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Ritalin bei Studenten sehr gefragt

Ritalin aus dem Chemilabor ist doch nicht schlimm, oder?
Ritalin aus dem Chemilabor ist doch nicht schlimm, oder?

Dr. Schubring von Eve & Rave Münster e.V. gibt Einblicke

Eve & Rave wurde vor vielen Jahren gegründet und Hans Cousto als einer der Ur- Gründer ist uns bekannt. Es gibt einige Ableger und Strömungen in Eve & Rave und es herrscht nicht in allen Punkten Harmonie. Deswegen soll Dr. Schubering von Eve & Rave Münster nicht stellvertretend für alle Eve & Rave Organisationen gesehen werden. Verallgemeinert geht es jedoch um die Harm Reduction bei Drogenkonsumenten.

Herr Dr. Schubering ist Psychiater in der Alexianer-Suchtklink Hörstel und ist nicht mit Herrn Thomasius auf einer Höhe zu sehen. Die seit vielen Jahren diskutierte Cannabislegalisierung belächelt er. Er sieht in der strafrechtlichen Verfolgung von Konsumenten jedoch ein enormes Problem. Man kann mit Herrn Dr. Matthias Schubering durchaus reden und er sieht in Cannabis jedoch gravierende Suchtgefahren, sowie er dieses vermutlich nicht als Medikament seiner ersten Wahl verschreiben würde, wenn er könnte. Derzeit kann er das natürlich nicht ohne erhebliche Hürden.

In seinem Vortrag in Münster ging es um das funktionieren des modernen Menschen und hier fällt natürlich auch Ritalin als Begriff. Dieses Ritalin ist allerdings nur ein Baustein in den aufputschenden Drogen am Morgen und den sedierenden Drogen zum Entspannen und Schlafen am Abend. Viele Menschen wollen oder müssen heute auf Knopfdruck funktionieren und rutschen nach und nach in eine Abhängigkeit. Warum dieses so ist, wird hier näher ausgeführt. Der Vortrag untermauert hierbei die bereits vorher bestehenden Ansichten.

Mit Ritalin arbeiten, danach auf Knopfdruck entspannen

Mit Ritalin arbeiten, danach auf Knopfdruck entspannen

Ritalin als Medikament und Leistungsdroge

In der Hirnchemie eines ADHS Patienten funktioniert einiges anders. Ritalin oder andere Amphetamine wirken nicht aufputschend, sondern machen den Patienten normaler. Ein Patient mit Starker ADHS kann sich auf nichts konzentrieren und wird durch nebensächliche Einflussfaktoren abgelenkt. Mit Ritalin normalisiert sich dieses zum Normalzustand. Viele Kinder und Jugendliche werden jedoch nicht gefragt, ob sie sich mit Ritalin wohlfühlen und müssen es nehmen. Viele Leiden erheblich und finden den Zustand ohne Medikamente besser oder finden zum Marihuana, welches bei ADHS vielfach Wunder bewirkt.

Für den normalen Menschen wirkt Ritalin aufputschend und leistungssteigernd. Es ist ein Amphetamin, welches jedoch nicht „knallt“ sondern die „Klarheit“ des Geistes zum Arbeiten und die Wachheit fördert. Wer auf Technoparty geht, möchte dieses nicht und entscheidet sich doch für die dreckigen und unreinen Amphetamine, die wenigstens richtig rein knallen und dumm machen.

Für die Arbeits- und vor allem Bildungswelt ist Ritalin sehr gefragt. Herr Dr. Schubering macht kein Geheimnis daraus, dass viele Patienten sich neben Ritalin auch ganz andere Medikamente verschreiben lassen, um diese komplett oder zum Teil an andere Leute zu verkaufen. Die Ärzte verschreiben gewisse Medikamente immerhin gerne, da sie dafür „honoriert“ werden. Es kommen Geschichten zu Tage, wo US Ärzte durch die Pharma bezahlt werden, wenn sie Schulkindern eine ADHS diagnostizieren. Herr Dr. Schubering möchte es zwar so darstellen, dass Ärzte gar kein Interesse daran haben, viele Medikamente zu verschreiben, da sie ein Budget haben, mit dem sie auskommen müssen. Innerhalb von diesem Budget werden einige Medikamente jedoch sehr gerne verschrieben.

Neben Ärzten „verschreibt auch das Internet“ viele Medikamente. Der Versand kennt immerhin keine Ländergrenzen sondern höchstens den Zoll. Dieser findet vielleicht einen Bruchteil von der wirklichen Ware und solange nicht das BtMG sondern Apothekenrecht gilt, haben Konsumenten kaum etwas zu befürchten.

Hilft vielen besser als Ritalin oder andere Wirkstoffe

Hilft vielen besser als Ritalin oder andere Wirkstoffe

Mischkonsum mit Ritalin

Frühere Bekannte sind gewiss keine Seltenheit. Studieren, um noch nicht arbeiten zu müssen aber irgendwann gut zu verdienen. Im Studium arbeiten, um sich zu finanzieren. Mit dem verdienten Geld auf ganz viele Partys gehen. Wann bleibt hier noch die Zeit zum Schlafen? Das kostbare Leben ist endlich und jede Stunde muss irgendwie investiert werden, in der Freizeit genau wie bei der Arbeit. Wer von Freitags bis Sonntags feiert, hat sich bis Mittwoch erholt und am Donnerstag schon wieder Bock.

Wie bringt man diese Leistung? Man drückt auf den Knopf und stellt sich mit ein paar leistungssteigernden Substanzen an. Wie schaltet man ab, um doch ein paar Stunden nötigen Schlaf zu erhalten? Man drückt auf den Knopf mit den sedierenden Substanzen Alkohol, Cannabis und Benzos. Was wird passieren? Weil man funktionieren muss, drückt man diese Knöpfe ständig, bis es nicht mehr ohne geht. Hohe Dosen der Leistungsdrogen führen immer in das „runterkommen“, wo dann noch mehr Aufputschmittel oder andere Substanzen genommen werden, um das zu ertragen. Davon wieder abzukommen geht in diesem „Stressleben“ gar nicht ohne es zu unterbrechen. Gerade die Entwöhnung von Alkohol oder Benzos sind ein sehr großes Problem.

Ritalin ist hierbei einer der Knöpfe. Der Student kann gut lernen und arbeiten, aber er will auch feiern. Ritalin ist jedoch zum funktionieren da, zum Feiern gibt es viele andere Sachen. Die Zeit, in der man sich breit macht oder noch mehr Gas gibt, fehlt einem für die Erholung, wobei Cannabis durchaus erholsam ist, Alkohol am nächsten Tag jedoch nicht. Am nächsten Tag muss man sich demnach wieder einstellen, z.B. mit Ritalin.

Her Dr. Schubering fragte ganz am Anfang: „Was sagen Sie, wenn jemand fragt, was Sie am Wochenende vor haben?“ und erklärte, dass es gesellschaftlich schon fast untragbar ist, wenn man nach der Arbeitswoche am Wochenende einfach gar nichts macht, sondern mal abschaltet. Dieser in der Freizeit fortgesetzte Stress ist hierbei das Problem, mit dem man alle Knöpfe bedient und hinterher bei ihm in der Suchtklink landet. Es ist ein gesellschaftliches Problem, das uns alle Krank macht. (Wurde abgesehen vom sinngemäßen Zitat weiter gedacht.)

Ganz zum Anfang erklärte Herr Dr. Schubering, dass von allen psychischen Erkrankungen der „Burn Out“, der den Depressionen nahe liegt, als einzige gesellschaftlich anerkannt wird. Der Mensch ist gar nicht krank sondern hat sich als Leistungsträger nur krank gearbeitet.Ritalin kann einem durchaus in den nächsten Burn Out führen, um sich diesen „Orden“ anstecken zu können. Für alle anderen psychischen Erkrankungen drückt einem die Gesellschaft eher einen Negativimage-Stempel auf die Stirn.

Man muss also nicht nur mit Knöpfen wie dem Ritalin an- und abschalten, sondern sich auch einfach mal die Zeit zum Ausgleichen nehmen, ohne dabei viele Knöpfe zu drücken, dann landet man vielleicht nicht auf absehbarer Zeit in der nächsten Klinik.

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