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Medizinisches Cannabis könnte den Einsatz von Benzodiazepine reduzieren

Im Rahmen einer aktuellen Studien haben Wissenschaftler Belege dafür gesammelt, wie der Einsatz von Benzodiazepine durch medizinisches Cannabis reduziert werden kann – mit vielversprechenden Ergebnissen.


Benzodiazepine sind eine Gruppe von Verbindungen, die in Medikamenten wegen ihrer sedierenden Wirkung vor allem bei der Behandlung von Angststörungen und anderen neurologischen Erkrankungen zum Einsatz kommen. Die Medikamente sind für ihre starken Nebenwirkungen bekannt.

Kanadische Wissenschaftler untersuchten nun in einer Studie, ob medizinisches Cannabis Patienten dabei helfen kann, die Einnahme von Benzodiazepine zu reduzieren.

Die Analyse fand mit insgesamt 146 Patienten mit einem Altersdurchschnitt von 47 Jahren statt, die nach eigenen Angaben zu Beginn der Cannabis-Therapie für die Behandlung ihrer Beschwerden Benzodiazepine einnahmen. 54% der Personen gaben an, vor der Untersuchung schon einmal Cannabis konsumiert zu haben. Die Daten, die im Rahmen der Studie gesammelt wurden, sind Teil der Datenbank von Canabo Medical, einem kanadischen Unternehmen mit Kliniken für medizinisches Cannabis sowie einem Verarbeitungs- und Distributionssystem mit innovativer Forschungsabteilung.

Vielversprechende Ergebnisse

Nach einer durchschnittlichen Behandlungsdauer mit medizinischem Cannabis von zwei Monaten konnten 30,1% der Patienten auf Benzodiazepine verzichten. Bei der nachträglichen Verifizierung der Wirksamkeit dieser These fand man heraus, dass  nach weiteren vier Monaten insgesamt 65 Patienten (44,5%) die Einnahme der Benzodiazepine abbrechen konnten. Nach dem dritten follow-up, also nach insgesamt 6 Monaten der Behandlung mit medizinischem Cannabis, waren 66 Patienten (45,2%) Benzodiazepin frei.

Von den 146 Patienten, die mit Cannabis behandelt wurden, konnten 45,2% ihre vorangegangene Therapie mit Benzodiazepine einstellen.

Benzodiazepine mit gravierenden Nebenwirkungen

Zur Stoffgruppe der Benzodiazepine gehören mehrere Wirkstoffe. Die Wirkstoffgruppe umfasst ein relativ weites Feld und wird in der Regel für die Behandlung psychischer Krankheiten verordnet. Zum Einsatzgebiet zählen unter anderem Angststörungen, psychosomatische Beschwerden, Schlafstörungen, Muskelspasmen, Alkoholentzug.

Es gibt viele verschiedene Benzodiazepine mit unterschiedlichen Wirkungsmechanismen oder Wirkungsdauer. Die bekanntesten Wirkstoffe sind Diazepam, Oxazepam, Nitrazepam und weitere, die durch ihre unterschiedliche Wirkungsdauer bei verschiedenen Erkrankungen verordnet werden.

Benzodiazepine sind Psychopharmaka, die im Gehirn Auswirkungen auf Befinden und Stimmungslage haben. Sie beeinflussen den Stoffwechsel der Nervenzellen, hemmen unmittelbar ihre Erregbarkeit und verändern die Konzentration der Botenstoffe.

Die Gefahr bei dieser Art von Medikamenten besteht eindeutig in der starken Abhängigkeit, die Benzodiazepine hervorrufen können. Durch die dämpfende Wirkung im Gehirn kommt es häufig zu Müdigkeit, Benommenheit, Schwindel oder einer Einschränkung des Denkvermögens. Die gravierendste Nebenwirkung ist Abhängigkeit. Da Benzodiazepine nur Symptome und nicht die Ursache des Problems behandeln, kann dadurch leicht eine seelische Abhängigkeit entstehen. Hinzu kommt der sogenannte „Rebound-Effekt“, der vor allem beim plötzlichen Absetzen nach längerer Einnahme eintreten kann. Das bedeutet, vorherige Symptome wie Angst oder Schlaflosigkeit können sogar verstärkt auftreten.

Bei einer längeren Anwendung von bereits mehr als zwei bis drei Wochen besteht zudem die Gefahr der Toleranzbildung. Das bedeutet, man benötigt für die gleiche Wirkung immer höhere Dosen des Wirkstoffs.

Die kanadische Studie stellt Cannabis als wirksame Alternative zu chemischen Medikamenten vor. Ein entscheidender Faktor scheint zudem die gute Verträglichkeit von Cannabis zu sein. Darüber hinaus sind etwaige Nebenwirkungen bei einer Behandlung mit Cannabis im Vergleich zu Benzodiazepine äußerst gering.

Die gesammelten Ergebnisse geben einen sehr guten Einblick in das hohe medizinische Potenzial von Cannabis als Medizin und liefern nicht zuletzt gute Argumente für die weitere Erforschung von Cannabis als wirksame Alternative zu Benzodiazepine.

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