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EU-Drogenbeobachtungsstelle veröffentlicht ersten Bericht zu Cannabis als Medizin

Die Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht äußerte sich in einem umfassenden Bericht erstmals zur Verwendung von Cannabis und Cannabinoiden in der Medizin. Das Ergebnis: Die Forschung hängt auf dem Gebiet hinterher.


Der Bericht mit dem Titel: Medical use of cannabis and cannabinoids ist in vier Teile gegliedert. Teil eins fasst alle Belege für das medizinische Potenzial von Cannabis und Cannabinoiden zusammen, die durch kontrollierte wissenschaftliche Studien gesammelt werden konnten. Darüber hinaus wird die Rolle von Cannabis bei der Behandlung bestimmter Krankheiten diskutiert und bei welchen Indikationen eine Behandlung mit Cannabis und Cannabinoiden sinnvoll ist. Zudem werden bisherige Erkenntnisse über die möglichen Nebenwirkungen von der medizinischen Anwendung von Cannabis zusammengefasst sowie das therapeutische Potenzial der Pflanze und ihrer Wirkstoffe diskutiert.

Teil zwei beschäftigt sich mit den rechtlichen Rahmenbedingungen, die für eine Legalisierung von Cannabis und Cannabinoiden als Medizin nötig sind.

In Teil drei wird anhand ausgewählter Länder gezeigt, wie eine Realisierung des medizinischen Einsatzes von Cannabis und Cannabinoiden zu medizinischen Zwecken aussehen könnte.

Als Abschluss wird in Teil 4 noch einmal auf die rechtlichen Rahmenbedingungen eingegangen, die Regierungen bei der Zulassung von Cannabis als Medizin für Patienten beachten sollten. Dazu zählen Entscheidungen über die Art von Cannabisprodukten, aus denen Patienten auswählen können und welche Produkte sich für die Behandlung bestimmter Krankheiten eignen.

Mehr Forschung nötig

Der Bericht entstand, weil sich immer mehr europäische Länder für die Legalisierung von Cannabis als Medizin entscheiden. Hinsichtlich der Umsetzung gäbe es aber gravierende Unterschiede. Das betreffe sowohl die zugelassenen Produkte als auch die rechtlichen Rahmenbedingungen für den Gebrauch. Mit einem solchen Bericht wolle man vor allem eine Grundlage schaffen, um „eine fundierte politische Debatte zu diesem Thema führen zu können“.

Der verwendete Begriff „medizinische Verwendung von Cannabis und Cannabinoiden“ beziehe sich auf die unterschiedlichen Produkte und Präparate auf Cannabis-Basis, die verschiedene Wirkstoffe enthalten und auf unterschiedliche Art und Weise angewendet werden können.

Letztendlich kommt die Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht zu dem Ergebnis, dass auf diesem Gebiet mehr Forschung und weitere Studien nötig seien, um bestehende Unklarheiten zu klären und weitere Belege zu sammeln. Ein Beispiel dafür ist der Einsatz von Cannabinoiden in der Palliativmedizin. Dieser sei nur teilweise untersucht worden. Um den therapeutischen Nutzen auf diesem Gebiet wirklich beweisen zu können, seien umfangreichere und längerfristige Studien nötig. Dasselbe gilt für die Anwendung von Cannabis und Cannabinoiden bei Depression, Angst oder neurodegenerativen Erkrankungen.

Den gesamten Bericht gibt es hier.

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