendung machte quasi die Vorhut und der Freizeit Gebrauch, das sogenannte Recreational Cannabis, folgt im Windschatten. In Deutschland war das Cannabis als Medizin Gesetz verhältnismäßig zügig auf den Weg gebracht worden, und auch in Kraft getreten.


Seither sind mit unterschiedlichem Hintergrund und in verschiedenen Ansätzen Medizinalhanf-Legalisierungen in Europa in Gang gekommen, zum Beispiel in Lichtenstein wegen der Clearstream Cannabis-Aktien-Problematik, oder in Großbritannien wegen öffentlichkeitswirksamer Bürgerinitiativen, wo Cannabis-basierte Medizinprodukte ab 1. November zugelassen werden. Auch in Italien und Dänemark wird Die Pflanze bereits therapeutisch genutzt. Einige Länder in Europa zeigen sich etwas weniger mutig oder offen, was den Rahmen einer medizinischen Freigabe von Cannabis anbelangt.

Medical Marihuana in Litauen

Das nächste europäische Land, in welchem Cannabis in Zukunft Bestandteil der medizinischen Versorgung sein wird, ist Litauen. Jedenfalls hat das Parlament des osteuropäischen Staates dies kürzlich beschlossen. Von 141 Abgeordneten stimmten 91 für das neue Gesetz, und nun muss es nur noch durch den Präsidenten Dalia Grybauskaite legitimiert werden, damit es zum angekündigten Termin, am 19. Mai nächsten Jahres, in Kraft treten kann. Ärzte werden dann auf Cannabis basierte Medikamente an schwer kranke Patienten verordnen können. Die Abgabe von Cannabis-Medikamenten soll sehr streng reguliert sein, die Präparate müssen registriert werden und ihre Wirksamkeit wissenschaftlich bestätigt sein. Für den Verkauf werden Lizenzen litauischer Behörden erforderlich sein. Auch wird Cannabis nur für Patienten mit sehr schweren Erkrankungen wie HIV, Multipler Sklerose oder gravierenden Formen von Epilepsie zugänglich sein.

Aurora Cannabis bereits in den Startlöchern

In Sachen Versorgung könnte es in Litauen bei der praktischen Umsetzung des Cannabis als Medizin Gesetzes etwas reibungsloser ablaufen als in Deutschland, wo noch bis heute regelmässig von Versorgungsengpässen berichtet wird. Der große kanadische Hanf Hersteller Aurora Cannabis hat sich bereits eine gute Ausgangsposition gesichert, um den medizinischen Cannabis Markt zu bedienen. 1600 Hektar besitzt der Weltmarktführer für den Anbau von Medizinalhanf in dem baltischen Land, Optionen auf 3000 Hektar sind gegeben. Ebenso hat Aurora bereits die nötigen Firmen für Herstellung, Verarbeitung und Vertrieb übernommen, selbst namhafte Unternehmen, so dass sie eine lückenlose Struktur vom Anbau bis zum Patienten besteht, wenn die Patientenversorgung im nächsten Frühling beginnen soll.

Jede Liberalisierung ist wichtig

Tja, und wo ist in Europa das Freizeit-Cannabis? In Litauen bleibt es auf jeden Fall vorläufig verboten. Gibt es bei uns keinen Windschatten-Effekt, von dem, wie eingangs erwähnt, die Cannabis-Freunde in den USA profitieren? Da die Ausgangssituationen völlig unterschiedlich sind, ist ein ähnlicher Ablauf wie in den Vereinigten Staaten für Europa nicht denkbar. Während wir es bei den USA mit einer Nation zu tun haben, deren Bundesstaaten eine hohe legislative Unabhängigkeit genießen, besteht unsere Umgebung aus Einzelnationen mit zum Teil recht unterschiedlichen Gesetzgebungen im Bezug auf Cannabis, und und auch individuellen Legislatur-Prozessen, um diese zu verändern. Dennoch ist jedes weitere Land in Europa, welches in irgendeiner Art und Weise seine Cannabispolitik liberalisiert wichtig für die gesamte Legalisierungsbewegung. Mittlerweile vielleicht weniger aus Gründen der wachsenden Akzeptanz bei den Menschen, denn die ist für eine allgemeine Legalisierung der Hanfpflanze in den meisten Ländern in ausreichendem Maß vorhanden. Der Markt und die Industrie werden es wohl sein müssen, die der Politik den Tritt in die richtige Richtung geben. Einerseits weil sie eine rasch erstarkende, wirtschaftliche Lobby für Cannabis schaffen, andererseits, weil es den Umgang mit Cannabis in den Augen der Politiker sozusagen professionalisiert, es quasi aus der Amateur-Liga der Kiffer, Home-Grower und Straßendealer holt. So sehr es den ideologischen, naturbewussten Hanf-Freund also schmerzen mag, die Legalisierung hierzulande wird mit aller Wahrscheinlichkeit vom Kapitalismus durchgesetzt werden.

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