Kategorie: Koch Rezepte mit Hanf

Hanf-Rezepte für die Küche: Von Cannabutter über Hanfpesto bis zum Hanfprotein-Smoothie. Schritt-für-Schritt-Anleitungen.

Hanf-Rezepte und Cannabis-Rezepte sind nicht dasselbe

In dieser Rubrik stehen zwei Küchen nebeneinander, die regelmäßig verwechselt werden. Die eine arbeitet mit Hanf als Lebensmittel, also mit Hanfsamen, Hanfmehl, Hanfprotein und Hanfsamenöl. Diese Gerichte schmecken nussig, sind alltagstauglich und machen niemanden high. Die andere arbeitet mit Cannabisblüten oder Extrakten und zielt auf eine Wirkung ab. Wer zuerst wissen will, was beim Essen von Cannabis im Körper überhaupt passiert, findet die Grundlagen unter Edibles, Essen und Trinken statt Rauchen, den direkten Vergleich der beiden Aufnahmewege unter Cannabis essen oder rauchen und die rohe, nicht erhitzte Variante unter rohes Cannabis essen.

Decarboxylierung, der Schritt, der über die Wirkung entscheidet

Wer mit Blüten kocht, kommt an einem chemischen Zwischenschritt nicht vorbei. Die frische wie die getrocknete Blüte enthält kaum aktives THC, sondern dessen saure Vorstufe THCA. Deren Carboxylgruppe blockiert die Bindung an die Rezeptoren des Endocannabinoid-Systems. Erst kontrollierte Hitze spaltet diese Gruppe ab, sie entweicht als Kohlendioxid, und übrig bleibt wirksames THC. Für CBD gilt dasselbe Prinzip, dort heißt die Vorstufe CBDA. Wer den Schritt überspringt, backt ein Edible, das schlicht nichts tut. Temperaturen, Ofenpraxis und die Chemie dahinter stehen im Ratgeber Decarboxylierung, der wichtigste Schritt beim Kochen mit Cannabis.

Cannabutter und Hanfbutter als Basis

Cannabinoide sind fettlöslich. Deshalb steht am Anfang der meisten wirksamen Rezepte ein Fett, das den Wirkstoff aufnimmt und gleichmäßig im Gericht verteilt. Das zählt vor allem dann, wenn ein ganzes Blech Kekse dieselbe Menge tragen soll. Als Träger eignen sich nicht nur Butter, sondern ebenso Kokosöl, Olivenöl oder jedes andere pflanzliche oder tierische Fett, und in Fett halten sich Cannabinoide sehr lange, tiefgefroren nahezu unbegrenzt. Die Anleitung samt Dosierung steht unter Cannabutter, wie macht man die. Wer Blätter, Verschnitt und Erntereste verwerten will statt Blüten, findet die passende Praxis unter Cannabis Butter selber herstellen.

Damit nicht zu verwechseln ist die Hanfbutter, die frische Kräuterbutter mit Hanfaroma. Sie wird aus Rohprodukten zubereitet, bleibt cremig und ungekocht und ist deshalb keine psychoaktive Zubereitung, sondern eine Kräuterbutter, die das nussige Hanfaroma in den Vordergrund stellt.

Backen mit Hanf, von Keksen bis Plätzchen

Gebäck ist der Klassiker unter den Edibles, weil ein Keks unauffällig, teilbar und lange haltbar ist. Tückisch ist er trotzdem, denn Gegessenes wirkt verzögert und dafür länger, weil der Wirkstoff zuerst den Magen-Darm-Trakt und die Leber passiert. Wer Grundprinzip und häufigste Fehler kennenlernen will, beginnt bei Haschkekse backen. Milder wird es mit den Chocolate Cookies mit CBD-Isolat und den Cannabis Cantuccini mit Lakritz.

Ganz ohne Wirkstoff, dafür mit dem Nährwert der Hanfnuss, arbeitet der größere Teil der Backstrecke: Zimtsterne mit proteinreichen Hanfnüssen, Amaretti Morbidi mit Hanfnüssen, der Mango-Cheesecake mit Hanfsamenboden, das asiatische Teekonfekt mit Hanfsamen und die zuckerfreien Apfel-Hanfnuss-Zimt-Kekse für Babys.

Hanfmehl in der Küche

Hanfmehl entsteht, wenn aus gemahlenen Hanfsamen das Öl gepresst wird, und ist von Natur aus glutenfrei. Es bindet anders als Weizenmehl und wird in der Praxis deshalb selten pur, sondern als Anteil im Teig verwendet. In den Hanf-Gnocchi etwa stehen 10 Gramm Hanfmehl und 15 Gramm Hanfproteinpulver neben 70 Gramm Weizenmehl. Wie sich das im Backwerk auswirkt, zeigen das Oliven Pfannenbrot mit Hanfmehl, die Pastel de Nata mit Hanfmehl, der Kürbiskuchen mit Hanfmehl und Hanfsamen und der proteinreiche Apfel-Walnusskuchen. Für Brot gibt es zwei Wege, das einfache Bio-Hanfbrot mit Hanfsamen und die ausführlichere Variante Hanfbrot, Kulturpflanze trifft Brotkultur.

Hanfprotein und Hanfsamen zum Frühstück

Hanfprotein besteht vor allem aus Edestin und Albumin und erreicht damit eine hohe biologische Wertigkeit, ist für den Körper also gut verwertbar. Am schnellsten landet es im Frühstück, etwa im Hanfsamen-Frühstücksjoghurt im Glas, in den Hanfprotein-Pancakes, im Vitamin-C-Smoothie mit Hanfsamen oder im Bananenbrot mit Hanfprotein. Was in der Hanfnuss steckt und worauf beim Kauf zu achten ist, ordnet der Überblick Hanfsamen, Nährstoffprofil und Anwendung ein.

Hanfmilch selbst gemacht und verwendet

Hanfmilch schmeckt mild-nussig, ist cremig und lässt sich vom Frühstück bis zum Dessert einsetzen. Rezepte für Smoothies, Suppen und Süßspeisen sammelt der Beitrag Hanfmilch-Rezepte, den Alltagseinsatz von der Schüssel Müsli bis zum Cappuccino beschreibt Hanfmilch im Alltag.

Hanftee und Getränke mit Hanf

Beim Tee gilt eine Einschränkung, die viele überrascht. Das bloße Aufbrühen von Blüten oder Blättern reicht in der Regel nicht aus, um die Cannabinoide zu decarboxylieren. Selbst ein Tee aus einer Pflanze mit hohem THC-Gehalt ruft deshalb normalerweise keine berauschende Wirkung hervor, er enthält vor allem Cannabidiolsäure. Zubereitung und Sortenwahl erklärt Hanftee, Rezepte und Zubereitung. Wer es kalt mag, findet mit dem Cannabis Kombucha, den Cannabis Cocktails und dem Espresso-Hatcha-Eis drei sehr unterschiedliche Wege.

Herzhaft kochen mit Hanf

Die Omega-3-Fettsäuren der Hanfsamen reagieren empfindlich auf Hitze. Im Teig sind die Samen geschützt, längeres Braten in der Pfanne ist dagegen nicht ideal. Kalt angesetzt spielt Hanf seine Stärke aus, als Dressing, Dip oder Finish: im Karottengrün-Pesto mit Hanfsamen, im Baba Ganoush mit Hanfsamenöl, im Blattsalat mit Apfel-Balsam-Dressing und Knabberhanf, im Spargelsalat mit Hanfsamen und Hanfsamenöl, im Rote-Bete-Carpaccio mit Hanföl, im Apfel-Tabouleh mit Hanfsamen und im Kartoffelsalat mit Hanfsaat. Warm wird es in der Karotten-Kurkuma-Suppe mit Hanfsamenöl, der Kürbissuppe mit Speck, Garnelen und Hanföl und dem Duett von der Spargelsuppe mit Hanfprotein. Dass Hanf mehr sein kann als eine Zutat, nämlich ein eigener Geschmacksträger, zeigt Hanf und Umami.

Die Gourmet-Strecke dieser Rubrik

Ein großer Teil dieser Sammlung stammt aus der gehobenen Küche und behandelt Hanf als Aroma, nicht als Rauschmittel. Aus dem Wasser kommen das Yellowfin-Thunfisch-Steak in Hanfsamenkruste, die Cajun-Garnelen mit frischen Hanfblättern und der Ceviche-Taco mit Linsensalat. Vom Land stammen das Rinderfilet im Hanf-Heu-Mantel, die hanfgeräucherte Barbarie-Entenbrust, die Wachtelkeulen mit infundierter Portweinsauce, die BBQ-Spareribs mit Orange-Bud-Glasur und der infundierte Hasenrücken im Blätterteig. Für Vorspeise und Dessert stehen die gebackenen Zucchiniblüten mit Ricotta-Hanf-Creme, der Erbsen-Cappuccino mit CBD-Minzschaum und die Spargel-Hanf-Panna-Cotta mit Erdbeer-CBD-Espuma.

Wie stark wirken selbst gemachte Edibles?

Das ist die wichtigste offene Frage bei jedem wirksamen Rezept, und sie lässt sich am Teig nicht ablesen. Wirkungseintritt, Wirkungsdauer und die Folgen einer Überdosierung behandelt der Beitrag In aller Munde, Edibles. Warum Cannabis überhaupt Appetit macht, erklärt Das große Fressen. Die Grundregel in der Küche bleibt in jedem Fall dieselbe: klein anfangen, die verzögerte Wirkung abwarten und nicht nachlegen, bevor die erste Portion beurteilt werden kann.

Hanf als Lebensmittel, Nährwerte und Grenzen

Hanfsamen, Hanföl, Hanfmehl und Hanfprotein sind gewöhnliche Lebensmittel und frei erhältlich. Hanföl wird durch Kaltpressung aus den Samen gewonnen, damit die empfindlichen Inhaltsstoffe erhalten bleiben. Welche Produkte es gibt und wie sie sich unterscheiden, ordnet Leckerer Hanf, die Vielfalt der Hanf-Lebensmittel ein. Für Schwangere und Stillende gilt eine eigene Abwägung, die Hanfsamen in der Schwangerschaft beschreibt.

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