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Forscher planen klinische Studie mit Cannabis-Augentropfen

Eine Forschungsgruppe der Universität Köln hat zusammen mit einer Pharmafirma Cannabis-Augentropfen entwickelt. Für die Linderung der Beschwerden bei trockenen Augen konnten Forscher bereits vielversprechende Ergebnisse sammeln. In Kürze soll die Wirkung an menschlichen Probanden getestet werden.


Viele Menschen in Deutschland leiden an trockenen Augen, die häufig mit chronischen, starken Schmerzen einhergehen. Laut einer Pressemitteilung [1] der medizinisch-wissenschaftlichen Fachgesellschaft für Augenheilkunde, die auf leafly.de veröffentlicht wurde, haben Forscher auf der Suche nach einer wirksamen und nebenwirkungsarmen Schmerztherapie jetzt Augentropfen mit Cannabiswirkstoffen entwickelt. Das Medikament konnte bereits an Mäusen getestet werden – mit vielversprechenden Ergebnissen. In Kürze sollen die Augentropfen an Menschen getestet werden.

Wie in der Mitteilung der Deutschen Ophtalmologischen Gesellschaft (DOG) zu lesen ist, leiden bis zu zehn Prozent der Bevölkerung in Deutschland an trockenen Augen. Damit ist die Erkrankung die häufigste chronische Augenerkrankung. Neben Sehbeschwerden leiden Betroffene aufgrund der gestörten Tränenproduktion häufig an überaus belastenden Augenschmerzen, die den Alltag der Patienten extrem einschränken.

Weil man bisher über keine wirksame Therapie gegen Augenschmerzen verfüge, ruhen die Hoffnungen der DOG auf Augentropfen mit Wirkstoffen der, sagt Professor Dr. med. Claus Cursiefen, Präsident der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft.

Eine Forschungsgruppe der Universitäts-Augenklinik Köln hat die Cannabis-Augentropfen mit dem Wirkstoff THC in Zusammenarbeit mit einer Pharmafirma entwickelt. Das Projekt wird von der Europäischen Union gefördert.

Bisher durchgeführte experimentelle Studien lieferten vielversprechende Ergebnisse. Bei Mäusen mit trockenen Augen führten die THC-Augentropfen zu einer starken Besserung der Erkrankung und der Funktion der Nervenenden. „Wir gehen davon aus, dass die Cannabis-Augentropfen an die Nervenenden binden und so ihre Wirkung vermitteln“, erläutert Projektleiter Dr. med. Philipp Steven. Die verwendete Dosis sei so niedrig, dass keine unerwünschten psychoaktiven Nebenwirkungen zu befürchten seien. Darüber hinaus erklärte Steven, die Vorzeichen für eine erfolgreiche Anwendung bei Patienten stünden sehr gut. Die erste klinische Studie sei bereits in Planung.

[1] https://www.dog.org/wp-content/uploads/2019/02/PM-DOG_2019_Cannabis-Augentropfen_September_F.pdf

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