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ABcann plant Cannabisanbau in der Lausitz

Insgesamt 79 Unternehmen haben sich für die Neuausschreibung des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte beworben. 2.600 Kilogramm sollen jährlich geerntet werden. Unter den Bewerbern ist auch die kanadische Tochterfirma ABcann Germany, die Cannabis in der Lausitz anbauen will.


Um die Versorgung von PatientInnen mit Cannabis in Deutschland zu verbessern und nicht mehr so stark auf den Import angewiesen zu sein, soll ab Ende 2020 Cannabis auch in Deutschland angebaut werden.

Seit 2016 laufen die Verhandlungen über den geplanten Anbau, verriet Raffael Sturm, Prokurist von ABcann Germany, der Presse. ABcann Germany wurde im Jahr 2017 als Tochterfirma des kanadischen Unternehmens ABcann Medicinals Inc. gegründet.

Innerhalb von vier Jahren können Unternehmen, die den Zuschlag erhalten, 10.400 Kilogramm Cannabis anbauen. Das sind 2.600 Kilogramm pro Jahr. Im zweiten Quartal 2019 wird das BfArM mitteilen, wer den Zuschlag für den Anbau erhält. Ende 2020 sollen die ersten Pflanzen geerntet werden. Darüber hinaus soll Cannabis aber auch in Zukunft weiter importiert werden können.

Eigene Produktionshalle geplant

Um auch kleineren Unternehmen den Zugang zu erleichtern und das Ausfallrisiko für PatientInnen zu minimieren, beinhaltet die Ausschreibung 13 Lose zu je 200 Kilogramm. Ein Bieter kann maximal für fünf Lose einen Zuschlag erhalten. Dies entspräche einer maximalen Menge von einer Tonne Cannabis pro Jahr, die pro Bewerber angebaut werden können.

Um diese Menge produzieren zu können, will ABcann Germany in der Lausitz eine eigene Produktionshalle bauen. Wo genau, bleibt aber noch ein Geheimnis.

Auf der rund 860 Quadratmeter großen Produktionsstätte sollen ungefähr 50 neue Arbeitsplätze entstehen. Zudem sei noch ausreichend Platz für eine Erweiterung, so Sturm. Sobald das BfArM den Zuschlag erteile, könne mit dem Bau begonnen werden.

Ausschreibung mit Hindernissen

Das Ausschreibungsverfahren zieht sich bereits länger hin als vorgesehen. Nachdem ein Bewerber gegen die zu kurze Frist nach Änderung des ersten Verfahrens geklagt hatte und die Klage vom Oberlandesgericht Düsseldorf bestätigt wurde, musste das BfArM die erste Ausschreibung aufheben. Als Folge der steigenden Patientenzahlen wurde die Gesamtmenge der aktuellen Bewerbung im Vergleich zum ersten Anlauf von 6.600 auf 10.400 Kilogramm für vier Jahre erhöht.

Auch bei der aktuellen Ausschreibung lief nicht alles glatt. Der Nachprüfungsantrag eines Bewerbers wurde von der Vergabekammer des Bundes zurückgewiesen, worauf der Bieter gegen diese Entscheidung geklagt hatte. Am 10. April findet das Verfahren vor dem Oberlandesgericht in Düsseldorf statt. Bis dahin müssen sich die Bewerber also mindestens auf eine Entscheidung über die Vergabe der Lizenzen für den Anbau von medizinischem Cannabis gedulden.

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