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Die Mehrheit der Hausärzte hält medizinisches Cannabis für sinnvoll

Laut einer aktuellen Umfrage unter 300 Hausärzten in Deutschland halten sechs von zehn befragten Medizinern medizinisches Cannabis für eine sinnvolle Behandlungsmöglichkeit.


Die Umfrage wurde im Auftrag von Wayland, einem Produzenten für medizinisches Cannabis durchgeführt. In der vom 22. November bis 6. Dezember durchgeführten online Befragung wurden deutschlandweit 300 zufällig ausgewählte Hausärzte zu ihrer Meinung bezüglich des medizinischen Einsatzes von Cannabis befragt.

Das Ergebnis: Sechs von zehn Hausärzten halten medizinisches Cannabis für eine sinnvolle Therapiemöglichkeit. Trotzdem hat über die Hälfte aller befragten Ärzte noch nie ein Rezept dafür ausgestellt. Grund dafür sei der vorgeschriebene hohe bürokratische Aufwand, der mit einem Rezept einhergeht.

Des Weiteren zweifeln nur 16% der Befragten an der Wirksamkeit einer Behandlung mit Cannabis. 45% aller befragten Ärzte habe mindestens schon einmal ein Rezept ausgestellt. Nur 4% von ihnen haben im Jahr 2018 mehr als 50 Rezepte geschrieben.

Vor allem der komplizierte Verschreibungsprozess schreckt viele Ärzte ab. Dem stimmen 64% der befragten Mediziner zu. Zusätzlich zum Rezept muss der behandelnde Arzt einen Antrag auf Kostenübernahme der Krankenkasse ausfüllen und an einer anonymisierten Begleiterhebung teilnehmen.

Fast die Hälfte der Befragten beklagt die häufige Ablehnung der Krankenkassen und für 27% ist der Umgang mit medizinischem Cannabis schwierig. Genauso wie starke Schmerzmittel muss Cannabis mit einem BtM-Rezept (Betäubungsmittelrezept) verordnet werden. Zudem müssen eine konkrete Sorte und die entsprechende Dosierung vermerkt werden.

Patienten können sich das Cannabis mit einem entsprechenden Rezept in der Apotheke besorgen. Zumindest in der Theorie, denn dazu muss das Zusammenspiel mit Apothekern reibungslos funktionieren. Nur ein Drittel der Ärzte (33%) gibt an, das dies zutreffe. Mit der Kritik an der komplizierten Verordnung stehen die Mediziner nicht alleine da. Aus einer Befragung unter 300 Apothekern im September 2018 geht hervor, dass 64% aller Befragten den Vorgang als zu kompliziert erachten.

Das Problem sei auch, dass viele Ärzte fehlerhafte Rezepte ausstellen. Außerdem beklagen Apotheker, dass Mediziner schlecht über die Lieferbarkeit bestimmter Sorten informiert seien.

46 Prozent der Ärzte befürchten, das falsche Klientel anzulocken, und haben Angst vor einem Regress. Bei den Apothekern sind es nur 22 Prozent.

Die Ärzte wurden außerdem befragt, welche Maßnahmen für einen sichereren Umgang mit Cannabis sinnvoll seien. 57% wünschen sich eine Vereinfachung der staatlichen Auflagen für die Abgabe von Cannabis als Medizin. Generell wird jedoch deutlich, dass sich 45% der Mediziner nicht ausreichend dafür vorbereitet fühlen. Schulungen und mehr Fortbildungsmöglichkeiten oder Cannabis als Bestandteil des Studiums könnten dabei Abhilfe schaffen.

Infografiken: Wayland

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