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Euphoria – auch die Liebe zum Hanf geht durch den Magen

Viele Unternehmen konnten sich in den vergangenen Jahren über die wachsende Nachfrage nach hanfbasierten Produkten freuen. Das betrifft CBD-haltige Extrakte, Hanftextilien und Lebensmittel, oder auch Hersteller von Baustoffen, die Hanf enthalten. Einigen Unternehmen und ihren Produkten merkt man an, dass das Image der Cannabispflanze Jahrzehnte lang unter negativer, teilweise staatlicher Propaganda gelitten hatte und Hanf nun vorsichtig und zögerlich in die Mitte der Gesellschaft zurückgebracht werden muss.

Das signifikante Hanfblatt, das fast jeder erkennt, wird in den Logos gern stilistisch etwas versteckt. Eine andere Philosophie vertritt der tschechische Hersteller Euphoria Cannabis. Schon von Anfang hatte man die Produkte so auffällig gelabelt, dass man beinahe von einer optischen Cannabis-Keule sprechen kann.

Der Umfang des Produktsortiments von Euphoria ist seit der Gründung im Jahr 2012 derart angewachsen, dass sich das Unternehmen heute stolz als größten Produzent von Cannabisfood bezeichnet. Wahrscheinlich hatte beinahe jeder Cannabis-Kenner schon ein Euphoria Produkt in der Hand, ohne es zu wissen. Lollis, Brownies, Muffins, Chips, aber auch Getränke und Extrakte gibt es von Euphoria. Und das ist lange nicht alles. Dem Export Manager von Euphoria, Dmitriy Ablaev, konnten wir unsere neugierigen Fragen stellen und mehr über seine Welt des ess- und trinkbaren Cannabis erfahren.

Interview mit Dmitriy Ablaev, Export Manager von Euphoria

Hanf Magazin: Euphoria ist ein Unternehmen aus Tschechien. Mittlerweile gibt es Eure Produkte aber auch in anderen Ländern. In welchem Land war es am leichtesten, sich auf dem Markt zu etablieren? Wo war es am schwersten?

Dmitriy Ablaev: Am einfachsten war es für uns in Italien, weil wir dort einen sehr starken Partner haben, der sich der Marke Euphoria in der gleichen Weise verschrieben hat, wie wir. Am schwierigsten ist bis heute Frankreich. Dort herrscht ein sehr strikter Umgang mit Cannabis als Pflanze. Jeder Verkauf in diesem Land ist ein kleiner Sieg für sich.

Hanf Magazin: Welches Produkt ist der Bestseller aktuell? Ist das überall gleich oder gibt es in verschiedenen Ländern andere Präferenzen?

Dmitriy Ablaev: Der absolute Bestseller ist unser SoStoned-Cannabis-Energy-Drink. Wenn wir jedoch jedes Land einzeln betrachten, wird es in jedem Land unterschiedliche Bestseller geben, in Grossbritannien wird es SoStoned sein, in Deutschland Mary & Juana Schokolade, in Österreich Euphoria High Cookies.

Hanf Magazin: Welches war das erste Cannabisprodukt, das Euphoria auf den Markt brachte? Wann war das und wie kam das an?

Dmitriy Ablaev: Das erste Produkt war Euphoria Cannabis-Absinth. Das war 2012, und der Absinth hat so gut abgeschnitten, dass wir jetzt mehr als 160 verschiedene Lebensmittel, Getränke und Extrakt-Produkte vor uns haben. All das wurde auf dem Erfolg unseres ersten Absinths aufgebaut.

Hanf Magazin: Es gibt von Euch einen Kaugummi mit CBD und einen mit Hanföl. Worin unterscheiden sich die beiden?

Dmitriy Ablaev: Der Hanföl-Kaugummi hat Hanfsamenöl und Hanfgeschmack, aber kein Cannabidiol. Die CBD-Kaugummis hingegen haben CBD, wie der Name schon sagt.

Hanf Magazin: Als CBD in der Öffentlichkeit große Bekanntheit und Beliebtheit erlangte, war das klassische CBD-Öl das Produkt, das als erstes den Markt eroberte. Mittlerweile sind alternative Einnahmeformen immer gefragter. Woran liegt das Deiner Meinung nach? Ist es nur der Geschmack oder spielen auch andere Gründe eine Rolle?

Dmitriy Ablaev: Der Kunde kennt sich immer besser aus, er verlangt mehr und er verlangt Abwechslung. Der Geschmack ist wahrscheinlich einer der Faktoren, denn nicht jeder kann den Geschmack von Naturextrakt ertragen und schätzt ihn.

Hanf Magazin: In den USA und Kanada sind Cannabis Edibles sehr begehrt. Sie lösen die Inhalation als beliebteste Einnahmeform für Cannabis schon beinahe ab. Wird das in Europa auch so kommen?

Dmitriy Ablaev: Mit einer klaren Regelung der Zutaten und Inhaltsstoffe kann Europa die gleiche Tendenz bei Esswaren erreichen, da diese eindeutig leichter einzunehmen sind und eine Vielzahl von tollen Geschmacksrichtungen bieten.

Hanf Magazin: Welches Produkt von Euphoria ist in der Herstellung am komplexesten und warum?

Dmitriy Ablaev: Am schwierigsten sind auf jeden Fall die CBD-Tropfen, da es viel Mühe kostet, zu beweisen, dass es sicher ist. Mit unseren Extrakten können wir beliebige Lebensmittel herstellen. Die CBD-Tropfen von Euphoria erwiesen sich in Bezug auf Zulassungen als die schwierigsten. Was die Produktion betrifft, so werden alle unsere Produkte in IFS-zugelassenen Fabriken hergestellt, sodass die Produktion reibungslos abläuft.

Hanf Magazin: Im Sortiment von Euphoria befinden sich auch alkoholische Getränke. Wenn Legalisierungsbefürworter diskutieren, dann wird Alkohol gern als (negativer) Vergleich herangezogen. Passen CBD und ein alkoholisches Getränk gut zusammen?

Dmitriy Ablaev: Mäßigung ist der Schlüssel bei alkoholischen Getränken. Man geht davon aus, dass sich die Menschen durch CBD entspannter und weniger ängstlich fühlen. Das hat definitiv einen positiven Einfluss auf die Menschen. Wenn man bedenkt, dass Alkohol vor allem in sozialen Umfeldern wie Bars oder Restaurants getrunken wird, ist die Entspannung der Gäste eine Garantie für ein friedliches Beisammensein.

Hanf Magazin: Da ich das Thema und euren Absinth besonders interessant finde, noch eine Frage dazu. Wie kombiniert sich die Wirkung von Absinth und Cannabidiol?

Dmitriy Ablaev: Absinth wird aus verschiedenen Kräutern hergestellt, darunter auch Wermut, der ebenfalls aktivierend und entspannend gleichzeitig wirkt. Die Kombination mit Cannabinoiden macht die Wirkung noch besser. Aber das gilt natürlich nur, wenn die Menschen den Absinth verantwortungsbewusst trinken.

Hanf Magazin: Auf dem Markt für CBD-Produkte gibt es Hersteller, die sich darum bemühen, dass ihr Produkt wenig oder gar nicht mit der Cannabispflanze in Verbindung gebracht wird. Euphoria Produkte bekennen sich schon optisch ganz klar zu Cannabis. Seid Ihr auch anderweitig aktiv für Legalisierung und Anerkennung der Pflanze?

Dmitriy Ablaev: Euphoria vertritt offen den Standpunkt, dass Pflanzen nicht kontrolliert werden sollten. Die Legalisierung von Cannabis ist ein gesunder Prozess, der in vielen Teilen der Welt schon begonnen hat. Die Cannabispflanze sollte für viele Vorteile Anerkennung erhalten, die sie bieten kann, vom medizinischen Nutzen bis hin zur Eignung für die Herstellung von Baumaterialien. Euphoria versteckt nicht die Liebe zur Pflanze. Wir bringen unsere Pflanze auf die Verpackung, weil ein Teil dieser Pflanze in dem Produkt verwendet wird. Je mehr Leute anfangen werden, Fragen über die Pflanze zu stellen, desto mehr werden bald wissen, wie großartig Cannabis wirklich sein kann.

Hanf Magazin: Wenn Cannabis morgen in allen Ländern Europas legal wäre. Wie würde sich das auf die Zukunft Eures Unternehmens auswirken? Würde Euphoria auch mit THC-reichen Produkten funktionieren? 

Dmitriy Ablaev: Das würde uns sehr freuen, denn wir glauben, dass die Menschen die Wahl haben sollten, wie sie sich entspannen wollen. Euphoria würde auf jeden Fall auch mit THC-reichen Produkten arbeiten wollen und das würde natürlich auch funktionieren.

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