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Die Türkei plant Hanfanbau für den nationalen Bedarf

Die Meinung über Cannabis in der Türkei hat sich anscheinend in der letzten Zeit gewandelt. Eine der strengsten gesetzlichen Situationen für Cannabis in Europa herrscht bis heute in dem Land, das auf zwei Kontinenten liegt.


Noch im letzten Jahr gab es Hetzkampagnen gegen Tesla und Elon Musk in der Türkei, da dieser in einem Talk Podcast öffentlich gekifft hat. Aber seit wenigen Jahren nähert man sich dem therapeutischen Umgang mit Cannabis. Und auch Nutzhanf ist für die Türkei eine interessante Rohstoffquelle.

Erdoğan will kein Cannabis mehr importieren

Bei einem Symposium, welches kürzlich im türkischen Präsidialpalast stattfand, äußerte der Staatspräsident, Recep Tayyip Erdoğan, sein Bedauern darüber, dass die Türkei in der Vergangenheit die Hanf-Produktion anderen Ländern überlassen hat und dass man auf Importe angewiesen sei. In Zukunft will man den eigenen, nationalen Bedarf lieber selbst decken. Die gesetzlichen Grundlagen dafür wurden schon seit 2016 auf den Weg gebracht. Das Landwirtschaftsministerium soll nun endlich die nächsten Schritte vorbereiten.

Der rechtliche Status von Cannabis in der Türkei

Konsum, Besitz und Handel von Cannabis sind in der Türkei grundsätzlich illegal. Und die Strafen sind für europäische Verhältnisse ziemlich hart. Jedes Konsum-bezogene Vergehen wird mit Gefängnisstrafen von bis zu zwei Jahren geahndet. Straftaten, die mit dem Handel mit Cannabis in Verbindung stehen, ziehen sogar fünf bis zehn Jahre Haft nach sich. Der medizinische Einsatz wurde legalisiert, aber nach wie vor stark eingeschränkt. In 19 türkischen Provinzen darf in Zukunft legal Medizinalhanf produziert werden: Amasya, Antalya, Bartın, Burdur, Çorum, İzmir, Karabük, Kastamonu, Kayseri, Kütahya, Malatya, Ordu, Rize, Samsun, Sinop, Tokat, Uşak, Yozgat und Zonguldak. Die landwirtschaftlichen Betriebe müssen sich beim Ministerium für einen Lizenz bewerben. Unter anderem dürfen keine Vorstrafen im Register vermerkt sein. Erhält ein Anbaubetrieb eine Lizenz, so ist diese auf drei Jahre begrenzt.

Die Türkei kämpft seit Jahren mit organisierter Drogenkriminalität

Da das Land als Brücke zwischen Asien, Europa und der arabischen Halbinsel schon lange ein Hotspot im internationalen Drogenhandel war, hat man sich in der Cannabispolitik in den letzten Jahren bewegt. Terror-Organisationen wie ISIS und Drogen-Kartelle prallen hier aufeinander. Auch Terrorismus finanziert sich oft durch den Handel mit Drogen aller Art. Und es gab in der Türkei seit langem eine große Zahl illegaler Hanffelder. Durch diese Umstände befindet sich die Türkei im Zugzwang, sich in Sachen Cannabispolitik zu bewegen.

Wenn die bisher illegalen Cannabis-Bauern die Möglichkeit wahrnehmen können, legal weiterzumachen, dann geht mehr Geld am Terrorismus vorbei. Aber vermutlich stecken auch ökonomische Motivationen hinter den Absichten, den türkischen Cannabis-Anbau voranzubringen. Präsident Erdoğan wird schließlich über die globalen Entwicklungen auf dem laufenden sein. Und im Bereich Cannabis hat sich in den vergangenen Monaten derart viel bewegt, dass sich einige Länder gerne die wirtschaftlichen Vorteile einer legalen Cannabis-Industrie zu Nutze machen wollen.

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