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USA verfolgt mehr Cannabisdelikte als Gewaltverbrechen

Die Vereinigten Staaten von Amerika sind aktuell ein wirklich skurriler Schauplatz in Bezug auf den Umgang verschiedener Behörden mit Cannabis. In manchen Staaten könnten zwei Beamte völlig unterschiedlich reagieren, wenn sie bei einer Person Marihuana auffinden. Während der Bundesbeamte das altbekannte Strafverfolgungs-Tamtam einleitet, würde der andere müde gähnen, das Gras zurückgeben und seines Weges ziehen. Nach der Legalisierung in Kanada wird es für manche noch merkwürdiger, wenn sie vom legalisierten Kanada in die USA in den ebenfalls legalisierten Bundesstaat Washington einreisen, und der Beamte an der Grenze trotzdem das U.S. Bundesgesetz vertreten muss, nachdem Cannabis weiterhin illegal ist.


Sessions Krieg läuft noch

Von Volksabstimmung zu Volksabstimmung, Börsengang nach Börsengang, die Legalisierung schiebt sich unaufhaltsam über die Nordamerikanische Landmasse. Kanada wird in einem einzigen Schritt legalisiert, und in den USA erobert die neue Freiheit Bundesstaat um Bundesstaat. Trotzdem bleibt Justizminister Jeff Sessions hart in seiner restriktiven Haltung und seinem Wunsch, den Krieg gegen Cannabis weiter zu führen. Ungeachtet aller Erkenntnisse und der breiten medizinischen Akzeptanz von Hanf zum Trotz setzt er seinen Kampf gegen die Pflanze fort. Dieser Kampf, und damit seine Priorität im Vergleich zu anderen Delikten, lässt sich in beeindruckenden Zahlen ausdrücken.

Den Konsumenten auf der Spur

Ja, nicht nur in Deutschland erreichen die verzeichneten, verfolgten Straftaten, die im Zusammenhang mit Cannabiskonsum stehen, Rekordwerte. Bundesweit gab es laut FBI Kriminalstatistiken in den USA im Jahr 2017 ganze 659.700 Verhaftungen in Verbindung mit Hanf. Fast 91% davon betrafen sogenannte Konsum-bezogene Delikte, also Vergehen, die mit Eigenbedarfsmengen zu tun haben. Diese hohen Zahlen sind vor allem bemerkenswert, wenn man bedenkt, dass Cannabis in einigen Staaten bereits legal ist. Gewaltverbrechen, die in jedem Staat illegal sind, konnten nicht im gleichen Maß geahndet werden, obwohl sie definitiv begangen werden. 518.617 Gewalttäter wurden im gleichen Zeitraum verhaftet, das sind 21% weniger festgenommene Gewaltverbrecher als Kiffer. Selbstverständlich sind auch diese echten Verbrechen mehr als genug an der Zahl, aber die Zahlen zeigen leider nicht die Vergehen, die stattgefunden haben, sondern lediglich die Verhältnisse, in denen den unterschiedlichen Delikten nachgegangen wird.

Falsche Prioritätensetzung

Angesichts der enormen Raten tatsächlich begangener Verbrechen ist eine solche Gewichtung äußerst fragwürdig, und die Bindung von begrenztem Personal und Ressourcen stehen in der öffentlichen Kritik. Das Interesse der Allgemeinheit am Verbot und der Verfolgung von Cannabis sind einfach nicht mehr gegeben. Solange Menschen überfallen werden, ausgeraubt, eventuell ermordet, solange Menschen an wirklich gefährlichen Substanzen sterben, ist nicht nachvollziehbar, dass in den USA etwa alle 48 Sekunden jemand wegen Cannabis verhaftet wird. Jedes bisschen Arbeitskraft und Steuergeld ist in diesem Moment sicher an anderer Stelle besser aufgehoben, zum Beispiel dort wo von außen Gefahr für Leib und Leben unschuldiger Menschen besteht.

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