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Cannabis und Amyotrophe Lateralsklerose (ALS)

Die Amyotrophe Lateralsklerose, auch Lou-Gehrig-Krankheit genannt, gilt als unheilbare Krankheit. Dennoch greifen immer mehr Patienten auf Cannabis zurück. Viele von ihnen attestieren der Pflanze eine Linderung der Symptome und behaupten, Cannabis bremse den Fortschritt der Krankheit.

Bei ALS handelt es sich um eine komplexe Erkrankung des zentralen und peripheren Nervensystems. Pro Jahr erkranken etwa ein bis zwei von 100.000 Personen an ALS. Nachdem bei Lou Gehrig, einem professioneller Basebalspieler, in den 1930er Jahren die Krankheit diagnostiziert wurde, wurden Mediziner und Gesellschaft auf die ernsthafte neurodegenerative Erkrankung aufmerksam. Der wohl bekannteste ALS-Patient ist Stephen Hawking, der seit 50 Jahren an der Krankheit leidet.

Was ist Amyotrophe Lateralsklerose?

Erste Anzeichen der Krankheit zeigen sich in der Regel zwischen dem 50. und 70 Lebensjahr, nur selten sind jüngere Menschen davon betroffen. Dabei tritt die Krankheit bei Männern öfter auf als bei Frauen. Verlauf und Symptome der Krankheit können bei jedem Mensch unterschiedlich sein, die Lebenserwartung ist verkürzt.

Die ersten Symptome können sehr unterschiedlich sein. Während manche Patienten Schwierigkeiten damit haben können, etwas in den Händen zu halten, erleben andere Betroffene starke Stimmschwankungen beim Sprechen. Die schleichend verlaufenden Symptome werden mit der Zeit immer komplizierter. Da sowohl zentrales als auch peripheres Nervensystem betroffen sind, kommt es bei Betroffenen häufig zu unwillkürlichen Muskelzuckungen, Muskelschwund und Muskelschwäche an Armen und Beinen sowie der Atemmuskulatur. Je nach betroffenen Nervenzellen leiden Patienten auch an einer Schwächung der Sprach-, Kau- und Schluckmuskulatur.

Weitere Symptome von ALS sind:

  • erhöhte Stolpergefahr
  • schwache Muskulatur, weshalb Dinge oft fallengelassen werden
  • überaus starke Erschöpfung der Gliedmaßen
  • undeutliche Sprache
  • Muskelzuckungen und -krämpfe bis hin zur Lähmung

Mit fortschreitender Ausbreitung der Krankheit sind immer mehr Motoneuronen betroffen, bis der Patient die Fähigkeit zu gehen, sprechen und schließlich sogar atmen, verliert.

Da Amyotrophe Lateralsklerose unheilbar ist, leben die meisten Patienten nach der Diagnose nur noch etwa 2-3 Jahre. Dass dies nicht bei jedem Betroffenen der Fall ist, zeigt Stephen Hawking. Der theoretische Physiker lebt schon länger als 50 Jahre mit der Krankheit.

Behandlung von ALS

Bei der Behandlung von ALS konzentriert man sich auf die Linderung der Symptome und die Verbesserung der Lebensqualität. Haben Patienten die Kontrolle über die Atemmuskulatur verloren, benötigen sie möglicherweise eine Atemhilfe. Manche Patienten versuchen mit Physio- und Ergotherapie, den Ausbruch der Krankheit hinauszuzögern. Nicht zu unterschätzen ist die psychische Betreuung der Patienten, die durch die Konfrontation mit dem Tod nicht selten zusätzlich in eine Depression verfallen.

Cannabis und ALS

In den letzten Jahren nahm die Erforschung der Eigenschaften von Cannabis enorm zu. Aussagekräftige Studien haben uns gezeigt, dass Cannabis ein sehr hohes medizinisches Potenzial besitzt und für die Behandlung einer Reihe verschiedenster Erkrankungen eingesetzt werden kann.

Dabei konnten Belege für die Linderung von Schmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Schlafstörungen gesammelt werden. Wissenschaftler konnten sogar Belege für die neuroprotektive Wirkung bestimmter Cannabinoide sammeln.

Im Jahr 2001 erschien im „American Journal of Hospice and Palliative Medicine“ ein Artikel, der sich mit der Wirkung von Cannabis zur Linderung bestimmter ALS-Symptome wie Schmerzen, Spastik, Depression und mehr befasste.

2010 erschien im selben Fachblatt ein weiterer Artikel über die starken antioxidativen, entzündungshemmenden und neuroprotektiven Eigenschaften von Cannabis und wie diese das Überleben von Nervenzellen fördern und den Ausbruch der Krankheit und den Krankheitsverlauf an sich verlangsamen können. Aus dem Artikel geht hervor, dass der nächste Schritt die bessere Erforschung von Cannabis als Behandlungsmethode für ALS sein muss.

In beiden Artikeln wird deutlich, dass noch intensiver an diesem Thema geforscht werden muss, um eindeutige Aussagen treffen zu können. Allerdings werden immer mehr Berichte über Patienten bekannt, die ihre ALS-Erkrankung mithilfe von Cannabis behandeln.

Wie geht es weiter?

Es ist wichtig zu erwähnen, dass den zitierten Artikeln eine nicht unbedingt befriedigende Datenlage zugrunde liegt und sich die darin getroffenen Aussagen über die Behandlung von ALS mit Cannabis größtenteils auf Vermutungen und Schlussfolgerungen stützen. Trotzdem liefern sie einige gute Argumente für die weitere Erforschung der pflanzlichen Alternativmedizin.

In den USA ist ALS in vielen Bundesstaaten in die Liste der offiziellen Indikatoren für medizinisches Cannabis aufgenommen worden.

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