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Cannabinoid-Tinktur aus Cannabisstängeln und Schnittresten

Viele Menschen, die Hanf konsumieren und sich ein wenig mit der Pflanze befasst haben, möchten so wenig von ihr verschwenden, wie möglich. Eine Hanf Pflanze steckt im Grunde genommen in jedem Stadium und in jeder Faser voller positiver Eigenschaften, die wir uns auf unterschiedlichste Arten zu Nutzen machen können.


Warum sollte man so etwas wegwerfen und somit wertvolles Potenzial verschwenden? Wer Cannabis Blüten konsumiert, hat immer wieder kleine Blüten-Stängel übrig, an welchen sich auch noch Cannabinoide befinden. Meist werden diese lieb- und achtlos weggeworfen. Wer die Stängel jedoch sammelt, kann diese durchaus effektiv verwerten.

Ein Beispiel wollen wir hier aufzeigen.

Alkohol mit Cannabinoiden für Wunden, Entzündungen, Hautirritationen, Muskel- und Gliederschmerzen

Am besten ist es hier wohl, wenn man möglichst reinen Alkohol (96 %) verwendet, um unerwünschte Inhaltsstoffe zu vermeiden, aber auch Spirituosen mit einem Alkoholgehalt von über 50 % vol. oder mehr sind hierfür geeignet.

Hier gilt: je höher der Alkoholgehalt, desto besser.

Die gesammelten Stängel werden hierzu einfach in ein verschließbares Gefäß gegeben, mit dem Alkohol aufgefüllt und für einige Tage stehen gelassen. Der Behälter sollte möglichst lichtundurchlässig sein. Braunglas oder im Idealfall dunkelviolettes Glas bieten sich hier am ehesten an, von Kunststoffgefäßen ist Abstand zu nehmen. Gelegentliches schütteln hilft, die Inhaltsstoffe von dem Pflanzenmaterial zu lösen.

Der ohnehin schon sehr desinfizierend wirkende Alkohol nimmt die wertvollen Cannabinoide aus den Stängeln auf und wird somit zu einer äußerst wirksamen Medizin. Sie eignet sich zum Beispiel ideal bei kleinen Schnittwunden, Kratzern, Pickeln oder entzündeten Stellen, jedoch auch zum Einreiben bei Gelenk- und Muskelschmerzen. Man kann den Vorgang beliebig oft wiederholen, um den Cannabinoidgehalt in der Alkohollösung zu verstärken. Hierzu werden einfach die älteren gegen neue Stängel ersetzt.

Um die antibakterielle Wirkung zu erhöhen, kann ein Stückchen Zimt-Rinde beigefügt werden. Zimt hat eine hohe antibakterielle sowie fungistatische, also eine Pilzentwicklung hemmende, Wirkung und ist zudem mobilitätsfördernd. Ein zu hoher Zimt-Anteil kann unter Umständen allerdings zu Hautreizungen führen.

Wer sich für eine Spirituose entschieden hat, kann diese dann auch oral konsumieren, zum Beispiel als Grog in einem Tee bei Schlafstörungen; rein medizinisch natürlich!

Da das vorliegende Cannabis in der Regel nicht decarboxyliert wurde, ist nicht von einer starken Rauschwirkung auszugehen, dennoch sollte diese auch nicht unterschätzt werden. Hier empfiehlt es sich, sich vorher über die Risiken und Gefahren von Mischkonsum bei Alkohol und Cannabis zu informieren.

Erfahrungen mit eigenem Cannabinoid-Rum

Wenn man beginnt, selber Medizin durch alte Natur-Hausmittel herzustellen und zu testen, wird in der Regel jede Gelegenheit genutzt, um diese anzuwenden und jeder Progress genau beobachtet, da man ja wissen möchte, ob man sich auf dem richtigen Weg befindet.

Hier möchte ich einige von meinen persönlichen Erfahrungen mit besagter Medizin berichten

Die Sandfliegen-Erfahrung

Während meines ersten Trips nach Asien ergab es sich, dass ich in Saigon, Vietnam auf der Straße für verhältnismäßig viel Geld relativ schlechtes Marihuana käuflich erworben hatte. Es handelte sich hierbei wohl um „Scraps“ von „Brick weed“, also Krümel von zu Blöcken gepressten Cannabis Pflanzen. Da sich zudem leider auch Spreu von Reiskörnern darin befanden und von Rauch-Genuss keine Rede sein konnte, entschied ich mich diesen teuren Einkauf nicht wegzuwerfen, sondern anderweitig zu verwerten – als Ergänzung meiner Reiseapotheke – Gesagt, getan!

Generell bevorzuge ich persönlich nicht nur wegen seiner karibischen Wurzeln hochprozentigen Rum. Auch ist mir bekannt, dass Zucker hervorragende Transport-Eigenschaften besitzt. Was könnte dann also näher liegen als ein auf Zuckerrohr basierender Alkohol?

Umständehalber habe ich jedoch auf einen starken Reisschnaps aus lokaler Produktion zurückgegriffen. Circa eineinhalb Monate später, mittlerweile in Laos, traf ich auf einen jungen Mann, dessen Bein von Sandfliegen-Bissen geplagt war. Er beklagte sich, dass er nun schon in mindestens 5 Apotheken gewesen sei, aber nichts gegen die Bisse und den Juckreiz geholfen habe. Da fiel mir meine Alkohol-Lösung ein. Ich hatte die angesetzte Marihuana Lösung im Laufe der Zeit schon nahezu vergessen. Also füllte ich ihm etwas von dem Cannabis-Schnaps ab. Ich empfahl ihm, es damit zu probieren und die geschundenen Stellen damit einzureiben. Auch war ich froh, eine Testperson für mein Gebräu gefunden zu haben, auch wenn ich nicht davon ausging, den jungen Herren noch einmal wiederzusehen und eine Resonanz zu bekommen.

Doch die Reaktion zeigte sich weit schneller, als ich zu denken gewagt hatte. Schon am darauf folgenden Morgen kam der vormals von Sandfliegen Attacken geplagte Weltenbummler an meinen Frühstückstisch, um mir nahezu euphorisch zu danken. Schon nach einmaligem Einreiben der geplagten Stellen verschwand der Juckreiz und auch visuell war Besserung sichtbar. Für mich eine absolute Bestätigung der Heilkraft dieser Mixtur.

Die Bambus-Wunde

Einige Wochen später, im Mekong Delta, passierte es, dass ich in einem ausgetrockneten Flussbett in einen Bambus Ast trat. Der Ast bohrte sich durch meinen Flip-Flop ca. 1 cm tief in meinen Fuß. Da man sich selber gegenüber manchmal etwas in Nachlässigkeit verfällt, habe ich überhaupt keine Idee oder Intensionen gehabt, diese Wunde außer mit einem Pflaster, selber zu behandeln. Der von mir angesetzte Cannabis Rum war in meinem Kopf auch schon wieder in weite Ferne gerückt. Anfänglich war die Wunde nicht sonderlich störend, bis sich nach circa eineinhalb Tagen ein leichter Schmerz beim Auftreten bemerkbar machte. Die Stelle hatte sich infiziert und fing an sich zu entzünden. Bei der gedanklichen Suche nach einer adäquaten Lösung in der Tiefe des Busches, fiel mir dann auch wieder das Fläschchen Cannabis-Reis-Schnaps ein, welches ich nun schon vor Wochen angesetzt hatte.

Ich reinigte die Wunde vom Vortag also erst mit Wasser, trocknete diese wieder und reinigte sie dann mit dem angesetzten Mittel. Dieses Mal ließ ich den Alkohol verfliegen und machte zum Schutz der Wunde nur ein Pflaster auf die besagte Stelle bevor ich in meine Unternehmungen startete. Die rasch einsetzende Wirkung gleicht mir noch heute, Jahre später, einem Wunder.

Binnen weniger Stunden hatte sich der entzündete Fuß total von seinen Schmerzen befreit, sodass ich sogar gezielt und massiv auf Steine und Bordsteinkanten mit besagter Stelle trat, um einen Schmerz zu provozieren, quasi als Bestätigung meiner Entzündung. Doch dieser blieb aus. Der selbst angesetzte Alkohol mit unbekannter Marihuana Sorte hatte mich nun schon zum zweiten Male mit seiner immensen medizinischen Wirkung nicht nur überrascht, sondern auch in verblüfftes Staunen versetzt und hat sich somit seinen festen Platz in meiner Hausapotheke verdient.

Muskel, Gelenk- und Gliederschmerzen

Eigentlich wollte ich abschließend von einem Fall aus meinem nahen Umfeld berichten, in welchem ich einem Skeptiker der Hanfmedizin seine sportlich verursachten Gelenk- und Gliederschmerzen in kürzester Zeit wirksam mit einer Cannabis-Rum Mischung behandelte, und somit auch seine Einstellung zu Cannabis als Medizin änderte.

Als ich jedoch dabei sitze und diesen Artikel niederschreibe, bekomme ich Besuch von meinem Nachbarn, welcher derzeit unter starken Schmerzen im Knie, welches vor 10 Jahren operiert wurde, leidet. Da ich ihm schon öfter mit meinen natürlichen Hausmitteln geholfen habe, und unter anderem auch einen Abszess mit dem Cannabis-Rum erfolgreich behandelt hatte, bestand er vehement darauf, dass ich gucke, ob ich nicht etwas hätte was ihm helfen könnte.

Mir persönlich schien die Angelegenheit zu groß zu sein, um mit der Cannabis Tinktur vorzugehen. Daher gingen meine Gedanken erst in Richtung eines Tiger Balsam oder einer Pferdesalbe, als mich jedoch wieder meine eigene Neugier zurück zum Cannabis-Rum trieb. Die mir vorliegende Tinktur war nun mittlerweile schon seit 3 Jahren angesetzt und durch mehrfaches Austauschen der Stängel wohl reichlich potent. Ich überwand also meine eigene Skepsis und ließ es auf einen Versuch ankommen. Er rieb sein Knie und die schmerzenden Stellen mit der Alkohollösung ein. Anschließend gab ich ihm eine Arnika-Salbe, welche ich ebenfalls im Vorfeld mit ca. 5 % einer Cannabis-Extraktion von unbekannten Cannabinoid Werten angesetzt hatte. Eine direkte heiß-kalte Wirkung, wie er sagt, habe ihm sofort Linderung verschafft und ihn sogar einige Stunden halbwegs normal gehen und auftreten lassen.

Derartige Erfahrungen zeigen mir immer wieder, wie viel Kraft und Gesundheit von der Hanfpflanze ausgeht und das im Grunde jeder Krümel helfen kann.

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