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Autismus bei Kindern kann mit Cannabis behandelt werden

Bei Kindern wird die Autismus-Spektrum-Störung (ASS) in der Regel noch vor dem dritten Lebensjahr diagnostiziert. Sie gilt als Entwicklungsstörung, die sich durch Probleme bei sozialen Interaktionen, auffällige Gestiken und Mimik, oder auch durch sich wiederholende, stereotype Verhaltensmuster äußert. Häufig sind die Betroffenen in ihren kognitiven Fähigkeiten eingeschränkt und lebenslang auf Hilfe angewiesen.


Wirkliche Heilung gibt es nämlich keine, obwohl man versucht der ASS mit einem breiten Spektrum an Therapien zu begegnen. Viele Methoden sind eher psychotherapeutisch und versuchen eher den Umgang mit der Erkrankung zu optimieren. Die Ergebnisse einer neuen Studie sprechen dafür, dass Cannabis autistischen Kindern helfen kann.

Studie soll die Auswirkung von CBD für die Lebensqualität autistischer Kinder zeigen

Die wissenschaftliche Untersuchung wurde in Israel von Forschern der Ben-Gurion Univerity of Negev und des Soroka University Medical Center durchgeführt. Dazu wurden Daten von 188 Kindern mit ASS analysiert, die zwischen 2015 und 2017 mit medizinischem Cannabis behandelt wurden. Den meisten wurde ein Cannabisöl mit 30 Prozent Cannabidiol (CBD) und 1,5 Prozent Tetrahydrocannabinol (THC) verabreicht.

Dann betrachtete man primär die Entwicklung der Symptomatik über einen Zeitraum von sechs Monaten ab Beginn der Behandlung mit Cannabis. Außerdem hat man beobachtet, ob und wie sich die Stimmung und die Lebensqualität der Patienten verändert.

Cannabis-Behandlung verbessert deutlich die Lebensqualität von ASS-Patienten

Vor dem Behandlungsbeginn hat man bei 31,3 Prozent der Patienten die Lebensqualität als gut beurteilt. Innerhalb von sechs Monaten hat sich die Zahl auf 66,8 Prozent mehr als verdoppelt. Bei der Stimmung verhielt es sich nicht ganz so, aber immerhin waren nach einem halben Jahr 63,5 Prozent der Autismus-Patienten gut gelaunt. Noch vor der Behandlung mit dem CBD-reichen Öl waren es nur 42 Prozent.

Ebenfalls einen großen Erfolg brachte der Einsatz von Cannabis bezüglich der Schlafqualität. Nur 3,3 Prozent hatten am Anfang des sechsmonatigen Zeitraums gut geschlafen, am Ende 24,7 Prozent. Im Übrigen hatte sich bei allen eine Verbesserung der Konzentrationsfähigkeit entwickelt. Gleichzeitig konnte die Behandlung Symptome wie Unruhe, Ticks, Depressionen und Wutanfälle lindern. Insgesamt berichteten mehr als 80 Prozent der Eltern über signifikante Verbesserungen des Zustands ihrer Kinder.

Der klare Erfolg der Untersuchung soll doppelblinde Studien mit Placebo-Gruppe anregen

Die Ergebnisse der israelischen Autismus-Studie sind eigentlich schon ziemlich überzeugend. Aber trotzdem benötigen die Wissenschaftler ein tieferes Verständnis über die Wirkung von Cannabis bei den Patienten der Autismus-Spektrum-Störung, um eine gezielte Behandlung mit Cannabinoiden zu entwickeln.

Dafür benötigt es zunächst doppelblinde, klinische Untersuchungen mit Kontrollgruppe, die die Ergebnisse bestätigen. Auch differenzierte Studien mit unterschiedlichen Wirkstoffkonzentrationen könnten mehr Aufschluss geben wie die verschiedenen Cannabinoide die Symptome der ASS-Patienten beeinflussen.

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