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Debatte um Cannabis gegen chronische Schmerzen in Großbritannien

Obwohl Cannabis als Medizin in Großbritannien verschrieben werden kann, zweifelt eine Schmerzklinik in Derby am Potenzial der natürlichen Medizin.


Der National Health Service (NHS) bezeichnet das staatliche Gesundheitssystem in Großbritannien und wird von den Einwohnern des Vereinigten Königreichs wegen zahlreicher Beschwerden in Anspruch genommen. Viele von ihnen leiden unter chronischen Schmerzen. Ein Zustand, gegen den ein Arzt seit Oktober 2018 medizinisches Cannabis verschreiben kann. Eine Schmerzklinik in der Stadt Derby weigert sich dennoch, Patienten die Behandlung mit Cannabis zu ermöglichen – angeblich aufgrund ernster Nebenwirkungen.

Im Oktober wurde Cannabis als Droge der Kategorie II neu eingestuft und kann seitdem von einem Arzt für die Behandlung bestimmter Beschwerden verschrieben werden. Die Neueinstufung kam Monate, nachdem ein zwölfjähriger Junge mit Epilepsie in ein Krankenhaus eingeliefert werden musste, weil sein für die Behandlung der besonders schweren Form der Krankheit benötigte Cannabis-Öl von den Behörden beschlagnahmt wurde.

Schmerzklinik äußert Bedenken über Nebenwirkungen von Cannabis

Einem Bericht des Nachrichtenmagazins High Times zufolge ist Cannabis als Medizin in mehreren Krankenhäusern des NHS nicht verfügbar. Die restriktive Politik sei auf die gravierenden Nebenwirkungen zurückzuführen, die eindeutig über dem Nutzen der Droge stünden.

Rechtlich gesehen ist Cannabis in Form von Öl für den medizinischen Einsatz legal und kann von einem Arzt verschrieben werden. Um ein Rezept zu erhalten, müssen Patienten allerdings bestimmte Krankheiten besitzen. Dazu zählen Epilepsie, chronische Schmerzen, Übelkeit sowie Symptome, die mit Krebs oder chronischen Schmerzen in Verbindung gebracht werden können.

Im Juli 2018 veröffentlichte der Beirat für den Missbrauch von Drogen einen Bericht mit Argumenten, warum Cannabis neu eingestuft und für Patienten als Medizin verfügbar gemacht werden sollte. Der Bericht diente nicht zuletzt als Anstoß für die Zulassung von medizinischem Cannabis.

Vor der Legalisierung von THC-Öl für die Behandlung bestimmter Erkrankungen sorgte ein weiterer Fall für großes Aufsehen. Weil Ärzte eine entsprechende Behandlung verweigerten, musste der ebenfalls an einer schweren Form von Epilepsie erkrankte Alfie Dingley für die Behandlung mit Cannabis mit seiner Familie in die Niederlande ziehen. Als die Kosten für den Lebensunterhalt zu hoch wurden, kehrte die Familie nach England zurück. Eine Privataudienz mit Premierministerin Theresa May löste eine Welle an Unterstützung für den kleinen Jungen aus.

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