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Irland könnte bald eigenes medizinisches Cannabis anbauen

Nachdem Cannabis zu medizinischen Zwecken in Irland bereits legalisiert wurde, sollen die dafür benötigten Pflanzen nun im eigenen Land angebaut werden.


Im Dezember 2016 gab es die ersten Berichte über die Legalisierung von Cannabis als Medizin in Irland. Nachdem sich die Regierung dazu bereit erklärt hatte, man wolle dem Vorhaben nicht mehr im Wege stehen, wurde ein entsprechendes Gesetz durchgesetzt.

Darin festgelegt ist die Legalisierung von Cannabis zu medizinischen Zwecken, sodass Patienten mit schwerwiegenden Erkrankungen wie Krebs, Multiple Sklerose oder Menschen mit chronischen Schmerzen ihre Leiden mit Cannabis behandeln können. Die Entscheidung darüber liegt beim behandelnden Arzt, der dafür ein Rezept ausstellen kann.

Für den Freizeitkonsum ist Cannabis im Herkunftsland von Guiness Bier weiterhin strengstens verboten und Konsum, Besitz oder Anbau werden mit drakonischen Strafen versehen.

Cannabisanbau im eigenen Land

Der irische Gesundheitsminister Simon Harris ließ nun durchblicken, es bestehe die Möglichkeit, dass Landwirte das als zu medizinischen Zwecken benötigte Cannabis im eigenen Land anbauen können.

Dem Irish Mirror gegenüber erklärte Harris, er werde sich für den Anbau von Cannabis zu medizinischen Zwecken in Irland einsetzen. Dabei gehe es nicht um den Freizeitkonsum. „Es geht darum, Cannabis kontrolliert und mit der Unterstützung des behandelnden Arztes einzusetzen“, so der Gesundheitsminister weiter.

Außerdem sei es eine großartige Chance für irische Landwirte. Es sei durchaus sinnvoll, nicht vom Import abhängig zu sein und eigene Pflanzen anzubauen.

Ein solches Vorhaben lässt sich nicht über Nacht durchsetzen und die Regierung wird Patienten, die ihre Medizin so schnell wie möglich benötigen, vorerst mit Cannabis aus anderen Ländern versorgen.

Anregungen für die Umsetzung und hilfreiche Beispiele gibt es mittlerweile genügend. In einigen Bundesländern der Vereinigten Staaten, Kanada oder den Niederlanden gibt es riesige Plantagen mit über 1400m² Anbaufläche für Cannabis, das rein zu medizinischen Zwecken verwendet wird. Variablen wie Temperatur, Wasserversorgung und Nährstoffe werden genauestens überwacht und die Blüten der Pflanzen vor Ort weiterverarbeitet.

Der Anbau von Cannabis als große Chance

Dr. James Linden von Greenlight Pharmaceuticals ist einer der führenden Verfechter von medizinischem Cannabis in Irland und begrüßt die Pläne für den Anbau im eigenen Land.

In dem Podcast Capital B, der irischen Nachrichtenseite Joe, wies er auf das große Potenzial des Landes hin. Im Grunde sei das irische Klima für den Cannabisanbau besser als beispielsweise in den Niederlanden. Beim Anbau in einem Aufzuchtraum führen hohe Außentemperaturen im Sommer oft zu Problemen. Diese gäbe es in Irland nicht. „Die Akzeptanz wird immer größer. Hinzu kommt, dass die Regierung durch Steuereinnahmen hohe Summen verbuchen kann“, so Linden.

Vor ungefähr zweieinhalb Jahren begann er mit der intensiven Erforschung des Potenzials der Pflanze, wobei er nach eigenen Angaben auf viel weniger Widerstand traf, als im Vorfeld erwartet.

In der Tat sei sein Antrag sogar begrüßt worden, da es Krankheiten gäbe, bei denen aktuell verordnete Medikamente einfach nicht helfen.

Zu seinem Forschungsnetzwerk zählen insgesamt elf Universitäten in Irland, Großbritannien und den Vereinigten Staaten, wo Linden an Erkrankungen wie Krebs, Epilepsie, Arthritis, Morbus Crohn oder Asthma forscht.

Der Grund, warum viele Menschen von der Behandlung mit Cannabis profitieren, ist unser Endocannabinoid-System. Es besteht aus unzähligen Rezeptoren, die über unseren gesamten Körper verteilt sind. Sie befinden sich zum Beispiel in den wichtigsten Organen, aber auch im Zentralnervensystem oder dem Gehirn. Immer häufiger gelingt es Wissenschaftlern, bestimmte Krankheiten mit einem Ungleichgewicht dieses wichtigen Regulierungssystems in Verbindung zu bringen.

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