Mit 34 zu 18 Stimmen hat sich das zypriotische Parlament für die Legalisierung von Cannabis zu medizinischen Zwecken ausgesprochen.
Zypern folgt damit dem Trend anderer EU-Länder, in denen Cannabis zu medizinischen Zwecken verordnet werden kann. Mit der Entscheidung eröffnet sich nicht nur ein lukrativer Wirtschaftszweig, das Parlament geht mit der Legalisierung von Cannabis als Medizin auch auf die Forderungen vieler Patienten ein.
Anbau, Import, Besitz und Gebrauch von Cannabis zu medizinischen Zwecken
Wie die Nachrichtenseite in-cyprus.com berichtet, ermöglicht die Änderung des Gesetzes über Betäubungsmittel und psychotrope Substanzen den Anbau, Import, Besitz und Gebrauch von Cannabis zu medizinischen Zwecken. Ebenso wird es spezielle Regelungen für den Import von Cannabissamen und -pflanzen, Lizenzgebühren und Strafen bei Missachtung geben.
Durch das neue Gesetz sollen auch Import und Export von medizinischem Cannabis sowie die Herstellung pflanzlicher Medikamente für den medizinischen Einsatz erleichtert werden. Nur drei Produzenten werden in Zukunft eine Lizenz erhalten, die 15 Jahre lang gültig ist. Mit dieser Beschränkung will man finanziell starke und sichere Unternehmen mit Erfahrung im Anbau und der Produktion von medizinischem Cannabis ansprechen.
Wer erhält Cannabis als Medizin?
Cannabis wird in Zukunft auf Rezept erhältlich sein, das von einem Arzt ausgestellt werden kann. Das neue Gesetz richtet sich primär an Patienten mit chronischen Schmerzen, die unter anderem auf HIV, Rheuma, grüner Star oder Nierenprobleme zurückzuführen sind. Außerdem können Menschen mit Tourette Syndrom oder Morbus Crohn ihre Symptome mithilfe von Cannabis lindern.
Obwohl eine Legalisierung von Cannabis zu Genusszwecken nicht in Sicht ist, macht die drittgrößte Mittelmeerinsel mit der Gesetzesänderung einen wichtigen Schritt in Richtung progressiver Drogenpolitik. Trotz der wenigen Lizenzen könnte Zypern in den kommenden Jahren zu einem wichtigen Teil des Marktes für medizinisches Cannabis werden und wegen der idealen klimatischen Bedingungen für den Anbau von Cannabis einen entscheidenden Vorteil haben. Schätzungen zufolge könnte Zypern den legalen Markt für medizinisches Cannabis jährlich mit Produkten im Wert von 180 Millionen Euro versorgen.
Häufige Fragen zu medizinischem Cannabis in Zypern
Ist medizinisches Cannabis in Zypern legal?
Ja: Mit dem Beschluss vom Februar 2019 ist medizinisches Cannabis in Zypern legal, Patienten erhalten es auf Rezept eines Arztes. Wie die Versorgung im Vergleich zur deutschen Regelung organisiert ist, zeigt der komplette Patientenguide 2026.
Welche Krankheiten dürfen mit Cannabis in Zypern behandelt werden?
Das Gesetz richtet sich primär an Patienten mit chronischen Schmerzen, etwa durch HIV, Rheuma, Grünen Star oder Nierenerkrankungen, sowie an Menschen mit Tourette-Syndrom oder Morbus Crohn. Welche Sorten in Apotheken konkret abgegeben werden, zeigt unsere Übersicht zu den medizinischen Cannabis-Sorten.
Wer darf in Zypern medizinisches Cannabis anbauen oder importieren?
Nur drei Produzenten erhalten Lizenzen, gültig für 15 Jahre, was finanzstarke, erfahrene Unternehmen in den Markt holen soll. Einen ähnlichen Schritt mit kleinerem Lizenzmodell ging zuletzt Bosnien und Herzegowina, das medizinisches Cannabis ebenfalls legalisierte.
Wie entwickelt sich der EU-Markt für medizinisches Cannabis bis 2026?
Immer mehr EU-Staaten ziehen nach: Während Deutschland 2024 sogar die Teil-Legalisierung für Erwachsene umsetzte, bereitet Frankreich den Einstieg in medizinischen Hanf vor. Auch jenseits Europas verschiebt sich die Lage, die US-Legalisierungs-Übersicht zeigt die globale Dynamik.





























