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Die wahren Hintergründe für Cannabis-Verbote

Cannabiskonsumenten können nicht nachvollziehen, weshalb der Konsum von Marihuana in den meisten Bundesstaaten verboten ist. Fakt ist, dass sich sämtliche Formen des Hanfes nicht mit den uns bekannten weiteren Drogen vergleichen lässt. Sämtliche Vorurteile gegen den Konsum können auch heute nicht bestätigt werden, im Gegenteil. Cannabis ist dabei nicht nur unbedenklich im Konsum, sondern besitzt verschiedenartige, heilende Eigenschaften, wovon schon so mancher Krebspatient profitieren konnte. Und dennoch hat das grüne Gras seinen Ruf weg – und das hat klar nachvollziehbare Gründe.

Ab wann wurde Cannabis zum „Problem“?

Bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts galt Cannabis zu Recht als völlig unproblematisch. Kein Wunder, es gab keine Todesopfer, keine ansteigende Kriminalität unter den Rauchern und auch sonst sah man im Cannabis keinerlei Gefahren. Bis Dato wurde Cannabis sogar als Heilmittel anerkannt und geschätzt. Sogar Georg Washington hatte aufgrund seiner bekannten Zahnprobleme regelmäßig Cannabis konsumiert. Hanf war gesellschaftlich akzeptiert. Festzustellen ist, dass es innerhalb der Politik offensichtliche Widersprüche, Irrationalitäten und eine deutliche Ineffizienz zu verzeichnen gibt. Und gegen die lässt sich offenbar nur sehr schwer vorgehen – die Gesetzgeber haben in Sachen Manipulation und Irreführung ganze Arbeit geleistet. Wie kommen wir auf diesen Gedanken?

Es sei angemerkt, dass sowohl die Türkei, als auch Ägypten zu damaliger Zeit diverse Anträge für ein Cannabis-Verbot einreichten. Allerdings wären diese nicht wirklich zum Tragen gekommen, hätte sich 1925 nicht die USA enorm beteiligt. Diese spielten eine wichtige und fast überragende Rolle bei der Durchsetzung des Cannabis-Verbots. Doch welche Gründe könnten den USA (FBNDD) vorliegen, die eine Einstufung als gefährliche Droge rechtfertigen würde? Eigentlich keine, wären da nicht die wirtschaftlichen Interessen und Cannabis als extrem starker Konkurrent für verschiedene Industrien. Den USA ging es also nicht um den Konsum einer Droge oder um die Droge selbst, sondern vermehrt um wirtschaftliche Interessen. Cannabis wurde zu damaliger Zeit natürlich nicht nur geraucht, sondern war der aufstrebenden Kunstfaserindustrie der größte Konkurrent. Wir halten also fest, dass handfeste, wirtschaftliche Interessen der Hauptgrund für das Cannabis-Verbot war.

Wie konnte sich das Cannabis Verbot in der Gesellschaft durchsetzen?

Verbote müssen Sinn machen – zumindest ist auch dies den Regierungen dieser Welt vollkommen bewusst. Andernfalls würden starke Proteste und Aufstände hervorgerufen, die es natürlich im Keim zu ersticken gilt. Sie müssen wissen, dass die heutigen Cannabis-Gesetze – damals wie heute widersprüchlich und unlogisch – auf den Drogenbeauftragten Harry Anslinger zurückzuführen sind. In den 30er Jahren war dieser ein sehr einflussreicher Politiker und konnte mit seinen fadenscheinigen Argumenten Anklang finden. Sein einziges Ziel: Der Hanf musste der aufstrebenden Kunstfaser-, Papier und Pharmaindustrie weichen.

Doch mit welchen Argumenten ließ sich das Verbot durchsetzen?

Folgende, irrwitzige und nicht belegte Argumente fanden auf dem 75 Kongress 1937 in den USA Gehör:

  • Marihuana ist die gewalterzeugendste Droge der Menschheit
  • Die Wirkung ist tödlich
  • Die Wirkung ist individuell, einige verlieren das Gefühl für Zeit und Werte, andere haben das Gefühl psychischer Kraft und Stärke, Tobsucht und andere Eigenschaften, die zu verheerenden, hemmungslosen Verbrechen führen sind zu erwähnen.
  • Es handelt sich um einen Monster-Hype, welcher unermesslichen Schaden anrichten wird.

Irrwitziger Weise waren auf diesem Kongress unter anderem auch Sachverständige anwesend, wie zum Beispiel der Arzt und Rechtsanwalt Dr. William C. Woodwart, welcher die unbelegten Aussagen von Harry Anslinger und Clinton Hester, nicht bestätigten.

Verlauf des Cannabis-Verbotes in der heutigen Gesellschaft

Hört man heute das Wort Marihuana auf den Straßen, so verbinden die meisten aufgrund von Unwissen und falschem Einfluss direkt an eine gefährliche Droge. Und das ist so gewollt. Immerhin mussten es die damaligen Aussagen in die heutige Zeit schaffen. Fakt ist aber ebenso, dass sowohl die damalige und auch die heutige Drogenpolitik völlig emotionalisiert und von Unwissen geprägt ist.

Die Anslinger Kampagne gegen Drogen entwickelte sich schließlich zu einer regelrechten Hetzkampagne mit weiteren Horrorszenarien, welche nicht nur sämtliche medizinische Studien infrage stellte, sondern auch noch extrem rassistisch wurde. Der Bevölkerung wurde suggeriert, dass Marihuana ein in den Wahnsinn und Tod führendes Rauschgift sei, welches sich „Schwarze, Mexikaner oder Jazzmusiker“ zu Nutzen machten, um weiße Frauen zu verführen. Anslinger zog Ärzte, Wissenschaftler und andere in seine Kampagne um seine Behauptungen zu bestätigen. Mithilfe von Medien und anderen Publikationen gelang es letztendlich, dem Marihuana seinen Ruf zu schaffen, und diesen bis in die heutige Zeit aufrecht zu erhalten.

Natürlich ist es falsch, nur eine Person für das Verbot von Cannabis verantwortlich zu machen und dennoch hatte seine Öffentlichkeitsarbeit weitreichende Folgen. Anslinger blieb schließlich 30 Jahre in der Politik und an der Spitze des FBNDD, etablierte eine Drogenbürokratie. Da er sicherlich seine Behauptungen nicht ewig aufrecht erhalten konnte, rechtfertigte man diese 1951 erneut mit der These, Cannabis würde zwangsläufig zum Konsum von härteren Drogen führen. Wir kennen diese These unter dem Begriff „Einstiegsdroge“, wie es so bis heute in den Schulen und in den Medien publiziert wird.

Cannabis heute

Auch wenn die Thesen Anslingers mit Widersprüchen und Irrationalitäten gespickt waren, so stimmte der Kongress für die Beibehaltung des Marihuana-Gesetzes zu, auch wenn während und nach dem zweiten Weltkrieg aufgrund von Rohstoffknappheit die Gesetze gelockert wurden. Nach dem Krieg führte Anslinger den Kampf jedoch verstärkt weiter und immer härtere Gesetze, bis hin zur Todesstrafe, wurden erlassen. Der starke Einfluss der USA und Anslingers Drogenpolitik schafften es, dass die Weltgesundheitsorganisation beschloss, Hanf und andere Derivate hätten keinerlei therapeutischen Wert und muss daher mit anderen Drogen gleich gesetzt werden.

Letztendlich wurden hier über viele Jahre hinweg Fakten und Tatsachen etabliert und künstlich erschaffen, was auch weiterhin als Ziel verfolgt wird, denn was einmal verboten ist, hat für immer den Anschein von Verbrechen. Vordergründig steht der Schutz der Gesellschaft also für das Cannabis-Verbot, im Hintergrund sind es aber vollkommen andere Interessen und Interessengruppen.

photocredit: https://pixabay.com / User: PINIT944THAILAND

3 comments

  1. Hallo,
    danke für den Artikel, aber schade, dass hier auch nur wieder die "Geschichte" von Jack Herer wiederholt wird.

    Das Antisemitismus und Rassentrennung zu der Zeit "normal" waren kommt hier nicht vor. Auch nicht dass gegen "opiumrauchende Chinesen, die die Arbeit wegnehmen" gehetzt wurde kommt nicht vor, oder "schwarze Jazzer". Viele Minderheiten waren betroffen.

    Auch kann man auf Wikipedia - wenn man sich die Mühe der kurzen Recherche per Google gibt - nachlesen, bei Anslinger selbst, in seiner Biografie - dass seine Politik immer nur der "äusseren Rechten" gedient habe.

    So viel dazu..

  2. Ja und noch mehr, denn der Kasus Knaktus des Verbotes die sogenannte Single Convention die 1961 in Wien auf den Weg gebracht wurde fehlt hier leider auch, und die ist es auf die sich die PoliTicker immer wieder berufen...

  3. Da muss ich mich anschliessen- ein schwacher Artikel!
    Anslinger war kein bedeutender Politker- er war GAR KEIN Politiker sondern ein einfacher "Agent"

    Bedeutend wurde der erst als er durch den Onkel seiner Frau Andrew P.Mellon (das war der Bedeutende Politiker!) zum Leiter des neugegründeten FBN berufen wurde. Mellon war Banker, Multimilliär und zu der Zeit Finanzminister der USA. Nebenbei Großaktionär von Hearst & DuPont womit wir bei den Industrieinteressen gelandet wären. Hearst hatte große Papierindustrien und Zeitungen, DuPont die Kunstfasern frisch entwickelt.
    Der rassistische Faktor war dann noch "on Top"

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