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Löst Cannabis Psychosen aus? Studie untersucht Auswirkungen von Intensivkonsum bei Risikogruppe

Löst der Konsum von Cannabis beim Menschen Psychosen aus? Diese Frage stellen sich nicht nur Wissenschaftler. Auch in der Öffentlichkeit und unter Politikern wird um dieses Thema immer wieder diskutiert und gestritten. Leider basieren die Diskussionen, auch unter Entscheidungsträgern der Politik, nicht immer auf Fakten, sondern auf ideologischen Phrasen.


Einer der Topkandidaten für den Posten des Bundesdrogenbeauftragten, der Mediziner Stephan Pilsinger, sagte jüngst in einer Bundestagsdebatte, dass Cannabiskonsum einfach dumm macht. Seinem Medizinstudium hat er diese Information sicher nicht entnommen. Aber wir wollen auch nicht leugnen, dass manche Menschen vielleicht psychische Probleme bekommen können, die durch einen extremen Konsum von Cannabis mit verursacht oder begünstigt worden sind.

Kann Cannabis Psychosen bei gefährdeten Menschen befördern?

Eine neue Studie liefert nun Erkenntnisse zu den Auswirkungen des regelmäßigen Cannabiskonsums bei Menschen mit hohem Psychoserisiko. Die Ergebnisse der Untersuchungen zeigt, dass die Reaktion auf Dopaminsignale im präfrontalen Kortex bei den Teilnehmern teilweise abstumpfte.

Daraus schlussfolgern die Wissenschaftler, dass der dauerhafte Konsum von Cannabis bei der untersuchten Risikogruppe die Psychosen auslösen oder fördern kann. Über die Auswirkungen des regelmäßigen Konsums bei psychisch stabilen Menschen kann man aufgrund der Studie jedoch keine Aussagen tätigen.

Das Risiko betrifft Menschen, die zu Psychosen neigen und ständig Cannabis konsumieren

Die Analyse der Daten ergab, dass sich bei Patienten, bei denen ein erhöthtes Risiko für Psychosen oder Schizophrenie und ein regelmäßiger Cannabiskonsum zusammenkommen, die Wahrscheinlichkeit für einen Ausbruch der psychischen Störungen ansteigt. Die Autoren der Studie sind auf jeden Fall der Ansicht, dass sie gerne weitere Forschung über die Auswirkungen von Cannabis auf die Neurochemie des menschlichen Gehirns betreiben würden, vor allem im Bezug auf Psychose-gefährdete Personen.

Dr. Romina Mizrahi ist Medizinerin des Centre for Addiction and Mental Health in Toronto und eine der Autorinnen der Studie. Das Ergebnis ihrer Forschung richtet ihren Fokus auf Heranwachsende, deren Gehirn noch nicht vollständig entwickelt ist, und auch an Menschen, die psychisch nicht stabil sind. Diese gehen mit einem übermäßigen Cannabiskonsum besondere Risiken ein.

Welchen Schaden richtet Cannabis in der Psyche eines gesunden Erwachsenen an?

Natürlich sollte an der Auswirkung von Cannabis auf den Menschen geforscht werden, solange wir nicht alles wissen. Und wir wissen längst nicht alles. Die moderne Cannabisforschung bekommt erst in den letzten Jahren Aufwind durch die Liberalisierungen in einigen Ländern.

Da es einige gesunde Menschen in der Mitte der Gesellschaft gibt, die seit Jahrzehnten regelmäßig Cannabis konsumieren, auch Patienten, können wir ausschließen, dass Cannabis dumm macht. Jenseits davon ist es aber sicher von Vorteil, die Auswirkungen von Cannabis auf den menschlichen Körper, besser zu verstehen.

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