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„Am liebsten lege ich in Clubs auf, in denen ich rauchen darf!“

Chris*, 31 Jahre alt, ist DJ und Legalisierungsaktivist. Seit seiner Jugend hat er ein großes Faible für Cannabis. Wir er selbst sagt, gibt es außer Musik nichts, dass ihn derart fasziniert wie die Heil-, Nutz- und Rauschpflanze Hanf. Vor allem die Kombination seiner beiden Hobbies, also Musik und Cannabis, gefällt ihm besonders gut. Wann und wie Chris zum Cannabis kam, wie er heute Cannabis als kreativitätsförderndes Genussmittel nutzt und warum ihm die Legalisierungsbewegung so am Herzen liegt, erzählt uns der sympathische „Dreadhead“ im Interview.

Das Thema Cannabis hat es dir ja angetan. In welchem Alter hat dich diese Faszination denn gepackt? Erzähle doch mal kurz deine Geschichte.

Wie hat bei dir alles angefangen?

Ich habe Cannabis mit 14 Jahren entdeckt. Und zwar war das damals so, dass ich irgendwie mitbekommen habe, dass der ältere Bruder von meinem damals besten Freund geraucht hat. Bis dahin hatte ich geglaubt, dass Cannabis ein voll gefährliches Teufelszeug ist, das nur von Junkies geraucht wird. So ungefähr hatten es mir ja auch die Lehrer in der Schule bei der Drogenprävention erklärt. Da der ältere Bruder von meinem Kumpel aber ein ganz ordentlicher Kerl war, konnte das aber irgendwie nicht stimmen.

Ein anderer, über den ich wusste, dass er Gras raucht, war sogar ein Einser-Schüler. Ich wurde also skeptisch und damit wurde wahrscheinlich zeitgleich auch mein Interesse an Cannabis geweckt. Auf jeden Fall sind dann mein Freund und ich, immer dann, wenn sein älterer Bruder nicht da war, in sein Zimmer und haben von seiner Pflanze ein paar Blätter abgemacht, diese zum Trocknen auf die Heizung gelegt und dann geraucht.

Wir wussten ja noch nicht, was genau von der Pflanze geraucht wird (lacht). Zu dieser Zeit hatte ich auch noch kein Internet und demnach war es da auch noch echt schwer, sich einen objektiven Zugang zur Thematik zu verschaffen. Der ältere Bruder hat nach einer kurzen Zeit jedenfalls gemerkt, dass seine Pflanze immer weniger Blätter trägt. Natürlich hat er Verdacht geschöpft und uns darauf angesprochen. Mit Angstschweiß auf der Stirn haben wir unsere Schuld gestanden und der Bruder hat sich daraufhin kaputt gelacht. Daran erinnere ich mich noch sehr gut. Naja, der war wie gesagt ein ordentlicher Kerl und er hat uns dann mit in sein Zimmer genommen und uns alles erklärt.

Mit Lachtränen in den Augen hat er uns dann auch gesagt, dass es wenig Sinn macht, wenn man nur die Blätter raucht. Die Blüten sind zum Rauchen viel interessanter, meinte er, und noch am selben Tag habe ich das erste Mal, zusammen mit meinem Kumpel und dessen Bruder, richtig geraucht oder passender ausgedrückt, habe ich das erste Mal das Richtige geraucht (lacht).

Wie war‘s?

Ich habe eine Bong geraucht und demnach war es wirklich heftig. Aber gut.

Und wie ging es dann weiter? Hast du dir mit 14 Jahren schon einen regelmäßigen Konsum angewöhnt?

Nein, nein. Das ging schrittweise. Am Anfang würde ich sagen, war das weniger als einmal pro Monat. Wenn sich mal die Gelegenheit ergeben hat oder der Bruder von meinem Kumpel uns eingeladen hat, habe ich mitgeraucht. Erst ein wenig später, so mit Fünfzehn, habe ich dann angefangen für Partys oder Chillabende bei Freunden selbst etwas zu holen. Kurze Zeit später habe ich mir dann einen regelmäßigen Konsum angewöhnt.

Hat die Schule unter deinem Cannabiskonsum gelitten?

Aus der damaligen Perspektive hat die Schule natürlich nicht darunter gelitten. Heute würde ich sagen, dass die Schule definitiv darunter gelitten hat. Erste Priorität, wenn ich nach Hause kam, hatten nämlich nicht die Hausaufgaben, sondern das Rauchen. Das ging natürlich nicht zu Hause, also bin ich mit meinen Kumpels zum Rauchen irgendwo aufs Feld gegangen. Erst wenn ich abends wieder Heim kam, habe ich Hausaufgaben gemacht. Mit 17 haben wir dann angefangen in der Schule zu rauchen. Da ich nur fünf Minuten Fußweg von der Schule entfernt gewohnt habe, konnten meine Kumpels und ich, natürlich nur wenn meine Mutter nicht zu Hause war, noch schnell zu mir und jeder hat ´ne Bong geraucht.

Pünktlich zum Unterricht ging es wieder zurück. Dann haben wir natürlich im Unterricht gehockt und waren nicht mehr richtig bei der Sache. Rückblickend kann ich zwar sagen, dass meine Schulzeit dadurch echt witzig war. Ich kann auch nicht behaupten, dass ich nur sehr ungern in die Schule gegangen bin, aber wirklich produktiv waren die letzten Jahre nicht. Wichtig ist aber, dass ich trotz der Raucherei gut durchgekommen bin. Hätte ich nicht geraucht, wäre ich vielleicht ein besserer Schüler gewesen, aber das ist jetzt auch nur reine Spekulation.

Und wie haben deine Eltern damals reagiert als sie erfahren haben, dass du Cannabis konsumierst?

Meine Mutter war entsetzt und hat sich Selbstvorwürfe gemacht. Als sie dann aber mitbekommen hat, wer sonst noch alles Cannabis raucht ohne dadurch Schwierigkeiten zu bekommen, hat sich die Situation nach und nach verbessert. Heue hat sie überhaupt keine Probleme mehr damit. Sicher würde sie sich wünschen, dass ich damit aufhöre, aber sie akzeptiert es.

Man Vater hingegen ist von Anfang an sehr entspannt mit meiner Raucherei umgegangen. Wenn ich ihn heute besuche, hat er auch kein Problem damit, wenn ich in seiner Wohnung rauche. Mit dem konnte ich von Anfang an völlig offen darüber sprechen.

Hattest du schon einmal polizeiliche oder anderweitige Probleme, die durch deinen Cannabis-Konsum verursacht wurden?

Nein, mit der Polizei hatte ich zum Glück bislang noch keinen ernsthaften Stress. Ich wurde zwar schon hin und wieder auf diversen Reggea-Veranstaltungen gefilzt und mit ein oder zwei Gramm Eigenbedarf in der Tasche erwischt, aber die Verfahren wurden immer eingestellt. Auch sonst hatte ich bislang noch keine Schwierigkeiten wegen Cannabis. Sicherlich ist es für die kognitive Entwicklung einer Person nicht förderlich, wenn man schon in jungen Jahren anfängt zu rauchen. Ich würde aber behaupten, dass ich persönlich keine psychischen Beeinträchtigungen davon getragen habe und sowohl mit als auch ohne Cannabis sehr gut leben kann.

Heute verdienst du dein Geld als DJ. Welchen Einfluss hat Cannabis denn auf deine Musik? Schließlich ist ja bekannt, dass Cannabis kreative Prozesse anregen kann.

Was das Thema angeht, hat Cannabis eine wunderbare Wirkung auf mich. Wenn ich vor vielen Leuten auflege nimmt mir Cannabis erst mal mein Lampenfieber, indem es mich beruhigt. Darüber hinaus fällt es mir mit Cannabis wesentlicher leichter mich in die Musik einzufühlen. Cannabis hilft mir beim Musik machen zu Hause, beim Produzieren im Studio oder beim Auflegen in ‘nem Club, ganz egal. Mit Cannabis schraube ich beispielsweise viel länger und intensiver an einem bestimmten Ton, bis der dann irgendwann genauso aus der Box klingt, wie ich ihn mir vorgestellt habe.

Beim Auflegen weiß ich mit Cannabis immer, welcher Song als nächstes am besten passt oder welches Element aus einem anderen Track, in den, der gerade läuft, gut reinpasst. Kurz um, Cannabis inspiriert mich auf der ganzen Linie. Am liebsten lege ich deshalb auch in Clubs auf, in denen ich rauchen darf. Leider ist das in Deutschland aber nur selten der Fall, weshalb ich da manchmal tricksen muss. Dann drehe ich einfach ein bisschen Gras in die Zigarette. Ab und an gibt es aber auch bestimmte Arbeiten, wo ich einen nüchternen Kopf bevorzuge. Beispielsweise dann, wenn meine objektive Meinung zu einem bestimmten Track oder so gefragt ist. Das wiederum gelingt mir nämlich high nicht so gut.

Ganz offensichtlich hast du einen sehr bewussten und verantwortungsvollen Umgang mit Cannabis entwickelt.

Ja, entgegengesetzt der Meinung unserer Drogenbeauftragten ist das sehr gut möglich.

Wie viel rauchst du denn im Durchschnitt?

Da habe ich noch nie wirklich drauf geachtet, aber spontan würde ich sagen, dass ich alleine circa zwei Gramm am Tag rauche. Wenn meine Freundin da ist, gerne auch etwas mehr.

Baust du dir dein Gras selbst an?

Ne, das mache ich schon lange nicht mehr. Erstens habe ich da gar keine Zeit für und zweitens ist mir das Risiko zu stressig. Man weiß ja, was in diesem Land alles hinten dran hängt, wenn man damit erwischt wird. Seit ungefähr zehn Jahren weiß ich aber genau, wo mein Gras herkommt. Das wichtigste ist mir, dass das Gras biologisch angebaut wird, was bei meiner Connection ganz sicher der Fall ist. So weiß ich zum Beispiel, dass das Gras auf Erde gezogen und der biologische Dünger selbst gemischt wird.

Es kommt keinerlei Chemie zum Einsatz, und das ist mir persönlich, wie gesagt, super wichtig. Das gilt aber nicht nur für Cannabis, sondern auch für alles andere, dass ich zu mir nehme. Meine Lebensmittel kaufe ich ja schließlich auch nur im Bioladen um die Ecke. In Bezug aufs Kiffen, kann ich behaupten, dass ich seit circa zehn Jahren nur sauberes Material rauche. Das war ganz sicher niemals mit Sand, Zucker, Haarspray, Brix oder irgendeinem anderen Scheißdreck, der da nicht reingehört, gestreckt. Wenn ich will, kann ich mir den „Grow“ auch angucken, was ich am Anfang auch ein paar Mal gemacht habe. Ich kann meiner Quelle aber blind vertrauen, weshalb es da eigentlich keiner Kontrolle bedarf.

Konsumierst du auch andere Drogen oder anders ausgedrückt, lässt du dich auch von anderen Drogen kreativ inspirieren?

Erfahrungen mit anderen Drogen habe ich zwar gemacht, beispielsweise mit Alkohol, MDMA, LSD, Meskalin oder Psilos, aber nichts davon ist für mich wie Cannabis. Bei den meisten Drogen hatte ich immer den „Bad Day“ danach. Vor allem bei den chemischen Drogen, die ja in erster Linie auf eine Glücksgefühlausschüttung im Gehirn einwirken, war der Tag danach immer unangenehm seltsam. Selbst bei Pilzen, deren Wirkung ich eigentlich total interessant finde, ging es mir auch am nächsten Tag noch anders als vor dem Konsum. Persönliche habe ich mich, egal bei welcher Droge, am nächsten Tag nie hundert prozentig wohl, stellenweise sogar wirklich ausgelaugt gefühlt und genau das ist beim Cannabis eben nicht der Fall. Bei Cannabis geht es mir auch am Tag darauf super. Kein Kater, keine schlechte Laune, nichts.

Ich weiß zwar, dass viele Künstler halluzinogene Drogen, allen voran LSD, zur künstlerischen Inspiration nutzen. Für mich persönlich trifft das aber nicht zu. LSD wird mir aufgrund der langen Wirkdauer irgendwann viel zu anstrengend. Zusammenfassend heißt das, dass ich mit chemischen Drogen überhaupt nichts anfangen kann. LSD ist mir persönlich viel zu anstrengend und Psilocybin sowie Meskalin finde ich sehr interessant, weshalb ich diese beiden Substanzen ganz selten auch konsumiere. Aber weniger zur künstlerischen Inspiration, sondern vielmehr wegen der allgemeinen Bewusstseinserweiterung. Ab und zu brauche ich dieses „Open-Mind“-Bewusstsein. Aber wirklich nicht oft. Maximal zweimal im Jahr mache ich so was. Das reicht mir. Zur künstlerischen Inspiration ist für mich aber nur eine Droge geeignet: Und die heißt Cannabis.

Du bist ja auch in der Legalisierungsbewegung aktiv. Wie genau sieht denn dein Aktivismus aus?

Mein persönlicher Aktivismus in der „Legalize-Szene“ sieht so aus, dass ich mich vor allem bemühe, an den Pro-Cannabis Veranstaltungen anwesend zu sein. Präsenz ist da, meiner Meinung nach, besonders wichtig. Gleichzeitig versuche ich und das sollte mir jeder Hanffreund gleichtun, die Personen in meiner Umgebung aufzuklären. Das geht übrigens auch über Facebook.

Auch bin ich Mitglied in einem Verein, der sich für die Rechte von Cannabis-Patienten einsetzt. So sind wir beispielsweise im Sommer auf Festivals und anderen Veranstaltungen unterwegs, verteilen Flyer und informieren über Cannabis als Medizin. Des Weiteren unterstützen wir Personen, wenn es darum geht, eine sogenannte Ausnahmeregelung zu bekommen. Es ist einfach der größte Witz, dass Cannabis trotz der enormen Heilkraft, medizinisch noch so wenig genutzt wird. Israel etwa nutzt Cannabis im medizinischen Sektor schon seit über zehn Jahren als Ersatz für konventionelle Schmerzmittel sowie zur gezielten Therapie zahlreicher Krankheiten.

Ich kenne viele Patienten, denen es, seitdem sie mit Cannabis behandelt werden, wieder viel besser geht. Ihr schmerzerfülltes Leben ist Dank Cannabis wieder lebenswert geworden. Und selbst Patienten, deren Schmerzen für Cannabis zu stark sind, haben, wenn sie Cannabis konsumieren den Vorteil, dass die Dosierung der schmerzlindernden Opiate drastisch reduziert werden kann, wodurch gleichzeitig auch die mitunter sehr heftigen Nebenwirkungen minimiert werden.

Was der Staat da derzeit treibt, in dem er kranken Menschen Cannabis als Medizin verweigert und sie stattdessen dazu zwingt Opiate mit starken Nebenwirkungen einzunehmen, ist nichts anderes als moderne Folter. Das darf ja wohl nicht sein. Es gibt einfach keine zweite Pflanze, die über ein derart mannigfaltiges Potenzial - und zwar nicht nur medizinisch - verfügt, wie der Hanf. Deshalb liegt mir persönlich auch die Legalisierung dieser alten Kulturpflanze, die übrigens schon vor uns Menschen hier war, so sehr am Herzen.

Was konkret würdest du dir denn in Bezug auf die Cannabis-Thematik für die Zukunft wünschen?

Einiges. Erst mal wäre es toll, wenn wir zur Freude des Klimas sowie zur Entlastung unserer Mutter Erde einen kommerziellen Anbau von Nutzhanf hinbekämen. Der Anbau von Hanf als nachwachsender Rohstoff sowie alle daraus hergestellten Produkte sind wesentlicher umweltfreundlicher, als das, was bislang geschieht. Nutzhanf ist zwar nicht potent, aber dafür hat die Pflanze unglaublich viele diverse Anwendungsmöglichkeiten. Hanf ist die Mehrzweckpflanze schlechthin. Selbst aus Soja lassen sich nicht so viele Sachen herstellen wie aus Hanf.

Am aller schönsten wäre aber sicher eine vollständige Legalisierung von Hanf, sprich Cannabis, als verkehrsfähiges Handelsgut. Damit meine ich jetzt nicht, dass man Cannabis dann überall erwerben kann und selbst ein Real-Markt ‘ne Cannabis-Abteilung hat. Aber es sollte auf jeden Fall soweit legalisiert werden, dass potente Cannabis-Produkte über autorisierte Abgabestellen bezogen werden dürfen.

Beispielsweise im Rahmen eines Cannabis Social Clubs, so, wie es in anderen Ländern bereits der Fall ist. Aber eigentlich muss sich nicht nur die Cannabis-, sondern die gesamte Drogenpolitik ändern. Deswegen fände ich es sogar am sinnvollsten, wenn es in Zukunft so etwas wie einen Drogenladen geben würde, wo ausgebildetes und kompetentes Personal Cannabis, aber auch andere Drogen verkauft. Von mir aus auch die harten Drogen. Jedem Mensch sollte nämlich die Entscheidung frei gestellt sein, welche Substanzen er konsumieren möchte. Denn jeder Mensch weiß in der Regel selbst am besten, was ihm gut tut und was nicht.

Wenn man die Leute anständig aufklären würde und die Kriminalität gänzlich wegfällt, so behaupte ich, dass selbst mit harten Drogen adäquat umgegangen werden kann. Aber Menschen zu kriminalisieren, weil sie ihrem menschliches Urbedürfnis nach veränderten Bewusstseinszuständen nachgehen, ist ein völlig realitätsferner und zum Scheitern verurteilter Ansatz.

Also bist du nicht nur für die Legalisierung von Cannabis, sondern von allen Drogen?

Ja, weil letztlich sowieso jeder das kriegt was er will. Die meisten Personen nur aus sehr unseriösen Quellen, ohne irgendeine Gewährleistung des Jugendschutzes. Die kriegen qualitativ den letzten Scheiß angedreht und wissen zudem nicht, wie man mit Drogen umzugehen hat. Was dabei rauskommt, sieht man sehr gut an der Crystal-Meth Welle, die derzeit den Osten überschwemmt.

So etwas könnte durch eine Entkriminalisierung sowie durch ordentliche Drogenbildung im Keim erstickt werden. Auch der Konsum von anderen Drogen mit einem gefährlichen Missbrauchspotenzial, etwa Diamorphin, also Heroin, sollten meiner Meinung nach auf jeden Fall entkriminalisiert werden. Es kann doch nicht sein, dass Menschen, die von irgendwelchen Substanzen abhängig sind, obendrein noch ins Gefängnis gesteckt werden und Strafen bezahlen sollen, wofür sie überhaupt kein Geld haben. Diesen Leuten sollte geholfen und nicht noch mehr Schwierigkeiten gemacht werden.

Wie lange wird es denn deiner Einschätzung noch dauern, bis zumindest eine Legalisierung von Cannabis erreicht ist?

Irgendwie habe ich noch immer die Angst, dass das nie passieren wird. Ich habe schon so oft gedacht, dass es einen Schritt weiter geht, aber immer ging es dann wieder einen Schritt zurück. Ich denke, und das ist jetzt vielleicht hart formuliert, dass die alten Politiker und Entscheidungsträger erst alle aussterben müssen, damit sich in Sachen Cannabis endlich mal was ändert.

Hoffnung diesbezüglich machen mir aber die cannabispolitischen Entwicklungen im Ausland. Vor allem in Amerika ist die Tendenz ja wirklich offensichtlich. Und wenn selbst die Amis erkannt haben, dass der War on Drugs gescheitert ist, kann es eigentlich nicht mehr lange dauern, bis auch unsere amerikaorientierten Politiker das geschnallt haben. Ich habe neulich einen Bericht gelesen, dass selbst in so einem System wie Nordkorea, Cannabis ein ganz normales Handelsgut ist, das jeder auf dem Markt kaufen kann.

Das Gras hat zwar nur eine Potenz von ungefähr 5% THC, aber dennoch ist es den Nordkoreanern gestattet, am Abend ein Glas Reiswein zu trinken und dazu etwas Marihuana zu rauchen. Wieso bekommen wir das nicht hin? Auf deine Frage zurück zukommen, denke ich, dass in Deutschland, wie gesagt, erst die alten Querdenker alle aussterben müssen. Wenn die Entwicklungen im Ausland, vor allem in den Vereinigten Staaten, jedoch weiterhin so positiv weiterverlaufen, kann ich mir vorstellen, dass wir in zehn bis fünfzehn Jahren auch so weit sind. Aber nicht, weil unsere korrupten Politiker irgendwas verstanden hätten, sondern nur, weil das Lügengebäude - zumindest dann, wenn im Ausland alles so weitergeht - auch hierzulande zwangsläufig einstürzen wird.

Zehn bis Fünfzehn Jahre? Das ist also deine Prognose. Andere Experten vermuten, dass wir bereits in 3-6 Jahren soweit sind.

Das wäre natürlich noch besser, aber ich denke, dass diese Prognosen leider ein bisschen zu optimistisch sind.

Lieber Chris. Ich bedanke mich für das Interview und wünsche dir für die Zukunft alles Gute, viel Erfolg auch weiterhin mit deiner Musik und was deinen Pro-Cannabis Aktivismus anbelangt, mach‘ bitte weiter so!

* Name von der Redaktion geändert

One comment

  1. Schöner Bericht

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