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Das Weiße Haus streut Gerüchte über mit Fentanyl gestrecktes Cannabis

Es ist eine Legende, die sich schon eine Zeit lang hält, und anscheinend sind es Donald Trumps Regierung im Weißen Haus und das National Institute on Drug Abuse (NIDA), die sie am Leben halten. Es sind Gerüchte von tödlichen Mengen der Droge Fentanyl, das in Cannabis gemischt worden und auf dem Schwarzmarkt im Umlauf sein soll.


Trump Beraterin warnt vor Fentanyl als Streckmittel für Cannabis

Warum die Regierungsbeamten so erpicht darauf sind, diesen Mythos aufrecht zu erhalten, ist nicht bekannt. Tatsächlich gibt es keine Anhaltspunkte dafür, dass etwas Wahres dran sein könnte. Die Trump Beraterin, Meinungsforscherin und Juristin Kellyane Conway hatte im Rahmen eines Briefings zur Lage der Überdosierungen von Drogen in den USA vor dem Auftauchen von Cannabis gewarnt, das mit Fentanyl angereichert sein soll. Auch in anderen Drogen wie Meth, Kokain und Heroin soll es aktuell zu finden sein.

Fentanyl in anderen Drogen ist durchaus ein Problem

Bei Heroin trifft das durchaus zu, dies wird des öfteren mit Fentanyl angereichert, das viel stärker wirkt. Auch dass es in Kokain und Crystal Meth eingearbeitet wird, liegt im Bereich des Möglichen, wenn auch dies extrem selten ist. Experten, die die Warnung Conways stark anzweifeln, sagen, dass definitiv aktuell keine Gefahr von Cannabis ausgehe, das mit Fentanyl gestreckt ist. Es gebe nicht einmal Hinweise darauf. Leo Beletsky, Experte für Drogenpolitik an der Northeast University, geht davon aus, dass hier lediglich alte Gerüchte aufgewärmt werden. Auch der Epidemiologe Dan Ciccarone von der University of California geht davon aus, dass dies alles Teil einer breiteren Fentanyl-Panik ist. In der Tat sind im Jahr 2017 etwa 70.000 Menschen an überdosierten Drogen gestorben, davon ungefähr 30.000 durch Fentanyl. Daraufhin erklärte Donald Trump den Notstand wegen der Überdosierungs-Krise.

In Cannabis wurde noch kein Fentanyl entdeckt

Eine solche Notstandserklärung löst auch in der Bevölkerung ein Stück weit Panik aus und schürt die Gerüchte. Fakt ist, dass Fentanyl im Zusammenhang mit Heroin durchaus bekannt ist. Es wirkt ähnlich, jedoch um ein vielfaches stärker, das macht es zu einem idealen Streckmittel für das teure Heroin. Fakt ist ebenfalls, dass an der Ostküste der USA Kokain auf dem Markt aufgetaucht ist, und auch etwas Methamphetamin, welches mit Fentanyl angereichert war. Dies hat zwischen 2016 und 2017 eine Verdopplung der Überdosierungen verursacht. Aber die DEA konnte bis Dato niemals Cannabis sicherstellen, das mit der chemischen Droge behandelt wurde.

Unbedachte Aussagen oder geplante Angstmache vor Cannabis?

Wie es also scheint, hat Kellyane Conway lediglich alte Gerüchte aufgegriffen. In der Vergangenheit gab es wohl ein paar Anekdoten bei manchen Polizeibehörden, bei welchen die Vermutung im Raum stand, dass Cannabis mit Fentanyl gestreckt gewesen sei. Davon hat sich jedoch nie etwas als wahr herausgestellt. Es gab zum Beispiel Mutmaßungen durch Drogenopfer, bei welchen hohe Dosen sowohl von Cannabis als auch von Fentanyl festgestellt wurden. Dass diese einfach Mischkonsum betrieben hatten, ist allerdings die wesentlich wahrscheinlichere Annahme. Es gab auch nach der Legalisierung von Cannabis in Kanada einige Falschmeldungen über künstliche Cannabinoide, die mit Fentanyl angereichert gewesen sein sollen. Im besten Fall kann man den politischen Akteuren hier Ahnungslosigkeit vorwerfen und unbedachte Aussagen. Andererseits könnte Die Beraterin Conway auch das US-Pendant zu unserer Marlene Mortler sein, die mit Fehlinformationen die Angst vor Cannabis in der Bevölkerung aufrecht erhalten will.

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