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UN-Suchtstoffkommission: Reklassifizierung von Cannabis erneut verschoben

Hanffreunde auf der ganzen Welt haben lange auf diese Tage gewartet. In Wien tagt die Suchtstoffkommission, um dem globalen Umgang mit Substanzen, die durch diverse UN-Konventionen kontrolliert, beschränkt und reglementiert sind, die Richtung für die Zukunft zu weisen. Cannabis nimmt in diesen Konferenzen eine besondere Position ein, unter anderem weil verschiedene UN-Mitgliedstaaten und Unterzeichner der internationalen Suchtstoffabkommen die Pflanze mittlerweile legalisiert oder entkriminalisiert haben. Leider wurde gerade verkündet, dass auch bei dieser Konferenz keine Entscheidungen zur Reklassifizierung von Cannabis gefällt werden sollen. Erneut wurde der Termin für eine Abstimmung darüber verschoben.


EU wollte Mitglieder auf einheitlichen Kurs bringen

Die EU-Kommission hatte vor kurzem versucht, eine einheitliche Abstimmung ihrer Mitglieder innerhalb der Suchtstoffkommission zu erreichen. Dadurch hätte sich der Status von Cannabis nur sehr begrenzt geändert. Doch da Länder wie Portugal, Spanien und die Niederlande eine wesentlich progressivere Linie in der Cannabispolitik verfolgen, wäre zu bezweifeln, ob man die EU-Länder auf einen einheitlichen, wenig liberalen Kurs hätte einschwören können. 

Schon letztes Jahr wurde verschoben

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hatte in einem Bericht Empfehlungen eingereicht, die die Cannabis in den UN-Konventionen neu klassifizieren könnten. Diese Empfehlungen liegen den Gremien der Vereinten Nationen bereits länger vor. Eigentlich hätte vor beinahe einem Jahr darüber debattiert und abgestimmt werden sollen, doch einige Mitgliedstaaten hatten eine Verschiebung beantragt. Jetzt, fast ein Jahr später, war eigentlich der Zeitpunkt gekommen, an dem die UN Suchtstoffkommission wieder in Wien zusammenkommt und darüber berät. Doch erneut soll es nicht sein. Seit gestern steht nun fest, dass bei der aktuellen Konferenz der Suchtstoffkommission in Wien nicht über den Status von Cannabis in den internationalen Verträgen wie der UN Single Convention entschieden werden soll. 

Ist die UN-Suchtstoffkommission handlungsfähig?

Nun soll es also wieder bis zu einem Jahr dauern, ehe eine internationale, zeitgemäße Cannabispolitik durch die Vereinten Nationen legitimiert werden kann. Zwar hatte man sich bemüht, Legalisierungsbefürworter zu beschwichtigen, indem man vermeintliche Vorzüge einer erneuten monatelangen Wartezeit beschwört. Man hätte ja dann Zeit noch mehr Argumente und wissenschaftliche Ergebnisse zu sammeln.

Wer sich eingehend und sachbezogen mit der Materie auseinandergesetzt hat, der weiß, dass es nicht mehr Erkenntnisse braucht, um festzustellen, dass Cannabis weniger schädlich und gefährlich ist als viele Substanzen, die legal im Handel verfügbar sind, wie beispielsweise Alkohol und Zigaretten. Sogar der Präsident des konservativen Kontrollorgans der UN (INCB) zweifelt daran, dass der Status von Cannabis in den UN-Konventionen nach 60jährigem Bestand heute noch zeitgemäß ist. Eine weitere Wartezeit von einem Jahr kann mit vernünftigen Argumenten eigentlich nicht mehr gerechtfertigt werden.

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