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Beides glüht und leuchtet… CMH-Lampen vs. NDL

NDL… Drei wunderschöne Buchstaben, die bei den meisten Growern direkt leuchtende Augen auslösen. Egal ob 250W oder bis hoch zu 1000W: NDLs werden immer noch sehr oft eingesetzt. Und das ist auch völlig in Ordnung: Eine NDL ist günstig, hat ein halbwegs korrektes Spektrum und kann dazu noch günstig ausgetauscht werden.


„Halbwegs korrektes Spektrum“? Klingt jetzt ja nicht gerade fantastisch… Tatsächlich ist das Spektrum einer herkömmlichen NDL nicht gerade optimal, enthält zu viel gelbes Licht, zu wenig blau und überhaupt kein UV. Von der Abwärme ganz zu schweigen. Optimal ist anders, da sind sich alle einig.

Und trotzdem erntet man mit einer NDL locker die 1g/W-Grenze. Bei einer richtig platzierten 1000W NDL winkt am Ende des Durchgangs gut und gerne mal ein Kilogramm getrocknete Blüten. Pro Lampe. So mies kann das Spektrum für die Pflanze also nicht sein…

Und tatsächlich: Mit einer Effizienz von mindestens 1,16 μmol/s/Watt ist beispielsweise eine 600W NDL nicht so schlecht wie manche LED-Vertreter einem versichern wollen. Fakt ist nun mal: Mit NDL wird seit vielen Jahrzehnten erfolgreich gegrowt, sei es das Gras der Amsterdamer Coffeeshops, das Angebot in einem Dispensary in Denver oder sogar das medizinische Cannabis aus der Apotheke.

NDL-Sets sind, selbst mit Vorschaltgerät und Reflektor inbegriffen, um ein vielfaches günstiger als vergleichbare LED-Lampen, wobei diese oft nur 20-30% effizienter sind. Je nach Strompreis rentieren sich LED-Lampen also erst nach einigen Jahren Dauereinsatz. Eine NDL ist also keine leuchtende Heizung (Es gibt Gerüchte, eine NDL würde über 90% ihrer Energie in Wärme umwandeln), sondern eine immer noch ernst zu nehmende Konkurrenz zu LED oder Plasmalampen.

CMH: Ähnlich, aber besser!

Aber es gibt ja zum Glück auch noch andere Lampentypen, beispielsweise die in unseren Breitengraden noch etwas unbekannten CMH-Lampen. CMH steht für Ceramic Metal Halide, zu Deutsch “Keramik-Metallhalogenid-Lampen“. Diese Lampen haben einen großen Vorteil, den selbst moderne Grow-LEDs nicht immer bieten: Sie emittieren UV-Strahlen und haben insgesamt einen höheren Blauanteil im Spektrum.

Dadurch eigenen sich diese Lampen besonders gut für die Blütephase und sorgen, wenn man alles richtig macht, für einen höheren THC-Wert und ein ausgewogeneres Terpenprofil. Diese Lampen sind aber keinesfalls etwas neues, die ersten Patente wurden bereits 1992 eingereicht, viel verändert hat sich seitdem auch nicht mehr. Trotzdem sind die Lampen erst in den letzten Jahren populär geworden. Der Grund hierfür ist ganz einfach:

Die Legalisierung veränderte den Markt

Dank der, zumindest teilweisen, Legalisierung in den USA und Kanada hat die Grower-Branche eine enorme Veränderung durchgemacht, die von Growern weltweit mit großer Freude beachtet wurde: Es kann endlich legal gegrowt werden. Im Klartext bedeutet das: Das Equipment der Grower ist sicher vor staatlicher Einmischung.

Man darf hier nicht vergessen: Vor der Legalisierung konnte ein Growraum, wie auch hierzulande, jederzeit hochgenommen werden, das Equipment war dann weg, dazu kam eine dicke Haft- oder Geldstrafe. Dies führte dazu, das professionelle (trotzdem illegale!) Plantagen meistens mit den günstigsten Lampen betrieben wurden: NDL! Auch in Deutschland, der Schweiz und Österreich sind illegal angelegte Cannabis-Plantagen selten mit etwas anderem als NDL bestückt.

Heutzutage sieht die Situation, zumindest in den USA und Kanada, etwas anders aus: Legale Grower können endlich auf mehrere Jahre planen, der Strom wird legal bezahlt (und nicht mehr illegal abgezapft…) und der Markt hat plötzlich so viel Konkurrenz, dass es den Kunden oder Großhändlern manchmal um wenige Prozent THC-Unterschied gehen kann, vom berühmten „Gramm pro Watt“-Wert ganz zu schweigen… Da der Strom auch nicht gerade günstiger geworden ist, spielen auch ein paar Prozent auf der Stromrechnung eine immer größere Rolle.

Warum steigen nicht alle auf LED um?

Diese Frage ist durchaus berechtigt! Nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft sind LEDs definitiv die effizienteste Art eine Pflanze zu beleuchten. Nur eben dank der extrem hohen Anschaffungskosten für viele komplett unrentabel. In den USA sind die Strompreise insgesamt etwas niedriger als in Europa, wodurch LEDs auch noch länger brauchen, um sich zu amortisieren. Und genau hier kommen die CMH-Lampen ins Spiel: Teurer als NDL, dafür ein besseres Spektrum. ABER: Günstiger als LED, dafür ein schlechteres Spektrum.

Mit anderen Worten: CMH-Lampen bilden, sowohl von der Qualität des Lichtspektrums und der Effizienz als auch von den Anschaffungskosten her, einen ziemlich guten Kompromiss zwischen NDL und LED.

Denn auch wenn sich eine LED mit der Zeit garantiert rechnet: Der turbulente Markt in den USA hat schon einige Grower in den finanziellen Ruin getrieben. Ein bisschen Vorsicht bei großen Anschaffungen ist da durchaus erlaubt.

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