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Klimatisierung der Luft im Growraum

Gerade die Eigenschaften der Luft entscheiden über den Erfolg
Gerade die Eigenschaften der Luft entscheiden über den Erfolg

Zuerst die Luft zum Atmen, dann alles andere

Für den Indoor Anbau von Marihuana ist die Klimatisierung der Luft ein sehr wichtiger Faktor. Einst wurde ein Amateur besucht, der sich eine kleine Growbox aus Holzbrettern gebaut hat. Er hatte keinen Ablüfter sondern nur eine Beleuchtung. Die Luft war viel zu warm, sie war viel zu trocken und die Pflanzen haben sich wirklich nur sehr schlecht entwickelt. Sie sind sehr holzig und ganz mager gewachsen. Mit dieser Growsituation ohne funktionierende Klimatisierung sind höchstens 50 Gramm je Ernte pro 400 Watt Beleuchtung möglich, wir wollen von ertragreichen Strains aber mindestens 300 Gramm erwirtschaften.

Deswegen muss die Luft unbedingt umgewälzt werden und die frische Luft muss klimatisiert werden. Wie eine Ab- oder Zulüftung installiert wird, soll hier nicht Thema sein, das wurde bereits abgehandelt. Es geht um die exakte Klimatisierung der Luft. Es sollte klar sein, dass die vom Optimum sehr stark abweichende Zuluft am besten in einem Vorraum klimatisiert werden kann und nicht in der Pflanzung selber. Die Luft strömt sonst an einer Stelle ein und führt zu starken Beeinträchtigungen, von den Problemstellen ausgehend können Schädlinge und Krankheiten die ganze Anlage befallen. Wenn die Zuluft ohnehin fast dem Optimum entspricht, kann sie natürlich auch direkt in die Kammer strömen.

Die Problematik der Luftklimatisierung

Zur Pflanzung sollte ein Vorraum für die Klimatisierung der Luft bereit stehen, durch den zumindest im Winter die kalte Luft strömen kann, um erwärmt und befeuchtet zu werden. Im Sommer ist es auch möglich, die Luft durch ein zweites Fenster in den Raum nachströmen zu lassen, es soll sich möglichst um die Nordseite des Hauses handeln, damit die Luft richtig kühl reinkommt. Auf keinen Fall darf die verbrauchte Abluft aufgrund möglicherer Krankheitserreger auch nur Teilweise wieder mit einströmen. Es sollte im Hochsommer nicht von der Südseite zugelüftet werden, wenn diese unbeschattet ist. Somit kann es auch im Sommer ein Vorteil sein, die Luft aus einem Nebenraum anzusaugen, wenn sie dann kühler angesogen werden kann.

Im Sommer ist es für die Klimatisierung für mittel- bis nordeuropäische Verhältnisse meist nicht so wichtig, die Luft befeuchten zu können. Die bereits warme Luft hat einiges an Wasser aufgenommen und ist somit auch in der Blütekammer feuchter, als wenn bei Frost Luft angesogen wird und dann auf 24° Celsius erwärmt wird. Diese Luft wird oder wirkt beim Erwärmen wesentlich trockener, da sie viel mehr Wasser aufnehmen kann und das ist für die Pflanzen nicht gerade gut. Die Pflanzen wachsen holzig, mager und die Blätter bilden nur wenig Finger aus. Insgesamt können die Pflanzen dann nicht so viel leisten und sind sehr anfällig für Schädlinge und Krankheiten.

Nur, um es vorweg zu greifen: Die Luft muss ständig umgewälzt werden, damit durch die Frischluft das für das Wachstum am Tag notwendige CO2 nachströmt. Dieses ist ansonsten leider schnell verbraucht. Ansonsten muss die Luft entfeuchtet, gekühlt und mit CO2 angereichert werden, um in einem hermetisch abgeschirmten Raum nicht ständig lüften zu müssen. Das macht im Normalfall jedoch keinen Sinn, weil es viel zu aufwändig oder für die gegebenen Räume nicht einmal umsetzbar ist.

Die Klimatisierung der Luft rechnet mit Kubikmetern

Die Klimatisierung der Luft rechnet mit Kubikmetern

Die optimale Klimatisierung der Luft für den Indoor Marihuana Anbau

Die Klimatisierung ist dann optimal, wenn es für die Wuchsphase der Blüte zwischen 50 bis 70% Luftfeuchtigkeit hat, während der Blüte zur Schimmelvermeidung sollen es jedoch nur 50 bis 60% werden. Es soll in der Nacht möglichst nicht viel kälter als 18° Celsius werden, aber kühler als am Tag sein. Während der Beleuchtungsphase soll es zwischen 22 und 26° Celsius warm sein und nicht weit über 30° Celsius hinaus gehen, da dann das Wachstum sogar ab ca. 36° Celsius komplett aussetzt.

An den Wurzeln soll es auch am Tag nur bis ca. 21° Celsius und nicht deutlich wärmer werden, da sonst die Wurzeln ihre Arbeit einstellen. Wenn die kühle Frischluft von unten nachströmt, es in der Nacht kälter ist und das Gießwasser mit ca. 15 bis 20° Celsius bei den Pflanzen ankommt, sollte alles klappen. Bei der Aeroponik oder Aquaponik ist sehr genau auf die Wassertemperaturen zu achten. Die Klimatisierung ist so wichtig, da die Pflanzen bei Kälte oder zu viel Wärme einfach stagnieren werden.

Natürlich soll die Luft nicht in einem geschlossenen Raum klimatisiert werden, sie muss nach draußen umgewälzt werden, damit frische Luft nachströmen. Die Klimatisierung mit Luftaustausch ist extrem wichtig, da die Pflanzen atmen müssen, um Leistung zu bringen. Man stelle sich einen Leistungssportler im Smog vor, der Weltrekorde brechen soll: Die Leistungen werden enttäuschend ausfallen.

Sobald die Klimawerte für die Luft deutlich abweichen, muss man gegensteuern, damit dennoch die optimalen Erträge erwirtschaftet werden können. Am einfachsten gelingt die Klimatisierung der Luft in einem Vorraum, wobei es bei Growzelten natürlich der Raum ist, in dem das Growzelt steht. Hier kann im Winter geheizt werden, im Sommer kann gekühlt werden, die Luft kann be- oder entfeuchtet werden.

Fotoinfos

Titelfoto:

Hier wurde bereits die Blüte eingeleitet. Die Pflanzen sind noch im Wachstumsschub und werden in wenigen Tagen sichtbar mit der Blütenbildung beginnen. Dieser Growraum hat eine Sommer- und Winterlüftung. Es wird im Sommer nicht zu warm und im Winter wird die Luft nicht zu kalt oder trocken. Nur wegen der guten Lüftung werden die Pflanzen gedeihen. Es handelt sich hier nicht um eine kleine Kammer im großen Raum sondern um einen Pflanzraum mit schmalen Gängen. Dementsprechend viel wird selbst im Winter gelüftet.

Foto im Artikel:

Wer viel Lüftet, muss auch mit dieser ganzen Luft irgendwo hin. Diese trägt den Pflanzengeruch bei passendem Wind noch viele Meter weit. Selbst beim Anbau auf dem Land sollte der Ablüfter deswegen immer durch solch einen Kohlefilter ansaugen. Wer nicht eine so große Tonne für seine große Anlage montieren kann, sollte mehrere Aktivkohlefilter und mehrere Lüfter anbringen. Wenn diese über verschiedene Sicherungen und Steuergeräte laufen, wird zugleich das Risiko vom Totalausfall der Lüftung minimiert. Auch das hat vielen schon viel gerettet.

 

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