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Studie: Cannabis zeigt Wirkung bei Gastroparese

In einer kürzlich durchgeführten Studie hat ein Team von Wissenschaftlern aus verschiedenen medizinischen Institutionen der USA die Wirksamkeit von Cannabis bei den Symptomen der Gastroparese nachgewiesen. Die Ergebnisse der Studie wurden nun vor einigen Tagen in der Wissenschaftspublikation Cureus veröffentlicht.

Bedeutung und wichtigste Symptome der Gastroparese

Die Gastroparese gehört zu den Erkrankungen der Verdauungsorgane, bzw. des Magens. Die Parese bezeichnet eine teilweise Lähmung des Magens und bedeutet, dass der Magen im Verdauungsprozess nicht ordentlich entleert werden kann. Man spricht daher von einer Magenentleerungsstörung. Symptomatisch für die Gastroparese sind Bauchschmerzen, Völlegefühl, Appetitverlust, Sodbrennen, Blähungen, Übelkeit und das Erbrechen unverdauter Nahrungsbestandteile. Diese Anzeichen sind jedoch meist nur der Gipfel des Eisberges. Häufig gehen mit der Gastroparese langfristige Komplikationen einher, so zum Beispiel rapider Gewichtsverlust durch Nährstoffmangel, Blutungen und sogar Bildung von Karzinomen. Die Erkrankung beeinträchtigt die Lebensqualität meist in erheblichem Maß. 

Cannabisblüten wirken besser als Dronabinol Tropfen

Für die Untersuchung der Auswirkungen einer Behandlung mit Cannabis haben sich Ärzte der gastroenterologischen Abteilungen des Bridgeport Hospital Connecticut, des Westchester Medical Center New York, der Cleveland Clinic und des New York Medical College zusammengetan. Sie haben  gemeinsam 24 Patienten mit therapieresistenter Gastroparese über einen Zeitraum von 60 Tagen mit Cannabisblüten oder Dronabinol als orales Medikament behandelt. Obwohl beide Varianten vielversprechende Resultate zeigten, schienen die Blüten den Tropfen in ihrer Wirkung überlegen zu sein.

Die Gastroparese der Patienten galt als nicht therapierbar

Die Forscher berichteten, dass alle Symptome mit der Cannabisbehandlung signifikant reduziert werden konnten. Üblicherweise begegnet man der Gastroparese zunächst mit einer Ernährungsumstellung, die die notwendige Nährstoffzufuhr sicherstellen soll. Darüber hinaus werden zwei unterschiedliche Medikamentenklassen verabreicht, Prokinetika und Antiemetika. Letztere sollen lediglich die Übelkeit unterdrücken, haben aber keine Auswirkungen auf die Magenfunktion. Die Prokinetika sollen die Peristaltik des Magen-Darm-Trakts anregen und so die Magenentleerung fördern. Manche Patienten sind sogar auf künstliche Ernährung via Sonde angewiesen oder werden parenteral ernährt, was eine intravenöse Nährstoffzufuhr bedeutet. Bei den Patienten der Studie galt die Gastroparese als therapieresistent. Die herkömmlichen Behandlungen zeigten also keinerlei positive Wirkung. 

Ein Durchbruch bei der Behandlung von schweren Magen-Darm-Erkrankungen

Die Behandlung der Erkrankungen mit Cannabis stellte sich nun als voller Erfolg heraus. Bei allen Patienten stellte sich eine starke Reduktion der Symptomatik, sowie eine signifikante Verbesserung der Lebensqualität dar. Derzeit gibt es für gastroparese-assoziierte Bauchschmerzen und die weiteren Symptome keine anerkannte Therapie, daher bewerten die Forscher die Ergebnisse ihrer Studie als regelrechten Durchbruch. Bei anderen Magen-Darm-Erkrankungen wie zum Beispiel Morbus Crohn hatte es schon zuvor Erkenntnisse über die Wirksamkeit der Behandlung mit Cannabis gegeben.

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