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Italienisches Bauunternehmen setzt auf patentierte Hanfziegel

Hanf als Rohstoff für den Hausbau wird immer beliebter. Die Vielseitigkeit und die Nachhaltigkeit sind für viele Unternehmen unschlagbare Argumente. Der Bausektor als wichtige Branche für die nationalen Volkswirtschaften setzt damit auch ein klares Zeichen für umweltfreundliches Bauen und auch für die Akzeptanz von Hanf als Nutzpflanze. Senini, das größte italienische Unternehmen für Baustoffe auf Zementbasis, hatte den Beschluss gefasst, sich zukünftig auf das sogenannte „grüne Bauen“ zu konzentrieren. Damit ist unter anderem die Verwendung von umweltverträgliche Materialien beim Hausbau gemeint. Besonders Interessant sind für Senini Hanf und Kalk als Baustoffe.


Bauunternehmen waren früher Umweltsünder

Das Bauwesen gehört traditionell zu den Branchen mit dem schlechtesten ökologischen Fußabdruck. In Italien sind die Unternehmen für etwa 40 Prozent der gesamten CO2-Emissionen verantwortlich. Das Bio-Bauwesen auf Basis von Kalk und Hanf hingegen gehört zu den Branchen, die eine negative CO2-Bilanz vorweisen. Das bedeutet in der ganzen Verarbeitung von der Pflanze bis zum Endprodukt wird der Umwelt kein CO2 zugeführt, sondern entzogen. Nach dem Bauen mit den Hanf-Werkstoffen wird CO2 aus der Umwelt gebunden. Eine Tonne trockener Hanf kann etwa 325 Kilogramm Kohlendioxid binden. 

Kooperation: Equilibrium und Senini mit Hanf und Kalk

Das Unternehmen Equilibrium, ebenfalls aus Italien, hatte mit Baustoffen aus Hanf und Kalk Studien durchgeführt und sie in der Öffentlichkeit bekannt gemacht. Der Gründer von Equilibrium, Paolo Ronchetti, ist heute bei Senini Verkaufs- und Marketingdirektor. Daher ist Senini Vorreiter in Sachen realer Einsatz der Hanfbaustoffe im Bauwesen Italiens. Senini ist bis Dato führend im Bereich Betonprodukte für Böden im Außenbereich, Straßenbordsteine und Mauerblöcke.

Als erstes Unternehmen auf dem Bausektor in Italien hatte Senini diverse Zertifizierungen auf Umweltmanagement mit technischen Normen erlangen können. Bereits in der Vergangenheit hatte man sich mit Baustoffen auf Zementbasis einen Namen gemacht, die Luftverschmutzungen reduzieren können. Beispielsweise gibt es einen Bodenbelag, der mit Hilfe von Sonnenlicht die natürlichen Prozesse der Oxidation von Schadstoffen und deren Umwandlung in ungiftige Stoffe beschleunigen kann.

Mikroorganismen beschleunigen Produktion der Hanfziegel

Mit Equilibrium hält Senini auch noch ein Patent auf Mikroorganismen, die die Reifezeit der Hanf-Kalk-Baustoffe beschleunigt. Tatsächlich sind es ähnliche Probiotika, die man für das Wohlbefinden des Darms einsetzen kann. Damit wird die Karbonisierung, also die Härtung, des Kalk angekurbelt. Eigentlich ist dieses Produkt so vielseitig, man könnte es auch zur Reinigung oder der Körperhygiene verwenden. Senini nutzt die Mikroorganismen, um die Produktion ihrer Baustoffe zu beschleunigen, was diese natürlich auch günstiger macht, da sich Produktionszeit und Lagerhaltung verringern.

Mit Hanf bauen lohnt sich

Nun hat der Generaldirektor und Namensgeber des Unternehmens, Massimo Senini, beschlossen, sich verstärkt der Produktion von Hanf- und Kalksteinblöcken zu widmen, um das Bauwesen umweltfreundlicher zu machen. Außerdem besitzt Equilibrium noch ein Patent auf eine flüssige Baustoffmischung, die auf Hanf und Kalk basiert ist. Da Hanf und Kalk keine Strukturelemente sind, muss in der Regel mit einem Rahmen gearbeitet werden. Hierfür bietet sich Holz an, was ebenfalls sehr umweltverträglich ist. Manchmal wird auch Stahl verwendet, wenn es eher um Wirtschaftlichkeit geht.

Ein großer Vorteil der Hanf-Kalk-Steine ist auch das Gewicht. Sie sind wesentlich leichter als herkömmliche Materialien. Außerdem wird auch die Gesundheit der Bauarbeiter geschont, die sonst verstärkt unter dem Einsatz von synthetischen Stoffen leidet. Aber auch das Raumklima der mit Hanf gebauten Häuser ist weit besser. Am Anfang war die Umstellung der Baustoffe für Senini ein kleines Wagnis. Dies hat sich heute längst ausgezahlt und alle Beteiligten sind hoch zufrieden mit der Entscheidung Hanf als Baustoff einzusetzen.

photocredit: canapaindustriale.it

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